Deuten diese Anzeichen wirklich auf eine Emetophobie ?

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daniii

Deuten diese Anzeichen wirklich auf eine Emetophobie ?

Beitragvon daniii » 27.06.2012, 19:13

Hallo,
ich bin 15 Jahre alt und weiblich, hab auch schon im Vorstellungsthread mich vorgestellt. :D
Ich glaube das ist grad ne blöde Frage, aber ich will wissen ob ich wirklich an einer Emetophobie leide...
Ich fange mal an:
-Also natürlich hab ich tierische Angst mich zu übergeben oder irgendwann in meinem Leben Magen-Darm zu bekommen und ehrlich gesagt hatte ich noch nie in meinem Leben eine Magen-Darm- Grippe !
- Wenn jemanden in meinem Umfeld schlecht wird bin ich schon nervös und bekomme Schweißausbrüche und wenn es dazu kommen soll, dass sich jemand übergibt, dann fange ich schon an zu heulen und mir wird selber schlecht.
- Seit dem ich ausversehen ein verschimmeltes Toastbrot gegessen hab und mir in der Schule hundeübel war, aber mich trotzdem nicht übergeben hab (hab irgendwie das Gefühl , dass ich das nicht kann, weil ich nur einmal in meinem Leben gekotzt hab :D), hab ich noch mehr Angst bekommen. Ich war noch nie ein großer "Freund" vom Erbrechen gewesen !
- Ich hab jetzt auch eine Essstörung entwickelt, weil ich mir bestimmt einrede keinen Hunger zu haben und ich dann nix essen will, aus Angst mich zu übergeben.
- Mir wird vor der Schule auch immer schlecht und will am liebsten nix essen aus Angst, dass ich mich übergeben kann.
- Die Übelkeit ist irgendwie im Hals und nicht im Magen, so eine Art Würgereiz...
- Wir sind mal mit der Klasse mit dem Reisebus zu einem Musical gefahren und da hatte ein Junge Magen- Darm, was ich aber nach dem Musical erfahren hab (hätte ichs davor gewusst, würde ich mit Panikattacken und Heulkrämpfen mitfahren oder gar nicht mit fahren) und nach dem Musical wurde auch einem Jungen schlecht und dann wurden es immer mehr und zu aller letzt hat sich auch einer draußen übergeben und ich war kurz davor mich mit allen Mitteln zu wehren nicht in diesen "Kotzbus" zu steigen, hab auch geheult und während der Busfahrt saß ich zusammengekauert auf mein Sitz, hatte Panikattacken, Schweißausbrüche, Zitteranfälle und mir war dann vor Angst selber schlecht und hab ich mich reingesteigert mich auch angesteckt zu haben, hab mich aber wieder mal nicht angsteckt und dafür bin ich dankbar ! ^^
- Wenn jemand auf dem Boden gekotzt hat, mache ich trotzdem wochenlang einen großen Bogen herum
- Und zu guter letzt, ich würde mich niemals freiwillig übergeben, wenn mir schlecht wird krieg ich Panik und ich beschäftige mich jeden Tag, dass ich mich irgendwie übergeben kann und ich vermeide es Achterbahnen oder so zu fahren

Deutet das auf eine Emetophobie ? Ich suche mir sowieso demnächst einen Psychlogen weil ich auch unter Hypchondrie leide, aber ich will mir auch 100 %zig sicher sein, ob ich an Emo leide. Irgendwie hab ich das Gefühl, dass das ne dumme Frage ist, aber ich will lieber nochmal Fragen und mir sicher sein. :D

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Parasomnia
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Re: Deuten diese Anzeichen wirklich auf eine Emetophobie ?

Beitragvon Parasomnia » 27.06.2012, 19:27

es klingt nach einer emetophobie, ja. aber wir sind hier alle keine therapeuten. wieso brauchst du eine hundertprozentige sicherheit, um dem therapeuten zu sagen, was dein problem ist? das kannst du ja auch durchaus so beschreiben, ohne sicherheit.
Es kommt dazu - trotz alledem -, dass sich die Furcht in Widerstand verwandeln wird - trotz alledem.
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Re: Deuten diese Anzeichen wirklich auf eine Emetophobie ?

Beitragvon mystery » 27.06.2012, 19:34

Eine Diagnose darf nur ein Arzt stellen :ja:
Aber diese Anzeichen (wie du das Thema nanntest) deuten für mich auf Emetophobie hin. Du beschreibst eine Einschränkung im Alltag, sagst du hast Panikattacken, beschätigst dich täglich mit dem Thema,legst ein Vermeidungsverhalten an den Tag (Essensgewohnheiten), leidest häufig unter Übelkeit und auch dieses Übelkeitsgefühl im Hals kenne ich.

