Ich kann nicht mehr..

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hoffnungslos
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Ich kann nicht mehr..

Beitragvon hoffnungslos » 15.06.2012, 19:12

Ich weiß echt nicht, wo ich anfangen soll, ich habe im Moment so viele Probleme..
Diese ständige Angst macht mich echt fertig. Ich habe immer und überall Angst, dass sich gleich jemand übergeben könnte, ich kann an nichts anderes mehr denken. Ich grenze mich immer mehr von meinen Freunden ab, in der Schule kann ich mich nicht mehr richtig konzentrieren, und zu Hause habe ich sowieso die größte Angst, dass jemand aus meiner Familie krank werden könnte und ich mich dann anstecke, weil wir ja in einem Haus wohnen. Manchmal wünsche ich mir, dass ich einfach sterben könnte, dann hätte ich keine Probleme mehr, Jeder Tag ist eine Qual. Was soll ich machen? Mit meinen Eltern kann man nicht reden. Ich hab versucht, ihnen von meiner Angst zu erzählen, aber das interessiert sie nicht, sie werden nur sauer, wenn ich mit dem Thema komme. Hat jemand gute Erfahrungen mit Therapien gemacht? Kann ich mit 15 alleine zu einem Therapeuten, und wie viel würde das kosten? Ich glaube nicht, dass ich das alleine hinbekomme und ich weiß echt nicht mehr weiter, ich möchte einfach nur sterben um keine Angst mehr haben zu müssen. Bitte helft mir :'(

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Parasomnia
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Re: Ich kann nicht mehr..

Beitragvon Parasomnia » 15.06.2012, 19:20

Oje, hoffnungslos, das klingt ja wirklich sehr verzweifelt. Tut mir leid, dass es dir im Augenblick so schlecht geht.

Hat jemand gute Erfahrungen mit Therapien gemacht?

Therapie kann auf jeden Fall helfen! Was sagen denn deine Eltern, wenn du sie darauf ansprichst? Was ist ihr Argument? Sind sie dagegen, dass du dir Hilfe suchst oder vertrauen sie keinen Therapeuten oder glauben sie einfach nicht, dass du ein Problem hast?

Kann ich mit 15 alleine zu einem Therapeuten, und wie viel würde das kosten?

Allein zu einem Therapeuten kannst du vermutlich nicht. Denn eine Therapie wird von der Krankenkasse bezahlt und du bist ja vermutlich noch über deine Eltern versichert, d.h. du könntest keine Therapie machen, ohne, dass sie davon Wind bekommen. Aber zu einer Beratungsstelle könntest du gehen, vielleicht können die dir auch mit deinen Eltern weiterhelfen.

Woher kommst du denn?
Es kommt dazu - trotz alledem -, dass sich die Furcht in Widerstand verwandeln wird - trotz alledem.
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Re: Ich kann nicht mehr..

Beitragvon Sase » 15.06.2012, 19:26

Es lohnt sich weiterzuleben, es gibt sie, die Wege aus der Angst. Aber das wird dir so als pauschale Aussage in der aktuellen Situation auch erst mal nicht helfen, nehm ich an. Was gibt es den in deinem Leben außer Angst? Du sagst, du ziehst dich zurück... Gehst du noch zur Schule ? Was machst du in deiner Freizeit? Wie ist das Verhältnis zu deinen Eltern, wenn es nicht um die Angst geht?
Niemand wird kommen, um dir zu helfen - Du musst es selbst tun!

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Re: Ich kann nicht mehr..

Beitragvon expanse » 15.06.2012, 19:54

Zu deinen Eltern, vielleicht kannst du sie mal bitten, diesen Text zu lesen, dass ist der Leitfaden für Angehörige eines Emos.
http://www.google.de/search?q=emetophob ... =firefox-a

Davon das 2. Suchergebnis. Konnte keinen direkten Link eingeben, das es ein PDF Dokument ist.

Viel Erfolg!
Liebe Grüße aus dem schönen Unterfranken :)

entschuldigt eine Tippfehler :/ ich bin manchmal so schnell im schreiben, dass das leider oft passiert :/ ^^

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Re: Ich kann nicht mehr..

Beitragvon blondie1982 » 16.06.2012, 10:56

Hallo Hoffnungslos,

ich weiß wie es dir geht, als ich das ganze mit 15 hatte ging es mir ganz genau so, meine Tagebücher hörten sich genau so an wie das was du schreibst. Darf ich fragen seit wann du das hast?

Ich bin mit 16 dann zu einer Therapeutin gegangen. Meine Eltern wussten davon nichts. An sich übernimmt es die Kasse sofern der Therapeut zugelassen ist. Die meisten sind es auch.

