Arbeiten mit EMO

Zwischenmenschliches, Schwierigkeiten durch Schule oder Arbeit, eigene Macken und die Suche nach Gemeinsamkeiten, lustige Situationen oder auch mal unangenehme... - das alles ist genau hier richtig!

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Apfelschnitz
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Arbeiten mit EMO

Beitragvon Apfelschnitz » 02.03.2013, 18:01

Hi Leute,

ich wollte mal nachfragen wie es bei euch so mit dem arbeiten ist. Also wenn ihr zum Beispiel als Verkäuferin an einer Kasse sitzt wo ihr wisst, dass ihr nicht einfach schnell weg könntet wenn es euch hochkommen würde. Was macht ihr da? Oder seid ihr dann so abgelenkt, dass ihr davon gar nichts merkt?
Naja das wollte ich schon lange mal fragen, wie das bei euch und euren Arbeitsplätzen so ist. :nixweiss:

diefluffige
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Re: Arbeiten mit EMO

Beitragvon diefluffige » 02.03.2013, 18:13

Also ich gehe noch zur Schule, und joa... in der Schule ist mir zwar häufig schlecht und das ist manchmal schon problematisch, aber generell geht es mir da besser als zuhause ;-) da ich mich auf den Stoff konzentrieren muss und abgelenkt werde von der Übelkeit... manchmal (insbesondere bei Klausuren) ist es jedoch schlimm, wenn ich mich nicht traue, rauszugehen weil mir schlecht ist. Ein Lehrer von mir ist sehr streng und gerade bei ihm ist mir oft schlecht, und ich war jetzt schon mehrmals während seines Unterrichts draußen an der frischen Luft, weil ich dachte, es geht nicht mehr... und je öfter das vorkommt, desto mehr Angst hab ich natürlich auch, zu fragen, weil er glaub ich jetzt schon denkt, dass ich nur keine Lust hab und schwänzen will. Ansonsten... es geht, ich sage, es ist machbar, aber wie gesagt, bei Klausuren ist es oft schwer, da da ja absolute Stille herrscht und man auch nicht einfach mal eben raus auf Toilette oder an die frische Luft gehen kann. (das klingt jetzt so, als wäre ich jede Unterrichtsstunde an der frischen Luft, bin ich nicht :D ) und nachmittags ist es oft schwer, sich mit der Übelkeit und allem auf die Hausaufgaben zu konzentrieren... aber irgendwie krieg ichs hin..
Die Welt, sie hält so viel für mich bereit, dass ich hier Liebeslieder schreib, ich hab mein Ziel noch nicht erreicht, auf einmal fällt mir fliegen wieder leicht, steig auf den Hügel, spreiz die Flügel und bin frei!

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Re: Arbeiten mit EMO

Beitragvon Natalie » 02.03.2013, 18:47

Nirgends gehts mir so gut wie auf der Arbeit bzw. im Büro. Wenn mein Job mich voll beansprucht und ich mich 100%ig auf meine Aufgaben konzentriere, verfliegen fast alle Wehwehchen.
Wenn ich ausnahmweise von zu Hause aus arbeite, ist die Ablenkung nicht mehr ganz so groß - das äußert sich dann in tendenziell mehr Unwohlsein.

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Re: Arbeiten mit EMO

Beitragvon Sase » 02.03.2013, 21:56

Ich bin zwar keine Verkäuferin, aber ich würde mal behaupten: Wenn es einer Kassierin unweigerlich hochkäme, dann würde sie in den Mülleimer (den die ja eigentlich alle unter der Kasse haben) spucken. Und in manch anderen Kontexten (z.B. Bei Kaufhof, wo mehrere stehen, oder in einem ganz kleinen Laden) kann man zur Not sicherlich schon mal wegrennen...