Ich finds gut, dass du dir therapeutische Unterstützung suchst und ich hoffe auch, dass du dich in diesem Forum austauschen kannst und dir das hilft an der Emo zu arbeiten.

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Re: Deuten diese Anzeichen wirklich auf eine Emetophobie ?

Beitragvon mina » 27.06.2012, 20:28

Ich finde auch, dass sich das sehr nach Emetophobie anhört. Selbst, wenn Du irgendwelche Diagnosekriterien nicht erfüllen solltest, ist es doch offensichtlich, dass Du sehr unter der Angst vorm Erbrechen leidest und dich deswegen massiv einschränkst, und meiner Meinung nach rechtfertigt allein das, dass Du dir Hilfe suchst. Ich halte es für eine sehr gute Idee, die Liste, die Du oben gepostet hast, so deinem Therapeuten zu zeigen.

Übrigens kommt mir das mit der Übelkeit, die eher im Hals sitzt, als vom Magen zu kommen, sehr bekannt vor. Ich habe oft das Gefühl, ich müsste aufstoßen, kann aber nicht (rülpsen konnte ich noch nie). Ich fange dann oft an, zu hyperventilieren. Da helfen dann nur noch Atemübungen; immer weiter gleichmäßig atmen, komme, was wolle. Ich glaube, diese Übelkeit im Hals ist einfach eine Wirkung der Angst; wenn einem die Angst quasi den Hals zuschnürt.

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Re: Deuten diese Anzeichen wirklich auf eine Emetophobie ?

Beitragvon tanyamoustache » 27.06.2012, 20:44

Hallo daniii,

ich frage mich wie Parasomnia auch, warum du denn unbedingt wissen musst, dass du ganz sicher "Emetophobie" hast, um deinem Therapeuten dein Problem schildern zu können. Klar, was du da beschreibst, hört sich sehr stark nach Emetophobie an, aber letztendlich ist das eben auch nur ein Begriff, der viele Dinge in sich enthält und - wie alle Begriffe eben - immer auch ein bisschen schwammig bleibt. Nicht alle Emetophobiker sind gleich, die Angst tritt in in unterschiedlichen Situationen ein, hat nicht bei allen den gleichen Auslöser, zeigt sich eben in ganz unterschiedlichen Formen.

Auf mich macht es ein wenig den Eindruck, als du dieses Label "Emetophobie" unbedingt brauchst, damit dein Therapeut weiß was Sache ist und so den richtigen Heilungsweg für dich bestimmen kann. Das funktioniert leider bei psychischen Erkrankungen nicht so wie bei körperlichen, da du nicht einfach von einer Krankheit befallen wurdest, wie wenn du jetzt z.B. eine Erkältung durch Bakterien bekommst, sondern die "Krankheit" Emetophobie ja etwas ganz persönliches ist, die sich bei dir durch bestimmte Umstände entwickeln könnte, quasi zu deiner Charakterentwicklung gehört. Deswegen finde ich es auch immer ein bisschen schwer von psychischen Krankheiten zu sprechen (wenn sie nicht ganz klar neurologisch bedingt sind), weil ich z.B. bei mir die Grenze zwischen mir, wie ich mich als Person wahrnehme, und der "psychischen Krankheit" nicht ziehen könnte. Klar kann man sagen: ich leide unter Emetophobie, aber das ist nichts, was ich von außen bekomme habe, sondern es ist ein Teil von mir, deswegen ziehe ich da vor: Die Emetophobie gehört zu mir, ich bin Emetophobikerin (und davon abgesehen noch ganz viel anderes!).

Ich glaube, um mit den eigenen Ängsten besser umgehen zu können, ist es wichtig, zu erkennen, dass sie aus einem selbst stammen, und dann ist es auch egal, ob man die Sache nun "Emetophobie", "Kotz-Angst" oder wie auch immer nennt. Lange Rede, kurzer Sinn: Wenn du diese ganzen von dir beschriebenen Probleme hast, dann schildere sie genau so denem Therapeuten, der wird damit auf jeden Fall etwas anzufangen wissen, sofern er denn kompetent ist. Es ihm nicht zu sagen, nur weil du daran zweifelst, dass du nun wirklich irgendeine Krankheit hast, macht nicht viel Sinn, denn du leidest ja darunter, egal wie es nun heißt! Ich wünsche dir viel Erfolg bei deiner Therapie und hoffe, du hältst uns über deine Fortschritte auf dem Laufenden! :ja:

daniii

Re: Deuten diese Anzeichen wirklich auf eine Emetophobie ?

