Dauerübelkeit

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skittles
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Dauerübelkeit

Beitragvon skittles » 24.12.2012, 11:26

Hallo!

Ich bin jetzt seit zwei Tagen hier und hab mir so einiges durchgelesen und da fällt mir doch was auf.
Vielen von euch wird - wenn ich es richtig gelesen hab - nur ab und zu schlecht. Dem einen öfter dem anderen etwas seltener.
Gibt es unter euch keinem dem wirklich andauernd schlecht ist?
Bei mir ist es nämlich so, dass mir wirklich von Morgens bis Abends kotzübel ist und das jeden Tag.

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Re: Dauerübelkeit

Beitragvon Natalie » 24.12.2012, 12:33

Lenchiin hat geschrieben:Gibt es unter euch keinem dem wirklich andauernd schlecht ist?

Doch, ich hatte bereits Phasen, da ging es mir genauso. Einfach elendig. Am schlimmsten war die letzte Phase, das war vor ca. 5 Jahren und ging 1 - 2 Jahre lang. Ich konnte nicht mehr richtig essen und noch weniger trinken. War abgemagert bis auf die Knochen und konnte nicht mal mehr richtig Treppen steigen. Das Haus wollte ich sowieso nicht mehr verlassen, außer zum Arzt und zur Arbeit.

Es war psychsomatisch bedingt. Ich begann eine Psychotherapie. Die Bescherden wurden kurz ein wenig besser, dann aber immer wieder schlechter. Erst die Einnahme eines (sehr niedrig dosierten) Antidepressivums hat mir die Nerven derart lahm gelegt (so hat es sich wirklich angefühlt), dass die auch keine Übelkeit mehr weiter gaben. Innerhalb von wenigen Tagen war die Übelkeit weg und ich konnte wieder LEBEN.

Ich kann dir deswegen nur raten: Wenn dir dauernd übel ist und du darunter leidest: es GIBT Mittel und Wege, dagegen anzugehen.

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Parasomnia
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Re: Dauerübelkeit

Beitragvon Parasomnia » 25.12.2012, 12:47

Also ich kenne Dauerübelkeit genauso. Es gab Phasen - und es gibt sie immernoch - in denen es mir jeden Tag schlecht ging, sei es nun durch Übelkeit oder andere Magenbeschwerden. Ich habe allerdings gelernt, diese Beschwerden nicht mehr allzu ernstzunehmen. Ich hab nen Job, das heißt, ich kann mich aufgrund der Übelkeit nicht ständig krankmelden oder dergleichen, ich muss darüber weg arbeiten/leben. Und nebenbei lohnt es sich natürlich, alles Medizinische abzuklären. Wenn sich dann herausstellt, dass die Übelkeit psychosomatisch ist (und meistens ist sie das), weiß man, dass man anderweitig gucken muss, wie man sie reduzieren kann. Oft gibt es für diese Übelkeit eben auch Gründe. Unbewältigte Konflikte und Ängste, um nur eine Möglichkeit zu nennen.
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Re: Dauerübelkeit

Beitragvon skittles » 25.12.2012, 16:47

Nunja, bei mir ist diese Phase jetzt seit zwei Jahren. Medizinisch ist alles abgeklärt. Aber Psychotherapie hilft mir auch nicht. Ne zeitlang kam ich damit ganz gut klar, zurzeit ist es wieder so schlimm dass ich nicht arbeiten gehen kann (zum Glück "nur" ein Nebenjob, im Kindergarten hab ich zurzeit Urlaub) und es meistens nur eine Stunde aushalte, wenn ich überhaupt hingehen kann. Irgendwelche Tipps um aus diesem scheiß (sorry) Tief rauszukommen?

Doris

Re: Dauerübelkeit

Beitragvon Doris » 25.12.2012, 16:54

Lenchiin hat geschrieben: Aber Psychotherapie hilft mir auch nicht.


Wie kannst Du das sagen? Du warst doch nur kurz bei dem Kinderpsychologen. Eine ambulante Therapie dauert 2-3 Jahre und man muß schon ein wenig Geduld haben, bevor man Verbesserungen merkt. Du stehst ja auf einigen Wartelisten, also nur Mut, immer mal wieder dort anrufen.

Ansonsten kannst Du nur die Übelkeit ignorieren, ihr die Stirn bieten und trotzdem machen, was Du gerne machen möchtest. Einen anderen Weg gibt es auf die Schnelle nicht.

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Re: Dauerübelkeit

Beitragvon Parasomnia » 25.12.2012, 17:02

Irgendwelche Tipps um aus diesem scheiß (sorry) Tief rauszukommen?

