Grund für meine Angst?

Zwischenmenschliches, Schwierigkeiten durch Schule oder Arbeit, eigene Macken und die Suche nach Gemeinsamkeiten, lustige Situationen oder auch mal unangenehme... - das alles ist genau hier richtig!

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silvy1978
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Grund für meine Angst?

Beitragvon silvy1978 » 14.07.2012, 20:58

Hallo zusammen!

Ich weiß nicht, ob ich im richtigen Forum bin...
Es geht um ein Erlebnis, das ich hatte und das mir gezeigt hat, warum ichn (evtl.?) diese Angst vom MD-Grippe habe...

Also, ich hatte diese Woche einen Ausfall meines Gleichgewichtorgans im Ohr. Das hatte zur Folge, daß ich plötzlich heftigen Drehschwindel bekam. Nachdem ich 2 Std. echt hundeelend beinander war, mußte ich mich sogar mehrfach übergeben vor lauter Schwindel. Da ich das alles vor einem Jahr schonmal hatte, bekam ich jetzt nicht DIE Mega Panik. Ich konnte aber auch keinen Arzt rufen, da der mich in´s Krankenhaus eingewiesen hätte - und ich mein Kind (bin alleinerziehend) ja hier habe.

Am nächsten Tag habe ich meine Mutter gefragt, ob sie mich zum Arzt fahren könnte.
Zuerst mußte sie in den Kalender schauen, ob sie keinen Friseur/Kosmetiker-Termin hatte. Gut, sie hat mich gefahren, ich war erst beim Arzt, der hat mich ins Krankenhaus eingewiesen. Unterwegs sagte meine Mutter, daß ich ja schlecht im Krankenhaus bleiben könne - wegen meinem Kind, wo solle das denn hin.
Meine Mutter ist seit 30 Jahren Hausfrau!!!
Ich bekam im KH Medikamente (u.a Vomex-Infusion) und war danach total "zugedröhnt" und völlig neben der Spur - ich konnte nur nuscheln und nichtmehr geradeaus gehen.

Ich bat meine Mutter, daß sie mein Kind mit zu sich nehmen solle, da ich fix und fertig war.
Tja, sie meinte nur, daß sie jetzt schließlich den ganzen Vormittag mit mir hier rumgehockt wäre - mehr is nicht. Ich kann ja eine Nachbarin fragen oder das Kind vor die Glotze hocken. Mein Kind ist grade 5 Jahre alt, hatte noch nichts zum Essen, hatte Angst um die Mama und ich war am Ende.

Ich habe mein Kind vor der Glotze geparkt, sie hat 1 Packung Kekse gegessen und sich rührend um mich gekümmert - obwohl mir ca. 2 Std. fehlen, in denen ich eingeschlafen bin...

Sobald ich aufgestanden bin, wurde mir so übel, daß ich mich übergeben mußte. Ich habe meine Mutter dann gefragt, ob sie mir bitte die Krankmeldung von meiner Hausärztin holen könnte. Meine Mutter wohnt keine 2 km von der Praxis weg. Neeee, sie kommt diese Woche nicht in die Gegend!!

Dafür darf ich mir jetzt ständig anhören, daß sie sich ja einen ganzen Vormittag in die Notaufnahme gesetzt hat - und ob ich das auch für sie machen würde? Ich kann ja wirklich froh sein, sie zu haben....

So, und ich trau mich nicht, ihr zu sagen, daß ich es echt saumäßig schwach finde, wie sie mich und mein Kind im Stich gelassen hat!! :twisted:
Ich weiß genau, daß sie mich dann als undankbares Stück beschimpft... Das hatten wir schon mal.
Leider bin ich zeitweise auf sie angewiesen und so schlucke ich brav meine Wut runter - so wie ich es bereits mein Leben lang mache.