Beitragvon daniii » 28.06.2012, 19:49

Danke erstmal für die Antworten :)
Da ich noch nie beim Psychologen war und ich mich nicht damit auskenne hab ich mal ne Frage: Dauert das wirklich monatelang bis man endlich Platz beim Psychologen bekommt ? Ich habe in 2 Wochen ein Termin beim Kinderarzt um ihm meine Probleme zu schildern und dass er mich halt überweist. Hab ein bisschen Angst ihm das alles zu erzählen. :D Aber da muss man durch ! Ich will auf jeden Fall all meine Ängste und Probleme bekämpfen, vor allem da ich das Gefühl hab davon depressiv zu werden, halt Antriebslosigkeit, Freudlos, Traurig, muss immer weinen und so weiter...
Ehrlich gesagt hasse ich mich auch dafür, weil ich mir meine Klassenfahrt damit versaut hab, weil ich die letzten Tage fast nix gegessen hab, aus Angst mich zu übergeben und bin natürlich zu Hause am Tag der Abfahrt umgekippt und hatte eine Unterzuckerung, was ich schonmal hatte. Und da ging es mir wirklich echt sch****, ich fühlte mich so schlapp und musste natürlich dann zu Hause bleiben. Ich war auch schon beim Arzt, und mir wurde dann halt Blut abgenommen und ein Kreislauftest gemacht und wenn ich nix habe, dann weiß ich woher diese ganzen Sachen kommen und dafür hasse ich mich dann, weil ich es wieder mal nicht geschafft hab mich unter Kontrolle zu haben. Ich wollte mich so gerne zusammenreißen und nicht ans Übergben, an schlimme Krankheiten denken und das mir am Tag der Abfahrt schlecht wird und ich kotzen muss und dadurch hab ich dann die Tage vorher automatisch keinen Hunger mehr gehabt. Ohhh ey !!!
Ich hoffe so sehr, dass ich schon vor August mit einer Therapie anfangen kann und ich mir auch nicht den ganzen Urlaub versauen werde, wegen meinen Panikattacken ! :x
Ich bin auch froh, dass ich dieses Forum gefunden hab und ich nicht die einzige mit diesem Problem bin, weil ich davor dachte, ich wäre die einzige, die Angst vor dem Übergeben oder der Übelkeit hat. :?

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Re: Deuten diese Anzeichen wirklich auf eine Emetophobie ?

Beitragvon tanyamoustache » 28.06.2012, 21:03

Ich hab in meiner Kindheit zwei Therapien gemacht, kann mich da aber gar nicht mehr so genau an die Wartezeit erinnern.. ich schätze aber, man kann durchaus mit ein paar Wochen rechnen.

...und dafür hasse ich mich dann, weil ich es wieder mal nicht geschafft hab mich unter Kontrolle zu haben.


Diesen Satz fand ich interessant beim Lesen, weil es sich ja eigentlich genau umgekehrt verhält, oder? Du hattest schon im Vornherein Angst, die Kontrolle zu verlieren und dich zu übergeben, weshalb du nichts gegessen und quasi versucht hast, das Unkontrollierbare doch irgendwie zu kontrollieren. Und als das dann zu einem negativen Ergebnis geführt hat, hast du es ebenfalls wieder als Kontrollverlust empfunden, weil sich dein Körper einfach nicht so verhalten hat, wie du es von ihm wolltest. Hab ich das richtig verstanden?
In jeden Fall verrät der Satz aber, wie wichtig dir Kontrolle auf einer grundlegenden Ebene ist und wie sehr du es dir zum Vorwurf machst, dass du sie nicht immer behalten kannst.

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Re: Deuten diese Anzeichen wirklich auf eine Emetophobie ?

Beitragvon mainzerin » 28.06.2012, 21:06

also, auf alle fälle solltest du zu arzt gehen, aber schau auch mal hier:

http://www.expertenrat.info/angst-zu-er ... -test.html

daniii

Re: Deuten diese Anzeichen wirklich auf eine Emetophobie ?