Ja, sich seinen Ängsten stellen, Tabletten weglassen und sich mit sich selbst beschäftigen. Ich würde auch nicht aufgrund einer negativen Therapieerfahrung pauschal behaupten, Therapie helfe dir nicht. Geht eben auch nicht von heute auf morgen.
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Re: Dauerübelkeit

Beitragvon Feldweg » 26.12.2012, 13:19

Ich kenne Dauerübelkeit sehr wohl auch. Hatte sie über fast 3 Jahre!!! Als ich gelernt hatte, sie "willkommen zu heißen", also ihr eher neugierig (so nach dem Motto: "was willst du mir sagen?") statt ablehnend oder aggressiv zu begegnen - wurde es zügig besser. Die Interalle zwischen den Übelkeits-Attacken wurden immer größer

Irgendwann machte es "Klick" und ich lernte, die Symptome "mit ins Boot" zu nehmen - anstatt dem Verletzten, hilflosen Teil in mir (der die Übelkeit noch "brauchte" ) EXTRA noch eins draufzugeben, durch Selbstanklage, Verzweiflung und Hass. Es geht, so meine Erfahrung, immer um ANNAHME; DESSEN WAS GERADE IST. Kein leichtes Unterfangen - aber es funktioniert.
Auch ich ging die Wände hoch, zweifelte m Sinn meine Lebens und beneidete alle Menschen, die "normal" leben können. Mein Therapeut war recht schmerzfrei :wink: , er sagte damals: "Entscheide Dich für das Leben und zwar SO, dass die Kleine in Dir (der übelkeitsgeplagte Teil) endlich Vertrauen fassen kann" es dauerte lange, bis ich wirklich begriffen habe, was gemeint war. Heute, nach 12 Jahren Therapie (In Intervallen mit langen Pausen dazwischen), gelingt es , mich an die Hand zu nehmen, die VERANTWORTUNG zu übernehmen, für mich und gerade das Kind in mir, dass noch immer manchmal sooo viel Angst hat. Auch heute wird mir noch übel. UND ES GEHT VORBEI. Ich wäre heute nicht mehr, wenn ich nicht immer wieder neu gestartet wäre. WIE LANGE eine Therapie braucht, ist eine Frage, mit der ich mir ewig im Weg gestanden bin. Es ist furzegal :lol: wichtig ist nur, ENTWICKLUNG möglich zu machen - und das ist mein (Dein) ganz persönlicher Job - und DEINE CHANCE.

Viel Glück

Tanni86

Re: Dauerübelkeit

Beitragvon Tanni86 » 30.12.2012, 08:53

Dauerübelkeit habe ich auch. wobei dies nicht etwa vom magen kommt... wir bilden uns das bloß ein. WIr achten so sehr darauf ob und was der magen sagt das uns nur schlecht werden kann!
Bis ich wusste was ich habe, hatte ich auch so ziemlich jede untersuchung vom magen durch. Unverträglichkeitstests aller art und ne magenspiegelung. Habe alle arten von magensäureblockern verschrieben bekommen usw. das alles eben weil ich und die ärzte alle der meinung waren das meine ständige übelkeit ja irgendwoher kommen muss... ja... sie kommt auch woher... nämlich aus meinem schädel... :x

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Re: Dauerübelkeit

Beitragvon Parasomnia » 30.12.2012, 11:17

wir bilden uns das bloß ein.

Bloß als Ergänzung sei Folgendes gesagt: Bloß, weil Beschwerden psychosomatisch sind, heißt das nicht etwa, dass man sie sich einbildet! Die Beschwerden sind da, sie sind bloß nicht körperlich bedingt. Dementsprechend sollte man sie nicht unter allen Umständen ignorieren, sondern versuchen herauszufinden, woher eine ständige Übelkeit kommen kann und in welchen Situationen sie besonders stark auftritt.
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Re: Dauerübelkeit

Beitragvon skittles » 04.01.2013, 11:11

Ich hätte da auch nochmal eine Frage. Undzwar ist mir aufgefallen, dass es mir jetzt seit ich das 1. mal Ebrochen habe sooviel schlechter geht. Vorher war die Übelkeit nur ab und an da. Und besonders nicht Abends/Nachts im Bett. Jetzt allerdings ist mir in den fünf minuten die ich nachts mal wach bin direkt so Übel, dass ich garnicht mehr klar komm. Ich versuche mich Abzulenken, hab mich gestern sogar getraut Schwimmen zu gehen. Aber auch während dessen war mir durchgehend dermaßen schlecht.

Und dass zu finden was mir die Übelkeit jetzt grad sagen will, keine Ahnung? Mein Leben ist eigentlich genau wie immer. Auf meinen Therapieplatz darf ich wohl noch länger warten.
Habe allerdings jetzt von meinem Arzt Opriparmol 50mg bekommen. Soll 1 morgens und 2 Abends nehmen.. Nach fast drei Wochen hat sich nichts geändert, außer dass ich super einschlafen kann, auch wenn's mir dabei graußig geht. Montag muss ich wieder zur Schule und Nachmittags noch Arbeiten. Weiß zurzeit noch nicht wie ich dass machen soll. :/

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Re: Dauerübelkeit

Beitragvon Ulrike85 » 13.02.2013, 18:09

Mir war in der schlimmsten zeit ununterbrochen schlecht, es hat nie aufgehört. Ich wusste wie sich Übelkeit anfühlt wenn ich Kartoffeln esse, Nudeln,Brot etc. Alles war andere Übelkeit, aber immer schlimm.