Ich verstehe deine Verzweiflung. Ich wusste damals mit 15 nicht mal das ich eine Angsterkrankung hatte nur das ich ständig Angst hatte und mein Leben so sehr eingeschränkt war. Ich konnte nicht mal mehr zur Schule oder einkaufen Abmahnungen weil die dachten, dass ich keine Lust hätte und meine Ausbildung nicht ernst nahm. Ich habe mich durch die Jahre geschleppt. Irgendwann kam ich zu einem guten Therapeuten, habe vorher auch Tagesklinik gemacht, die mich viel weiter gebracht hat. Heute kann ich mit der Emo leben, sie ist immer noch da, aber ich gebe ihr nicht mehr so viel Raum in meinem Leben.

Ich habe auch nie mit meinen Eltern wirklich drüber sprechen können, sie waren auch mal verzweifelt und mal sauer, weil ich ständig "krank" war.

Du solltest wirklich dringend nach einem Therapeuten suchen und anfangen das ganze aufzuarbeiten, woher es kommt und warum du so Angst hast, was dahinter steht. Meist ist die Angst vor dem Erbrechen ein Deckmantel und es steht was anderes hinter, wie Verlustangst, Angst vorm Loslassen oder Angst zu versagen. Hast du dir da schon mal Gedanken gemacht?

Wichtig ist, dass du das Leben, trotz der Angst als lebenswert sehen musst, du bist jung, dir steht noch so viel Schönes bevor und diese Angsterkrankung ist ein Teil in deinem Leben der bewältigt werden will und muss. Fang also damit an!!
Das Schicksal ereilt einen oft gerade auf den Wegen, die man eingeschlagen hat, um ihm zu entgehen.
Jean de la Fontaine

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Re: Ich kann nicht mehr..

Beitragvon aniiram » 20.06.2012, 21:15

Hallo!
Oje du arme! Als es mir ziemlich schlecht ging, hatte ich ähnliche Gedanken. "Wäre ich bloß nicht mehr da, dann müsste ich das nicht mehr ertragen."

hoffnungslos hat geschrieben: Manchmal wünsche ich mir, dass ich einfach sterben könnte, dann hätte ich keine Probleme mehr, Jeder Tag ist eine Qual.

Als es mir monatelang nicht wirklich gut ging - jetzt gehts mir manchmal auch zwischendurch nicht gut - dachte ich auch so. Aber es lohnt sich trotzdem, weiter zu leben. wenn ich mich damals aufgegeben hätte, hätte ich viele tolle Sachen nicht mehr erlebt. Sei es, mit Freundinnen unterwegs sein, schöne Dinge mit meinem Freund machen. Sogar vor Leuten essen und es genießen. Schöne Sonnenuntergänge. Und noch vieles mehr. Es sind so die kleinen Dinge, die ich mittlerweile zu schätzen weiß. Aber wenn es einem grad akut oder längerfristig schlecht geht, dann ist's klar, dass man da einfach raus will oder weg will. Aber es lohnt sich zu kämpfen!

hoffnungslos hat geschrieben:Mit meinen Eltern kann man nicht reden. Ich hab versucht, ihnen von meiner Angst zu erzählen, aber das interessiert sie nicht, sie werden nur sauer, wenn ich mit dem Thema komme.

Was sagen sie denn drauf? Und warum? Hast du sie schon mal gefragt, warum sie so reagieren? Sind sie sonst okay zu dir und unterstützen sie dich? Oder verstehen sie einfach die Angststörung nicht?

hoffnungslos hat geschrieben:Hat jemand gute Erfahrungen mit Therapien gemacht?

Ja ich hab tolle Erfahrungen mit meiner Therapeutin gemacht. Sie ist wirklich total super und ich mache große Fortschritte. Ich kann nur zu einer Therapie raten. Bei mir ist's so, dass die Krankenkasse fast alles übernimmt, aber 10 oder 20% davon gezahlt werden müssen. Da ich auch noch mit meinen Eltern mitversichert bin, zahlen das sie. Daher müssen die Eltern auch damit einverstanden sein. Aber kommt auf die Krankenkasse an. Außerdem bin ich aus Österreich, vielleicht ist's in Deutschland ein bisschen anders.

Also gib dich nicht auf. Das Kämpfen lohnt sich. Denk daran, dass dir die Krankheit etwas sagen möchte. Und genau das kannst du mithilfe von der Therapie herausbekommen. Mit 16 hab ich meine Eltern auch überreden müssen, ne Therapie zu machen. Anfangs waren sie skeptisch, aber dann hats geklappt!
"Die Definition von Wahnsinn ist, immer wieder das Gleiche zu tun und andere Ergebnisse zu erwarten." - Albert Einstein.


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