Bei mir auf der Arbeit würde ich auch den Mülleimer nehmen oder zum Klo rennen. Hätte ich auf einer Arbeit keinen Eimer und mir wäre wirklich unweigerlich schlecht würde ich mir ne Tüte mitnehmen - oder eben heim gehen/ zu Hause bleiben. Aber das ist natürlich eine sehr zwiespältige Sache, wenn man psychische und körperliche Übelkeit (noch) nicht auseinanderhalten kann..
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Re: Arbeiten mit EMO

Beitragvon Smarty- » 02.03.2013, 22:29

also ich arbeite auch im Büro und dort geht es mir besser als am Wochenende allein zu hause.. In der Arbeit bin ich abgelenkt. Ich denk mir halt so.. Zur not leg ich einfach auf, wenn es mich überkommt... Was soll der Kunde schon großartig tun?! Wenn er nochmal anruft, erkläre ich es ihm natürlich.. Aber bisher ist noch ncihts passiert, weil man einfach so abgelenkt davon ist :)

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Re: Arbeiten mit EMO

Beitragvon Kinabalu » 03.03.2013, 00:09

Ich arbeite neben dem Studium als verkäuferin. Am Anfang hatte ich vor jedem einzelnen tag Angst-ich bin nur hingegangen weil ich noch mehr Angst hatte abzusagen und dann zum Arzt gehen zu müssen und n Attest zu holen und dem glaubhaft verklickern zu müssen, dass ich krank bin. Nee danke. Ich hab mir dann immer gedacht: Egal: Fahr erstmal hin und wenn es dir wirklich schlecht geht kannst du immernoch ne Kollegin anrufen damit die kommt und dich erlöst. Und soald ich auf der Arbeit war ging es mir wieder gut und ich hab meistens erst am Abend wieder dran gedacht "Hey stimmt heute mittag war dir doch so schlecht".
Mich persönlich hat es in der Emo auch weiter gebracht mal wirklich in einer Situation zu sein, in der ich nicht weg kann und diese Situation auszuhalten bis die körperlichen Symptome besser werden. Ich habe dadurch gelernt mir mehr zuzutrauen und lasse mich von echten oder unechten köerperlichen Zipperlein nicht mehr so leicht aus der Fassung bringen. Davor habe ich bewusst..oder unbewusst.. immer versucht zu vermeiden, dass ich irgendwo mal nicht weg kann.
And every demon wants his pound of flesh
but I like to keep some things to myself
I like to keep my issues strong
it's always darkest before the dawn

And it's hard to dance with a devil on your back
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Re: Arbeiten mit EMO

Beitragvon Kaltblau » 03.03.2013, 01:48

Ganz nüchtern betrachtet:

An den wenigsten Arbeitsplätzen bist du den gesamten Tag so nah an einer Toilette, dass du in Windeseile dahin flitzen kannst.

Ist auch nicht nötig, denn wenn man das mal rational betrachtet:

Jeder, der sich in unserer Situation befindet denkt natürlich häufiger ans Erbrechen.
Da wird sofort die nächste Toilette gesucht, wenn man wo hinkommt, man überlegt, wo könnte man nun im Notfall hinein brechen und dann ist es einem auch noch in Stresssituationen durchgängig übel.

Es erbricht sich sicherlich jeder mindestens einmal im Leben, weil er einen Infekt oder eine Magenverstimmung hat.
Aber wieviele erbrechen sich wirklich aufgrund eines solchen Infektes innerhalb Sekunden am Arbeitsplatz?

Ich würde mir nie den Arbeitsplatz so aussuchen, damit meine EMO "zufrieden" ist und ich mich sicher fühle. Ich umgehe dieses Vermeidungsverhalten so gut ich nur kann und sollte es wirklich mich treffen, dass ich aufgrund eines Infektes mich so schnell übergeben muss, dann muss eben der Mülleimer herhalten.

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Re: Arbeiten mit EMO

Beitragvon Apfelschnitz » 03.03.2013, 09:56

Ich bin froh zu lesen, dass es gar nicht so ein riesen Problem darstellt! :) Vor meiner Babypause hatte ich in einem Büro gearbeitet und soweit keine Probleme. Konnte jederzeit wenns sein müsste an die frische Luft. Jetzt nach meiner Elternzeit werde ich noch eine 2. Ausbildung machen als Einzelhandelskauffrau und hatte da schon echt Bammel davor, wenn es mir vor der Kundschaft schlecht wird. :oops: Ich bin jetzt aber schon viel beruhigter wenn ich lese wie gut ihr damit umgeht oder sogar "vergisst, dass euch schlecht war". Finde ich echt toll! :top:

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AW: Arbeiten mit EMO

Beitragvon Sase » 03.03.2013, 10:26

Ps: und gerade im Einzelhandel ist ja auch nicht gerade Teppich. Zwar ist und bleibt es ekelig da wild rumzuspucken, aber man kann ja auch wieder sauber machen :-)
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Re: Arbeiten mit EMO

