was tun, um "sich damit abzufinden"

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mimi
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was tun, um "sich damit abzufinden"

Beitragvon mimi » 10.10.2013, 20:24

Hallo!

Die "typische" MDG-Zeit geht ja nun langsam wieder los (auch wenn das ja irgendwie ein Irrglaube ist, MDG geht das ganze Jahr irgendwo rum) und in meinem Umfeld kommt momentan wirklich täglich jemand anders damit um's Eck. Mittlerweile sind 2 im Büro krank, meine beste Freundin kam vor 2 Tagen zu mir, ihr erster Satz war "Gott mir ist so schlecht, ich hing heut früh schon würgend überm Klo" (warum erzählt man jemandem sowas???), heute fing meine Mutter an zu klagen.

Ich will keine Panik machen und auch nicht wissen, wie wahrscheinlich es ist, dass ich mich jetzt irgendwo angesteckt habe oder anstecken könnte - dass ich das nicht beeinflussen kann, weiß ich. Jetzt würde mich mal interessieren, wie ihr mit der "Gefahr" und der "Akutsituation" umgeht.
Was macht ihr, um euch davon zu überzeugen, dass es im Zweifelsfall nun mal einfach passieren kann - und vor allem, wie überzeugt man sich selbst davon, jetzt keine Vomex, MCP, Globuli, Ingwertabletten und was es sonst alles gibt, zu nehmen?
In der Theorie ist ja die Begründung klar und einfach - "wenn der Körper was loswerden will, hat das schon so seinen Grund und ist vermutlich eigentlich gut so". Nur irgendwie kommt das in meinem Kopf nicht an, wenn's akut wird. Da sitz ich dann doch auch gern mal zitternd vor meinem "Apothekenschrank" und will eigentlich wirklich einfach alles tun, um auf überhauptgarkeinen Fall kotzen zu müssen... Daran gilt es, zu arbeiten - nur wie?

Hat jemand eine Idee, Tipps oder irgendwas anderes in die Richtung?
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Schlucki
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Re: was tun, um "sich damit abzufinden"

Beitragvon Schlucki » 10.10.2013, 21:08

Ich hab zwar nicht "die" Antwort, aber du meinst damit vermutlich das sogenannte Akzeptieren, bzw Annehmen oder?

Das ist genau die Frage, auf die ich auch schon ewig eine Antwort suche!

"Wie geht Akzeptieren?" :ja:

Ich glaub mittlerweile, dass es schonmal ein Prozess ist und nicht sone "Klick"-Sache. Das braucht Zeit. Aber ist der Schlüssel, weil ich seit neustem dran glaube, dass eine richtige Konfrontation nur funktionieren kann, wenn man die mögliche Folge, vor der man Angst hat akzeptieren kann.

Weiter bin ich leider auch noch nicht, aber so einfach kanns auch nicht sein, sonst hätten nicht soviele Menschen ein Angstproblem. :wink: Gerade das nicht-akzeptieren-können ist doch der Motor für eine Angst oder?
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mimi
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Re: was tun, um "sich damit abzufinden"

Beitragvon mimi » 10.10.2013, 21:15

... danke Schlucki, für den Beitrag, irgendwie war mir nämlich beim Schreiben meine Frage irgendwie selbst nicht ganz klar :D
"Wie geht akzeptieren" trifft's wohl ganz gut ;-)

Ich glaub, ich bin ganz schlecht in akzeptieren. Ich will, dass ich's genau jetzt akzeptier, also versuch ich's so sehr, dass ich am Ende in der ganzen "Möchtegern-Akzeptanz" untergeh, um dann doch bei der nächsten Übelkeit wieder zu beten, dass ich's "heute noch auf keinen Fall akzeptiern muss." Schließlich möcht ich ja immer gern so tun, als wär das alles kein Problem, und ach, wenn ich kotz, mein Gott, dann isses halt so, wen intressiert's schon, aber wenn's dann mal wirklich potentiell soweit ist, akzeptier ich lieber doch ein anderes Mal.