Beitragvon daniii » 30.06.2012, 16:52

tanyamoustache hat geschrieben:Ich hab in meiner Kindheit zwei Therapien gemacht, kann mich da aber gar nicht mehr so genau an die Wartezeit erinnern.. ich schätze aber, man kann durchaus mit ein paar Wochen rechnen.

...und dafür hasse ich mich dann, weil ich es wieder mal nicht geschafft hab mich unter Kontrolle zu haben.


Diesen Satz fand ich interessant beim Lesen, weil es sich ja eigentlich genau umgekehrt verhält, oder? Du hattest schon im Vornherein Angst, die Kontrolle zu verlieren und dich zu übergeben, weshalb du nichts gegessen und quasi versucht hast, das Unkontrollierbare doch irgendwie zu kontrollieren. Und als das dann zu einem negativen Ergebnis geführt hat, hast du es ebenfalls wieder als Kontrollverlust empfunden, weil sich dein Körper einfach nicht so verhalten hat, wie du es von ihm wolltest. Hab ich das richtig verstanden?
In jeden Fall verrät der Satz aber, wie wichtig dir Kontrolle auf einer grundlegenden Ebene ist und wie sehr du es dir zum Vorwurf machst, dass du sie nicht immer behalten kannst.


Genau so ist es. ;) Ich hab mir auch eingebildet, dass ich mich irgendwo angesteckt hab, weil letzten Samstag eine Meisterschaft war und ein Mädchen krank und sich übergeben hat und ich hab auch mit ihr geredet, saß im selben Auto wie sie und hab sie umarmt und so weiter und da wurde mir auch schlecht, glaube auch dass es daran lag, dass ich eben nicht so viel gegessen hab und durch die Reinsteigerung ist es noch schlimmer geworden, so dass ich kaum was gegessen hab und ich Angst hab, dass ich mich übergeben muss, wenn ich was esse und dass es mir noch schlechter geht, aber genau das ist doch falsch ! Deswegen hasse ich mich auch, warum ich ständig dran denken musste und ich dann nix gegessen hab...Hätte ich anständig gegessen und nicht dran gedacht, würde das niemals passieren und mir würde es dann gut gehen, aber nein die Emetophobie und Hypochondrie haben wieder mal gesiegt.

daniii

Re: Deuten diese Anzeichen wirklich auf eine Emetophobie ?

Beitragvon daniii » 30.06.2012, 16:55

Und danke für den Test :D Das meiste trifft zu und da muss ichs eben dem Arzt sagen, obwohl ich ein bisschen Angst hab, keine ahnung wieso :s

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Re: Deuten diese Anzeichen wirklich auf eine Emetophobie ?

Beitragvon tanyamoustache » 01.07.2012, 12:19

Ich wünsche dir auf jeden Fall viel Glück bei denem Arzttermin!

Deswegen hasse ich mich auch, warum ich ständig dran denken musste und ich dann nix gegessen hab...Hätte ich anständig gegessen und nicht dran gedacht, würde das niemals passieren und mir würde es dann gut gehen, aber nein die Emetophobie und Hypochondrie haben wieder mal gesiegt.


Hierzu noch einmal kurz: Deine Wortwahl ist hier ja schon recht heftig. Ich weiß nicht, ob dir das hilft, aber mir hat es sehr viel gebracht, die Emetophobie als einen Teil von mir anzuerkennen. Die ganze Zeit gegen irgendwas anzukämpfen und sich selbst Vorwürfe zu machen, hat mir zwar dabei geholfen, die Emetophobie in guten Zeiten recht erfolgreich zu verdrängen, aber natürlich schwelte sie immer im Hintergrund, weil diese ganzen Gefühle wie Selbsthass, geringes Selbstwertgefühl etc. natürlich immer noch da waren und quasi durch das Vorhandensein der Emetophobie auch ständig gespeist wurden. Erst seitdem ich für mich erkannt habe, dass es Ursachen für die Emetophobie gibt, die in mir selbst liegen und gar nichts mit dem Kotzen zu tun haben, habe ich aufgehört, ständig gegen sie zu kämpfen, sondern sie im Gegenteil als eine Chance zu begreifen, die mir zeigen kann, an welchen Dingen ich arbeiten muss, damit es mir vielleicht irgendwann besser geht. Der Schlüssel zur Überwindung der Phobie liegt somit also irgendwie in der Phobie selbst und damit direkt vor dir (was ein sehr schönes Gefühl ist, wie ich finde) und sie als Helferin zu begreifen, anstatt gegen sie anzurennen, hat - mir zumindest - enorm viel gebracht.

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Re: Deuten diese Anzeichen wirklich auf eine Emetophobie ?