Es gab bereits mehrere solcher Situationen, in denen sie mich hängen hat lassen.
Und ich glaube, meine panische Angst vor MDG rührt daher.
Wenn ich Magen-Darm habe, bin ich nicht in der Lage, mich um mein Kind zu kümmern. Und da ich weiß, daß ich von meiner Mutter keine Hilfe bekomme, tue ich alles dafür, NICHT krank zu werden...
Ansonsten habe ich keine familiäre Hilfe und "Fremde" zu bitten, trau ich mich nicht. Wenn nichtmal meine eigene Mutter mir helfen will, will ich um Gottes Willen keine anderen Leute mit mir belasten!!

Ich weiß nicht, was ich machen soll - ich kann ja nicht mit meiner Mutter brechen... auch wenn ich von ihr maßlos enttäuscht bin!
Wie kann ich damit umgehen? Mir kommen jetzt ständig Situationen wieder hoch, in denen ich SIE gebraucht hätte - und sie nicht für mich da war...
Ich bin selber Mutter, ich kann es nicht verstehen!!

Jaaaa, sie redet sich dann raus, daß sie ja soooo depressiv ist und sooo lustlos. Aber mit meiner Schwester kann sie zum Tanzen und in einen Pilates-Kurs gehen. Auch Wochenend_Trips mit meinem Vater sind kein Problem...
Ich bin so wütend!!

Mittlereweile geht es mir wieder gut! Aber soetwas brauche ich so schnell nichtmehr!

Danke für´s Lesen!
LG,
Silvy

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Re: Grund für meine Angst?

Beitragvon Dianati » 14.07.2012, 22:43

Wenn ich Magen-Darm habe, bin ich nicht in der Lage, mich um mein Kind zu kümmern. Und da ich weiß, daß ich von meiner Mutter keine Hilfe bekomme, tue ich alles dafür, NICHT krank zu werden...


Das kann ein gewisser Teil deiner Angst sein, keine Frage. Was aber viel wichtiger ist, ist folgender Satz meiner Meinung nach:

Es gab bereits mehrere solcher Situationen, in denen sie mich hängen hat lassen.


Dir fehlt vertrauen dahingehend, dass dir jemand den Rücken stärkt. Dieses Gefühl aufgefangen zu werden, wenn es nicht anders geht.
Sicher hast du auch ein arges Problem damit, dass dann keiner für dein Kind da wäre.
Aber trotzdem steckt dahinter kein Vetrauen dahingehend zu haben, dass es schon wird.
LG Dianati
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Re: Grund für meine Angst?

Beitragvon mainzerin » 15.07.2012, 09:42

das ist mit sicherheit ein grund für deine angst. und zwar ein ganz großer! und den kann ich absolut nachvollziehen und verstehen!

hast du einen therapeuten, mit dem du mal sprechen kannst? der kann dir mit sicherheit auch helfen, wie du mit dieser situation umgehen kannst.

und das verhalten deiner mutter finde ich ja mehr als unterirdisch! das geht ja mal gar nicht!

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Parasomnia
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Re: Grund für meine Angst?

Beitragvon Parasomnia » 15.07.2012, 09:57

Leider bin ich zeitweise auf sie angewiesen und so schlucke ich brav meine Wut runter - so wie ich es bereits mein Leben lang mache.

Auch das kann ein Grund für die Emo sein. Immer wieder alle negativen Gefühle schlucken macht irgendwann krank.
Ich muss echt sagen, von so einer Mutter würde ich so schnell wie möglich den maximalen Abstand suchen.

Wo bist du denn auf sie angewiesen? Verlassen kann man sich darauf ja offenbar ohnehin nicht.
Es kommt dazu - trotz alledem -, dass sich die Furcht in Widerstand verwandeln wird - trotz alledem.
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Re: Grund für meine Angst?

Beitragvon silvy1978 » 15.07.2012, 12:51

Danke für eure Antworten!

Ich habe eine Therapeutin und sie hat mir geraten, den Kontakt zu meiner Mutter abzubrechen und ihr mal alles um die Ohren zu hauen. Aber das kann ich nicht!

