Streit mit Ehepartner/Angehörige

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Dragi

Streit mit Ehepartner/Angehörige

Beitragvon Dragi » 11.08.2012, 12:52

Hallo ihr lieben,

ich habe, seit nunmehr über 1 Jahr zusätzlich zur EMO noch das Problem, das ich kaum das Haus verlasse. Nur an Tagen, an denen ich mich richtig gut fühle, traue ich mich manchmal, mit meinem Mann einkaufen zu gehen, spazieren oder ähnliches. Jedoch "muss" sich dies alles in einem Umkreis abspielen wo wir schnell wieder nach Hause fahren können. Ein Ausflug mit einer Entfernung von mehr als vllt. 10km, würde mir Panik machen.

Ich habe dann Angst davor, auch wenn es mir gut geht, das wenn wir weg sind, das es mir wieder schlecht werden könnte. Manchmal ist es auch so wenn ich zu Hause bin und es geht mir ganz gut, das es mir von jetzt auf gleich schlecht wird. Ab nächster Woche (ich warte noch auf einen Termin) bin ich dann in Psychiatrischer Behandlung. Ich hoffe, mir kann endlich geholfen werden.

Nun zu meiner Frage, mein Mann ist darüber natürlich sehr frustriert, unter der Woche geht er arbetien und am Wochenende - gerade bei dem Wetter, sitzen wir trotzdem zu Hause weil ich (blöde Kuh) mich nicht traue auch nur mal eine Runde spazieren zu gehen wenn mir schlecht ist.
Wenn er mich drauf anspricht bzw. sauer wird deswegen, reagiere ich sehr frustriert weil ich mir in dem Moment dutzende Vorwürfe an mich selbst mache, das merkt er natürlich das ich dann frustriert bin und denkt es liegt daran, das er mich drauf angesprochen hat und ist noch mehr sauer. Wenn ich dann sage, gut dann gehen wir ein Stück sagt er dann, nein dann machst Du es nur wegen mir und das bringts ja auch nicht, also laß es einfach etc... am besten ich besaufe mich tagsüber und schlaf dann, so bekomm ich das schöne Wetter nicht mit...

Ich habe Angst, das er mich verlässt. Ich mache mir solche Vorwürfe, ich kann ihn nicht glücklich machen, er hat mit mir keinen Spaß mehr, so wie es am Anfang unserer Beziehung/Ehe war.

Das einzige, was helfen würde wäre natürlich das ich meine Angst überwinde und trotz allem, mit ihm unternehmungen mache, doch, das sagt sich so leicht *schnief*
Ich hoffe so sehr, das ich bald wieder gesund bin und mir nicht ständig schlecht ist, das ich wieder mit meinem Mann zusammen, glücklich sein kann und er Spaß am Leben hat, den ich ihm verwehre...

Wie gehen, eure Ehepartner/Angehörige damit um, kennt das jemand und was hat euch, mut gemacht bevor ihr in Behandlung wart?

Lg, Dragi

Luna26
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Re: Streit mit Ehepartner/Angehörige

Beitragvon Luna26 » 11.08.2012, 14:38

Hi Dragi!
Es ist furchtbar schwer für einen Normalo so eine irrationale Angst zu verstehen! Er ist genervt und will seine "normale" Frau wieder zurück mit dem Spaß und allem was dazugehört. Aber ihr macht ohnehin das richtige, ihr lasst euch helfen!
Ich weiß es ist nicht leicht, aber es ist wie du selbst schon gesagt hast, versuch über deinen Schatten der Angst du springen und ihm zumindest ein kleines bisschen entgegen zu kommen immer etwas mehr. Zuerst nur einen ganz kleinen Spaziergang und jeden Tag oder jede Woche ein bisschen weiter.
Die Therapie wird sicher auch ein wenig helfen, wichtig ist nur dass du gesund werden willst aber das habe ich aus deinem Postig ja sowieso rausgelesen. Du wirst es schaffen viel Glück!!

aniiram
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Re: Streit mit Ehepartner/Angehörige

Beitragvon aniiram » 11.08.2012, 15:37

Luna26 hat geschrieben:Es ist furchtbar schwer für einen Normalo so eine irrationale Angst zu verstehen!

Ja dem stimme ich zu. Mein Freund ist da aber sehr einfühlsam und versucht mich wirklich zu verstehen. Hab bis jetzt noch nie einen Vorwurf von ihm bekommen. Er weiß eh, dass ich mir anfangs viele Vorwürfe gemacht hab, daher hat er mich eher aufgemuntert. Ist aber glaub ich eher selten, dass ein Mann bzw. überhaupt ein Angehöriger so reagiert - glaube ich. Denn oft können sie sich einfach nicht reinversetzen.

Habs meinem Freund oft versucht zu erklären. Letztens wieder. Er hat nämlich total Höhenangst und hat sich letztens nicht getraut über so ne wackelige Brücke beim Wandern rüber zu gehen. Ich schon - hatte zwar auch ein wenig Angst, aber diese Höhenangst ist eigentlich nix im Gegensatz zu der anderen Angst, die ich habe ;) . Und dann hab ich ihm gesagt: "und jetzt stell dir vor, du müsstest jeden Tag ungefähr 3x über diese Brücke gehen. Jedes Mal kämpfst du mit der Angst und sie wird erst nach Wochen oder Monaten nach der Konfrontation leichter." Aber er ist eh einfühlsam und versteht das. Aber vielleicht kannst du es so deinem Mann näher bringen. Mit Sachen, vor denen er Angst hat.

Dragi hat geschrieben: Ab nächster Woche (ich warte noch auf einen Termin) bin ich dann in Psychiatrischer Behandlung. Ich hoffe, mir kann endlich geholfen werden.

Stationär oder ambulate Therapie?
Ich denke, dass dir da auf jeden Fall geholfen werden kann. Mir hat meine Therapie auch sehr viel gebracht. Den Großteil muss man eh selbst schaffen, aber es ist immer ne Hilfe, noch eine zusätzliche Stütze zu haben.

Hast du einen Freundeskreis? Vielleicht gute Freunde, die ein bisschen mit dir rausgehen könnten, damit du es wieder raus schaffst?
Versuch auch mal alleine rauszugehen. Einfach immer wieder probieren. Irgendwann wird es leichter. Ich hab mich auch noch vor 8-9 Monaten alleine schwer raus getraut. Und jetzt denk ich nicht mal mehr drüber nach, ob ichs alleine schaffe. Zuerst ist es natürlich total schwer und man fragt sich immer wieder, hat es einen Sinn? Schaff ich das überhaupt? Aber wenn du deine Fortschritte siehst, dann weißt du, ja das Kämpfen hat einen Sinn und die Angst wird mit der Zeit weniger. Also nicht aufgeben :)

Ich wünsche dir auf jeden Fall gute Besserung! Ich glaube an dich, du wirst das bestimmt schaffen!!

lg,
aniiram
"Die Definition von Wahnsinn ist, immer wieder das Gleiche zu tun und andere Ergebnisse zu erwarten." - Albert Einstein.


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