Beitragvon Apfelschnitz » 03.03.2013, 15:01

Ja stimmt^^ Das Positive sehen und zur Not gäbs ja wirklich noch den Mülleimer :biggrin:

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Re: Arbeiten mit EMO

Beitragvon danseusenoire » 03.03.2013, 16:16

Ich seh das so wie die anderen - irgendwie gehts immer. Immer dran denken, dass man "zur Not" eben raus/ zur Toilette oder zum nächsten Papierkorb rennen kann. Ich muss ehrlich sagen, dass ich an sowas heute (ich hab keine Selbstkotzemo mehr) in Hinsicht aufs Brechen nicht mehr denke. Je mehr ich gemacht habe, desto geringer wurden die Gedanken und heute macht mir das überhaupt keine Sorge mehr. Getreu dem Motto "kotzen kann man überall" (auch wenns eklig für die anderen wäre und mir schon ein bißchen leid täte). Ich hab dafür seit ich ein paar Mal sehr spontanen Durchfall hatte eher Angst vor sowas und da merke ich schon, dass ich woanders öfters mal danach gucke, wo die nächste Toilette für den Notfall wäre. :roll: Aber auch da denk ich: es ist wirklich selten, dass sowas passiert und WENN mir sowas tatsächlich mal irgendwo passieren sollte, wo ich nicht rechtzeitig aufs Klo komme, dann wärs halt so, es hätten sicher alle absolutes Verständnis und nach Hause käme ich auch irgendwie. Also mein Fazit für alle Lebenslagen: mir kann nichts wirklich schlimmes passieren und für alles gibts ne Lösung!
Nach manchem Gespräch mit einem Menschen hat man das Verlangen, einen Hund zu streicheln, einem Affen zuzunicken oder vor einem Elefanten den Hut zu ziehen.
-Maxim Gorki

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Re: Arbeiten mit EMO

Beitragvon Schorschla » 03.03.2013, 18:18

Ich arbeite im Büro, habe da meinen Mülleimer sowie ein Klo in ca. 20 Meter Entfernung. ABER: Mir geht es auf der Arbeit ganz oft viel schlechter als daheim. Liegt aber wahrscheinlich an der beschissenen Gesamtsituation bei mir auf der Arbeit. Es graut mich schon ab Sonntag nachmittag (so wie jetzt gerade) wenn ich weiß es kommt wieder unweigerlich auf mich zu :?

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Re: Arbeiten mit EMO

Beitragvon Mutti82 » 03.03.2013, 20:29

Ich arbeite gerne auch wenn ich manchmal angst habe.
Bin gelernte Einzelhandelskauffrau und habe auch ein paar
Jahre in dem Beruf gearbeitet, ich hatte da immer weniger Angst.
Jetzt arbeite ich in der Psychiatrie als soz Päd, macht auch spass
und die Angst ist da auch besser.
Trenne dich nie von deinen Illusionen und Träumen. Wenn sie verschwunden sind, wirst du weiter existieren, aber aufgehört haben, zu leben.
"Mark Twain"

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Re: Arbeiten mit EMO

Beitragvon Merlin » 05.03.2013, 23:06

Ich arbeite als Altenpflegerin, teils stationär, teils ambulant (sprich ich gehe zu den Leuten nachhause).
In der arbeit bin ich so abgelenkt und beschäftigt das ich mir darüber keine Gefanken mache. Wenns mir mal nicht so gut geht ist ja in jedem Zimmer/Wohnung eine Toilette
Der Körper ist der Übersetzer der Seele ins Sichtbare.
- Christian Morgenstern -

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Re: Arbeiten mit EMO

Beitragvon Abbel » 06.03.2013, 08:40

Ich hab so keine Probleme auf der Arbeit. Erst, wenn einer sagen würde, es ginge ihm nicht gut, würde ich Angst bekommen. Ich selber hab sowieso ständig Probleme mit meinem Bauch, da brauche ich keine Angst mehr zu haben. Ich esse auch das Mittagessen hier. Ist zwar meistens eher nicht überragend. Aber ich denke die achten bei Essen auf Rädern schon etwas drauf.
No Narcotics In My Brain Can Make This Go Away
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