Einerseits, weil sie nun mal meine Mutter ist und weil ich sie eben ab und zu brauche, damit sie auf mein Kind aufpasst (obwohl ich da mittlerweile soweit bin, daß ich mir einen bezahlten Babysitter suchen werde. Ist hald leider auch eine finanzielle Sache. Und wenn meine Mutter auf mein Kind aufpasst, dann eh höchstens für 2 Std. wenn ich nachmittags in der Arbeit eine Besprechung habe...)

Und dann ist es so, daß meine Mutter ja ach so depressiv ist und eh nur mit Samthandschuhen angefasst werden darf... Sie könnte sich ja sonst was antun. Sie ist ja nicht belastbar....und ich bin ein undankbares Stück.
Ich will nicht, daß ICH dann (schon wieder) Schuld an irgendwas bin!

Ich weiß, seine Familie kann man sich leider nicht aussuchen... :(

Ich muß schon seit ich 3 Jahre alt bin alles schlucken. Da ist bei mir zu Hause so viel schief gelaufen... Aber meine Angst-Symptomatik habe ich erst mit 22 entwickelt. Drum frage ich mich, ob das wirklich mit daheim zusammenhängt?

LG,
Silvy

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Re: Grund für meine Angst?

Beitragvon silvy1978 » 15.07.2012, 14:24

Hi kamikatze!

Und wie komm ich aus dem Teufelskreis raus?

Dasn stimmt voll und ganz - ich habe immer schon nach Sicherheit gesucht bei meiner Mutter. Aber ich bekam sie irgendwie nie, da immer etwas/jemand anderer wichtiger war.
Ich bekam mit 3 Jahren einen Stiefvater vor die Nase gesetzt, der mich körperlich und psychisch misshandelt hat. Und wenn ich bei meiner Mutter um Hilfe gebettelt habe, bekam ich nur zu hören "sei still, wir müssen froh sein, daß er uns mit DIR überhaupt genommen hat!"
Jetzt, nachdem ich selbst Mutter bin, muß ich auch wieder betteln, daß sie mir hilft - tja und dann kommt oben Geschildertes bei raus...

Ich bekam auch schon den Rat, ich solle meiner Mutter verzeihen und meinen Frieden mit ihr schließen - aber da ist so viel Wut in meinem Bauch!!

LG!

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Re: Grund für meine Angst?

Beitragvon Parasomnia » 15.07.2012, 14:47

Und wie komm ich aus dem Teufelskreis raus?

Indem du von deiner Mutter Abstand nimmst und ihr keinerlei Möglichkeit mehr bietest, auf dir herumzutrampeln. Das wäre eine erste Maßnahme. Du sagst, du kannst das nicht, weil jemand hin und wieder auf dein Kind aufpassen muss. Das finde ich zwar nachvollziehbar, halte es aber für einen vorgeschobenen Grund. Wie du schon selbst sagst - es gibt Babysitter, du könntest Freunde bitten, ein paar Stunden auf dein Kind aufzupassen. Es gibt genügend Möglichkeiten, für eine adäquate Kinderbetreuung zu sorgen. Und wenn deine Mutter so mit dir umgesprungen ist - wie geht sie dann möglicherweise mit deinem Kind um? Das sind so Fragen, die ich mir automatisch bei so einer Frau stellen würde.

Du sagst, du willst nicht wieder an irgendwas Schuld sein. Das verstehe ich.
Aber selbst wenn deine Mutter sich etwas antäte, wäre es nicht deine Schuld. Deine Mutter ist, depressiv hin oder her, erwachsen und für sich selbst verantwortlich. Wenn es ihr so dermaßen schlecht geht, muss sie sich Hilfe suchen und nicht ihr Kind drangsalieren. Wenn sie sich keine Hilfe sucht oder etwas ändert, ist sie für ihren Zustand selbst verantwortlich. Das muss natürlich emotional erstmal ankommen, rational weißt du aber bestimmt, dass du keine Verantwortung für das Leben deiner Mutter trägst.
Es kommt dazu - trotz alledem -, dass sich die Furcht in Widerstand verwandeln wird - trotz alledem.
(Hannes Wader)

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Re: Grund für meine Angst?