Beitragvon Ohlone » 02.07.2012, 12:41

@ Tanya :bindafür:

sari

Re: Deuten diese Anzeichen wirklich auf eine Emetophobie ?

Beitragvon sari » 02.07.2012, 13:09

tanyamoustache hat geschrieben:I

Hierzu noch einmal kurz: Deine Wortwahl ist hier ja schon recht heftig. Ich weiß nicht, ob dir das hilft, aber mir hat es sehr viel gebracht, die Emetophobie als einen Teil von mir anzuerkennen. Die ganze Zeit gegen irgendwas anzukämpfen und sich selbst Vorwürfe zu machen, hat mir zwar dabei geholfen, die Emetophobie in guten Zeiten recht erfolgreich zu verdrängen, aber natürlich schwelte sie immer im Hintergrund, weil diese ganzen Gefühle wie Selbsthass, geringes Selbstwertgefühl etc. natürlich immer noch da waren und quasi durch das Vorhandensein der Emetophobie auch ständig gespeist wurden. Erst seitdem ich für mich erkannt habe, dass es Ursachen für die Emetophobie gibt, die in mir selbst liegen und gar nichts mit dem Kotzen zu tun haben, habe ich aufgehört, ständig gegen sie zu kämpfen, sondern sie im Gegenteil als eine Chance zu begreifen, die mir zeigen kann, an welchen Dingen ich arbeiten muss, damit es mir vielleicht irgendwann besser geht. Der Schlüssel zur Überwindung der Phobie liegt somit also irgendwie in der Phobie selbst und damit direkt vor dir (was ein sehr schönes Gefühl ist, wie ich finde) und sie als Helferin zu begreifen, anstatt gegen sie anzurennen, hat - mir zumindest - enorm viel gebracht.


Das hast du schön geschrieben!

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Re: Deuten diese Anzeichen wirklich auf eine Emetophobie ?

Beitragvon tanyamoustache » 04.07.2012, 21:06

Danke! Das sind alles Erkenntnisse, zu denen ich ohne das Forum hier wahrscheinlich nie gekommen wäre, und deshalb bin ich sehr froh, dass ich irgendwann dann doch über meinen Schatten gesprungen bin und angefangen habe mitzulesen. :D Allerdings ist es schwer, dieses neue Wissen dann auch wirklich im Alltag umzusetzen und nicht ständig in alte Verhaltensmuster zurückzufallen. Aber was will man auch erwarten, wenn man sich diese ja über Jahre, Jahrzehnte hinweg antrainiert hat... :roll: Ich bin in dieser Hinsicht etwas ungeduldig und denke, nur weil ich erkannt habe, dass da ja noch viel mehr ist und alles irgendwie zusammenhängt, müsste sich von heute auf morgen schlagartig etwas ändern.

daniii

Re: Deuten diese Anzeichen wirklich auf eine Emetophobie ?

Beitragvon daniii » 28.07.2012, 12:36

Hallo, ich bins nochmal, ich hab mich schon lange nicht mehr gemeldet, weil ich viele Probleme hatte und ich noch nicht dazu kam hier wieder zu schreiben...
Also ich war jetzt vor 3 Wochen beim Arzt und hab ihm meine Ängste erzählt, weil ich sicherlich an Hypchondrie und Emetophobie leide, aber er hat mich nicht zum Psychlogen überwiesen und meinte das wäre normal und es liegt an der Pubertät, weil ich mich mehr für meinen Körper interessiere. oO Aber irgendwie find ich nicht, dass es was mit der Pubertät zu tun hat, weil ich ja wirklich panische Angst vorm Erbrechen und schlimmen Krankheiten hab, so dass ich wegen jeder Kleinigkeit, wie z.B Kopfschmerzen Dr. Google frage ob ich einen Hirntumor hab und ich mich jeden Tag nach irgendwelchen Beulen abtaste, ob ich doch nicht irgendwo einen Tumor hab.
Meine Mutter nimmt mich jetzt natürlich auch nicht mehr ernst und sagt ich soll damit aufhören, ich bin kerngesund und es ist normal, was die Emo und Hypochondrie angeht.
Ich fühle mich einfach nicht ernst genommen und ich weiß auch nicht was ich machen soll... Soll ich einfach heimlich zum Psychologen gehen ?
Der Arzt meinte, ich hätte keine psychische Probleme, nur weil ich mich nicht in der Schule verschlechtert hab und auch keine Freunde verloren hab...


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