Dann bin ich in den Urlaub Gefahren, ich habe mich dort so unendlich wohl gefühlt. Ich habe dort Hühnerfrikassee mit Reis gegessen und mir war das erste mal seit Jahren nicht schlecht. Ich hätte vor Glück fast geheult und seit dem Tag stand für mich fest ich bin in meiner Umgebung unglücklich und muss was ändern. ( ich musste erstmal rausfinden was mich unglücklich macht ;) ) ich habe dann tief in mich hinein gehört und habe festgestellt das mein damaliger Freund mich belastet. Ich habe mich dann getrennt. Seit dem Tag habe ich keine panikattacke mehr gehabt. Vorher hatte ich etwa 3 Extreme am Tag. Naja vllt ist es ja ein Denkanstoß für manche und es trifft bei dem ein oder anderen auch zu :) die Angst musste zwar behandelt werden, aber das war ein richtiger Schritt in die richtige Richtung...

Alles liebe

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Re: Dauerübelkeit

Beitragvon Sase » 14.02.2013, 08:45

@ulrike: Das find ich ein ganz tolles Posting und kann das so nur unterschreiben! Ich kann auch noch aus Erfahrung hinzufügen, dass man u.U. die Beziehung gar nicht als so problematisch erlebt und es sehr sehr sehr viel Mut kostet, so ehrlich zu sich zu sein zu sagen: Diese Beziehung macht mich krank, aber wenn sie sonst toll ist und mein Partner (oder auch eine andere Person, um die es geht) auch.
Niemand wird kommen, um dir zu helfen - Du musst es selbst tun!

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Re: Dauerübelkeit

Beitragvon Ulrike85 » 14.02.2013, 11:01

Hallo sase,

Danke fùr deine Nachricht, ja es ist fûr viele ganz problematisch sich zu trennen, das war es für mich auch, ich war in einem Teufelskreis ich dachte wenn ich mich trenne, bin ich allein wenn mir schlecht ist, wo soll ich hin wenn ich Kotzen muss? Wer hilft mir bei einer panikattacke USW. Ich dachte nur er kann das. Hätte ich gewusst, dass er Großteil dieses schlimmen übel ist, wäre ich schon viel früher weg gewesen... Gott sei dank konnte ich diese Abhängigkeit schnell ablegen dann :)

Liebe Grüße


Ich fande ihn anscheinend irgendwie "zum Kotzen" ;)

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Re: Dauerübelkeit

Beitragvon skittles » 15.02.2013, 15:50

Ich bin froh, dass du es geschafft hast Ulrike!

Ich habe nach meiner 1. ganz schlimmen Phase mein Leben so weit es ging umgekrempelt. Freund verlassen, Schule und Arbeitsplatz gewechselt. Zuhause ausziehen konnt ja noch nicht und will auch garnicht. Danach ging es mir wirklich besser. Nur leider bin ich jetzt wieder in diesem Teufelskreis drinne. Ich hab allerdings jetzt am 22. einen Termin bei einem Therapeut.
Es kann ja nur besser werden! :ja:

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Re: Dauerübelkeit

Beitragvon Sesam » 15.02.2013, 20:26

Mir ist seit elfeinhalb Jahren schlecht. Die Übelkeit kam und ging in Wellen, war aber immer unterschwellig vorhanden. Verschlimmert hat es sich vor drei Jahren, als ich das erste Mal seit langer Zeit erbrechen musste. Da konnte ich wirklich kaum noch in die Schule gehen (damals war das Abitur nicht mehr weit entfernt).
Erst als ich weggezogen bin, um zu studieren, hat sich meine Situation verbessert, ich kann allerdings nicht sagen, dass ich mich komplett gesund fühle, weil ich immer noch meine täglichen Tiefs erlebe. Die ganz großen Panikattacken, die mir früher ganze Tage und Wochen ruinierten, bleiben jetzt aber zumeist aus, sie treten vielleicht alle paar Wochen auf. Ich denke, dieses Problem der Dauerübelkeit ist bei mir auch psychosomatisch, obwohl wenn es sich auf die lange Dauer nicht nur meine Psyche, sondern ebenso meinen Körper belastet. Die Ursachen dafür liegen im emotionalen Bereich, und ich arbeite gerade daran, einiges geradezurücken, z. B., indem ich regelmäßig was mit Freunden unternehme. Das kam vor meinem Umzug höchstens alle paar Monate vor. Ich merke, wie sich dadurch eine allmähliche Besserung meines Zustandes einstellt.


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