Beitragvon silvy1978 » 15.07.2012, 16:34

Danke parasomnia und pippilotta!
Ihr habt beide Recht! Und ich weiß es auch vom Verstand her - nur die Umsetzung ist so ver**** schwer...
Ich kann es einfach so schwer fassen.

Das mit dem sozialen Netzwerk hat jetzt eine Zeit lang super funktioniert. Ich hab mir sogar ein Hobby gesucht und bin wieder Reiten gegangen! :ja:
(Das tut soooo gut!) Eine ganz liebe Bekannte war jetzt knapp 3 Monate arbeitslos und ist gern eingesprungen. Leider (für mich) hat sie jetzt doch einen neuen Job gefunden und kommt wg. Pendelei erst gegen 19.00 heim.
Dann hab ich noch 2 nette Mamis aus dem Kindergarten mit denen wir viel zusammen sind. Die nehmen mir die Kleine auch mal mit heim vom Kiga oder mit zum Turnen. Aber für größere/längere Geschichten ist das nichts.

Es ist hald (eigentlich) was anderes, ob ich meine Mutter mitten in der Nacht anrufen muß - oder jemand "fremdes".
Ich habe solche Probleme, andere um Hilfe zu bitten. Mir ist das immer so peinlich und ich hab dann so ein schlechtes Gefühl, weil ich mich ja jemandem aufdränge...
Aber ich arbeite dran!

LG!
Silvy

P.S: Mir ist schon wieder übel, weil ich mich so ärgere!

powerlady

Re: Grund für meine Angst?

Beitragvon powerlady » 15.07.2012, 18:15

hey, silvy;

ich habe soeben deinen beitrag gelesen, und ich kann dich sehr gut verstehen.
bin zwar nicht alleinerziehend, aber mein mann ist auch kaum da, und so bleibt eben
auch fast alles an mir hängen, und krank werden ,das geht eigentlich gar nicht.
habe auch hier keine mama, schwiegermama usw, aber ich kann dir auch nur raten, dich
von deiner mama zu distanzieren. Wenn du eine gewissen abstand gewonnen hast und dich
emotional abgrenzen kannst, dann ist auch sicherlich wieder eine kontaktaufnahme o.k.
und im fall der ganz schlimmen fälle: wie wäre es dann, wenn du dich ans gesundheitsamt wendest?
bzgl. familienhilfe? erkundige dich doch mal ganz unverbindlich, dann bist du im notfall auf der sicheren
seite. klar, ist es sinnvoll, sich ein netzwerk aufzubauen, was aber auch nicht von jetzt auf gleich möglich ist.
ohne vertrauen geht da ja bekanntlich nichts.
wie gesagt, ich würde mich da an öffentliche stellen wenden.
alles liebe für dich!!
LG

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Re: Grund für meine Angst?

Beitragvon Sase » 15.07.2012, 19:52

Wie lange hast du denn schon Emo und die Angst vor MDG? Es liest sich gerade so, als habest du es erst, seit du selbst Mutter bist *?*

So blöd es sich anhört, rein für die Situation (das ändert aber noch nichts grundlegend an deinen Ängsten, es reduziert sie vielleicht, aber die Ursachens ind nicht bekämpft) bleibt dir nix anderes übrige, als dir ein soziales Netzwerk aufzubauen, damit du dann für den Notfall andere Menschen hast, auf die du zurückgreifen kannst. Egal, ob dir das unangenehm ist, du dic h wie ne Belastung fühlst (das loszuwerden ist sicherlich ein Begleitprozess der damit einhergeht) - es gibt keinen anderen Weg. Du brauchst andere soziale Ressourcen, den von deiner Familie kriegst du halt in so Situationen (traurigerweise) keinen Halt.
Niemand wird kommen, um dir zu helfen - Du musst es selbst tun!

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Re: Grund für meine Angst?

Beitragvon silvy1978 » 15.07.2012, 21:09

Bei uns wird demnächst ein Notfall-Dienst eingerichtet, für den Fall, daß Mutter oder Kind krank werden und Betreuung benötigt wird.
Dort werde ich mich anmelden - auch wenn ich mich überwinden muß....