Blöde Sache, diese Akzeptanz.
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Schlucki
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Re: was tun, um "sich damit abzufinden"

Beitragvon Schlucki » 10.10.2013, 21:27

Jaa genau das! Man denkt sich in nem guten Moment "Ach das is doch eigentlich kein Ding undso" und wenns wieder soweit ist hat man voll den Stift inna Hose! :biggrin:

Ich hab auch die Erfahrung gemacht, dass in Angstsituationen rationale Gedanken und logische Schlussfolgerungen (zB bei meinem Schluckproblem: Ich sitz da und der Bissen will mal wieder nicht runter, da denk ich mir "ach das ist noch nie schief gegangen" oder "naund dann kotzte halt den Tisch voll") überhaupt nichts bringen. Null-Komma-Gar-Nix! ;D Diese Informationen müssten quasi in mein Unterbewusstsein, d.h. mein verkrampftes und ängstliches inneres Kind müsste genau das mal endlich schnallen! :ja: Da arbeite ich schon ein halbes Jahr dran und von Grund auf besser geworden ist es eigentlich nicht, deswegen glaub ich auch, dass die Konfrontation nur wirklich was bringt wenn mans akzeptieren konnte. Ohne Akzeptieren ists nur eine Gewöhnung an die Umstände, die Ruck-Zuck durch ein schlechtes Erlebnis wieder eingerissen werden kann.

Also glaub ich ist das Akzeptieren die Pflicht und die Konfrontation die Kür.

Achja und danke dir für den Thread, überlege seit gestern schon einen Tread aufzumachen "Wie geht Akzeptieren?". Das hat sich gerade erledigt! ;D
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Re: was tun, um "sich damit abzufinden"

Beitragvon Dianati » 13.10.2013, 14:50

Lange Jahr hab ich das Thema einfach verdrängt und wenn ich es irgendwo gehört habe, dann hab ich das so schnell es ging aus meinem Kopf verbannt, mich versucht abzulenken und es klappte insofern ganz gut, dass ich wenigstens am tage meine Ruhe davor hatte.
Seit ich an der Angst gezielt arbeite und das sind mittlerweile an die 10 Jahre, da merke ich wie es von Jahr zu Jahr irgendwie anders wird. In Zuge der Verschiebung der Ängste und des Erkennens wo der Pudelskern begraben liegt, hat sich auch diese Akzeptanz verändern. Was zuerst gar nicht denkbar war, war irgendwann zumindest denkbar, wenn gerade akut nichts anlag. Irgendwann wurde es denkbar, wenn es mir nicht so gut ging, aus Gründen die eben nichts direkt mit einer Magenkrankheit zu tun hatten usw usf.
Mittlerweile ist die Akzeptanz in den Akutsituationen angekommen, ich leide vor mich hin und versuch mich durch die Zeit durch zu boxen.
Nach 17 Jahren hatte letztens mal wieder Magendarm mit übergeben und war danach relativ überrascht wie aushaltbar das war, wenngleich eklig.
Und dadurch scheint was wichtiges passiert zu sein, in Momenten wo ich mich unwohl fühle muss ich mir nicht vorpredigen " das wird schon" sondern ich denk das aus mir heraus, ich brauch diese Denkweise nicht hervorrufen.
was nicht heißt, dass ich die ruhe in Person bin :wink: aber das ist dann noch ein anderes Thema, weil sich die Problematik sehr verschoben haben über die Zeit
LG Dianati
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Re: was tun, um "sich damit abzufinden"

Beitragvon minipue » 06.12.2013, 23:29

Hallo. Ich bin neu hier und finde es supet dass es diese seite gibt. Sonst hab ich mich immer sehr alleine damit gefühlt. Ich weiß gar nicht ob ich es akzeptieren möchte denn dann bin ich vielleicht schluderich mit den Vorsichtsmaßnahmen und muss mich dann evtl auch noch übergeben. Es gab eine sehr schlimme zeit als ich diese phobie sehr stark hatte. Dann hat sich etwas in meinem Leben geändert und ich hatte die phobie auch nicht mehr so stark. Ich denke dass man diese phobie ein leben lang hat. Mal mehr nal weniger.es kommt vielleicht von allein und dieser Zeit akzeptiert man es einfach.
Aber grundsätzlich wasch ich mir immer gründlich die Hände wenn ich nach Hause komme oder ivh auf Toilette war und ddesinfiziere sie mir. Ich achte darauf was ich esse. Und wenn sich jemand übergeben hat oder durchfall hat mit dem ich kontakt hatte dann verzichte ich auf s essen weil ich hoffe mich dadurch nicht übergeben zu müssen.


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