In Terapie bin ich seit 2002. Ich war auch schon 3 Mal in psychosomat. Kliniken und auf Kur. Anfangs hatte ich eine Agoraphobie die dann schleichend in eine Angst vor MDG überging. (Ich will nicht direkt Emo sagen, da ich vor dem Brechen alleine keine Angst habe) Richtig heftig wurde es in bzw. kurz nach der Schwangerschaft.

Ich weiß, daß ich mich von meiner Mutter distanzieren muß. Ich versuche eh schon, die Kontakte auf ein absolutes Minimum zu reduzieren.
Ich mach ja schon länger Therapie, aber das richtige hab ich wohl noch nicht gefunden... Momentan überlege ich, eine Familienaufstellung zu machen - hab aber noch etwas Angst davor.

Am liebsten würde ich mich mal so richtig "ausko*****", wie man so schön sagt, aber ich trau mich nicht! Und ich glaube, das ist ein großer Teil meiner Angst, daß ich soviel Wut/Angst/Ärger/Hilflosigkeit/Verzweiflung in meinem Bauch habe, daß mir davon übel wird und ich Angst habe, daß sich das alles mal entlädt....

LG,
Silvy

kimsi20

Re: Grund für meine Angst?

Beitragvon kimsi20 » 15.07.2012, 21:27

Hallo Sylvie 1978:


Die Situation, in der du dich befindest klingt wirklich sehr belastend. Leider ist Rückhalt durch die Familie nicht so
selbstverständlich wie man meinen würde..

Du solltest Dir in jedem Fall ein soziales Netzwerk aufbauen, da gebe ich den Anderen hier recht! Es müssen ja keine
ganz engen Bande sein! Dein Kind hat doch bestimmt Freunde und die haben auch Mütter/Eltern, könntest du dir da
nicht Unterstützung suchen? Galub mir, du machst dir viel zu viele Gedanken, wie die Anderen darüber denken würden!
Ich war mit meiner Schwester öfter mal bei ne Freundin meiner Mutter, wenn zu Hause jemand krank war. Das ist ganz
natürlich!

Was deine Mutter betrifft: Da würde ich ganz klar mal das Gespräch suchen! Du hast Angst, dass der Kontakt mit deiner Mum
dann total abbricht. Wie kommst du darauf? Bei einem klärenden Gespräch kann man sich mal seinen ganzen Frust von der Seele
reden und wenn man das in einem vernünftigen Ton macht, wird deine Mama dannach doch nicht den Kontakt abrrechen! Wenn du
aber weiter alles runterschluckst, wirst du entweder irgendwann platzen (und dann wächst vermutlich lange kein Gras mehr), oder du wirst dich so weit distanzieren, dass der Kontakt kaum noch
besteht. Das käme dann einem Bruch gleich!

Du bist erwachsen, du hast ein Kind um das du dich liebevoll kümmerst, du beweist Verantwortung! Nun bist du aber auch alt genug um
zu deiner Meinung und deinen Gefühlen zu stehen! Also raus damit, gib deiner Mum mal die Chance darüber nachzudenken, wie sie sich
ihrem Kind gegenüber verhält!

Alles Gute :ja:

silvy1978
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Re: Grund für meine Angst?

Beitragvon silvy1978 » 17.07.2012, 19:14

@kimsie:

Die Kindergarteneltern, mit denen wir viel zusammen sind, sind auch alleinerziehend oder habe selbst mehrere Kids. Wie gesagt, mal für ein paar Stunden ist das o.k.
Was bei mir auch mitspielt ist dann schon wieder die Angst, daß die von mir auch erwarten könnten, daß ich ihre Kinder nehme. Ist auch soweit kein Thema, aber wenn ich mir vorstelle, die Freundin meiner Tochter steht bei uns vor der Tür und fragt, ob sie zu uns kann, weil ihre Mama so viel spucken muss... :shock: Ich möchte das niemandem antun, das wäre mir selbst sooo peinlich!!! (Und wahrscheinlich bin ich egoistisch - oder total Emo...)

Mit meiner Mutter kann ich nicht reden! Sie fühlt sich bei der kleinsten Kritik (auch in Zucker verpackt und mit viel Sahne oben drauf...)sofort angegriffen. Ich habe es in der Vergangenheit verucht, weil ich kurz vor dem Platzen war, und das Ende vom Lied war, daß sie mich als undankbares Stück beschimpft hat und wir 6 Monate keinerlei Kontakt hatten.... (Ehrlich gesagt ging es mir einerseits auch gut damit, andererseits hat es mir sehr weh getan...)
Ich weiß nicht, was ich von ihr erwarte...
Doch, ich weiß es! Ich möchte einmal an 1. Stelle bei ihr stehen!! Und bei jeder Situation, in der ich zu spüren bekomme, was ich ihr (nicht) wert bin, reißt es diese Wunde weiter auf. (Daß es auch anders geht bzw. daß sie auch anders kann, bekomme ich immer wieder mit, wenn ich sehe, wie sie mit meinen Stief-Geschwistern umgeht...)

Puh, wenn ich mir meinen Text so durchlese, merke ich, wie verbittert ich bin...das ist ja furchtbar!
Ich will das garnicht! Ich würde das so gerne an mir abprallen lassen...
Da fühle ich mich wieder wie das kleine Mädel, daß ich eigentlich schon lange nichtmehr bin...

@pippilotta:

Ja, kann sein, daß ich darauf hoffe...
Wahrscheinlich würde ich solange mit dem Kopf gegen die Wand rennen, bis ich nichtmehr kann. Aber WIE soll ich meine Bedürfnisse trennen? Ich befürchte ganz arg, daß ich ganz schön tief in dem problem drinn hänge.

Ich weiß, daß ich erwachsen bin, daß ich mich nicht von meiner Mutter abhängig machen darf, aber ich weiß nicht, wie ich da raus kommen soll!?

Ich suche immer wieder Hilfe bei meiner Mutter, weil ich es nicht glauben kann, daß sie nicht für mich da ist. Und jedesmal bin ich wieder bis ins Mark enttäuscht und es zieht mich immer weiter runter...

Ich will das nichtmehr!!!

Ihr habt echt Recht, ich muß es schaffen, mich loszumachen - ich bin schließlich erwachsen!
Wenn es nur ein bissl einfacher wäre...

Dank euch!
Liebe Grüße,
Silvy

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Re: Grund für meine Angst?

Beitragvon silvy1978 » 18.07.2012, 13:40

Dann jammert sie mich voll und sucht Rat. Ansonsten hat sie meinen Stiefvater und meine Großeltern (89 und 80 Jahre alt), die ihr alles abnehmen.
Meine Mutter ist eigentlich kerngesund. Und die besten Freunde meiner Eltern sind beides Ärzte, die kommen auch mal, wenn was wäre.

LG!

silvy1978
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Re: Grund für meine Angst?

Beitragvon silvy1978 » 18.07.2012, 19:47

Ja pipilotta, irgendwie hast du schon Recht. Sie ist überfordert. ABER nur, bei Dingen, die mich betreffen!
Wenn meine Geschwister schreien, ist sie IMMER da. Das ist mitunter auch ein Grund, warum ich mich so ärgere...
ICH bin immer schon der "Depp" und meine Stief-Geschwister sind "Prinz und Prinzessin".
Wenn meine Mutter also immer so reagieren würde, wäre es hald so, daß ich einfach nicht auf sie zählen kann. Wenn sie es aber nur ausgerechnet bei MIR nicht kann/will/tut, hab ich damit ein riesen Problem... :(

Ach man, ist das alles blöd.

P.S: ich habe auch als Kind nur dann Aufmerksamkeit bekommen, wenn ich richtig heftig krank war und man es nichtmehr ignorieren konnte...
(Ich habe mich sogar ein paar mal ins Krankenhaus einweisen lassen - als KIND!! - weil es mir dann endlich mal gut ging. Schon ganz schön gaga...)

LG!


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