Mein Alltag mit Höhen & Tiefen ..

Zwischenmenschliches, Schwierigkeiten durch Schule oder Arbeit, eigene Macken und die Suche nach Gemeinsamkeiten, lustige Situationen oder auch mal unangenehme... - das alles ist genau hier richtig!

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Selina

Mein Alltag mit Höhen & Tiefen ..

Beitragvon Selina » 03.06.2012, 14:56

Hii (:
Heute ist mal wieder ein Tag an dem ich alles doof finde und mir einfach nur noch wünsche, das die Angst weg ist !
Mir ist jeden tag durchgehend schlecht, mal weniger mal mehr aber ganz weg ist es so gut wie nie !
Kennt ihr das Globussyndrom ? Das ist dieser Kloß im Hals, der einen denken lässt man würde keine Luft mehr bekommen und es würde gleich hochkommen (tut mir leid ...) und der geht einfach nicht weg und ist schon den ganzen Tag und versaut einem jede Sitation . Und ich finde eines der schlimmsten Dinge an der ganzen Sache ist, das man sich ja nicht ablenken soll, weil es ja sonst schlimmer zurück kommt und nur noch denkt: "Was ist wenn es hochkommt, ich will nicht das es hochkommt, was mache ich dann .." Und dann steigert man sich so doll dortrein, das man da so schnell nicht wieder rauskommt .. An Sonntagen finde ich es am schlimmsten .. Ich hasse Sonntage ! Bestimmt weil ich weiß das am nächstem tag die schule wieder losgeht und mein Unterbewusstsein immer noch nicht verstanden hat, das es da nicht schlimm ist und mir da nichts passieren kann ..
Meistens wird mir dann schlecht, wenn mir etwas nicht passt .. gestern zum Beispiel, war der ganze Tag schön, ich war in der Stadt und habe noch alte Klassenkameraden getroffen und wir saßen dort und haben geredet und gelacht und dann kommt so was das jemand einen anpammt ohne das man was getan hat und dann ist der ganze Tag versaut .. und dann wird mir schlecht, weil ich denke ich bin mal wieder an allem schuld .. und dann ist der tag erst recht doof .. obwohl er vorher noch so toll gewesen ist ..

Jetzt sitze ich schon fast den ganzen Tag hier und bin kurz davor zu weinen, weil mir so schlecht ist und ich solche Angst habe ..

Essen lässt auch mal wieder nach .. Ich esse nichs, weil mir schlecht ist udn wenn ich dann hunger habe nur sehr wenig, weil ich ich ja bergeben könnte und dann müsste ich ja nicht so viel mcih übergeben ..
Das ist anstrengend .. ich will auch mal unbeschwert und glücklich sein ..
Wie seht ihr das ? Wie arbeitet ihr daran, das es besser geht und was macht ihr, wenn ihr Panikattacken habt ?

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Parasomnia
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Re: Mein Alltag mit Höhen & Tiefen ..

Beitragvon Parasomnia » 03.06.2012, 15:04

Wie seht ihr das ? Wie arbeitet ihr daran, das es besser geht und was macht ihr, wenn ihr Panikattacken habt ?

Ich sehe zunächst einmal, dass du was essen solltest. Denn auch Hunger kann Übelkeit auslösen. Es ist quasi die Basis für die weitere Arbeit an der Phobie - regelmäßige und gesunde Ernährung. Damit schließt man schonmal einen Übelkeitsfaktor aus. Mal abgesehen davon, dass man sich durchaus auch mit leerem Magen übergeben kann und das ist bedeutend unangenehmer - auch wenn man sich das schwer vorstellen kann. Also, was diese Baustelle betrifft: Überwinde dich! Du musst ja nicht gleich zwei Schnitzel und Pommes verspeisen. Wenn dir das leichter fällt, iss mehrere kleine Mahlzeiten am Tag. Aber iss was! Sonst musst du dich über Übelkeit und Kreislaufprobleme nicht wundern.

Bestimmt weil ich weiß das am nächstem tag die schule wieder losgeht

Und was ist an der Schule so schlimm? Ja, du könntest dich übergeben. Aber das könntest du, rein theoretisch, auch zuhause. Also warum ist die Schule schlimmer? Was befürchtest du? Dass du von deinen Mitschülern ausgelacht wirst? Das wäre dann beispielsweise eine sozialphobische Komponente der Emetophobie. Und etwas, woran man definitiv arbeiten kann. Ich habe auch schon mehrfach erlebt, dass sich Leute in der Schule übergeben haben. Und da hat nie, nie, nie irgendjemand gelacht.

und dann kommt so was das jemand einen anpammt ohne das man was getan hat und dann ist der ganze Tag versaut .. und dann wird mir schlecht, weil ich denke ich bin mal wieder an allem schuld

Weshalb solltest du denn "an allem" Schuld sein? Was ist denn alles?

Also, wenn ich Panikattacken habe - und im Moment hast du keine Panikattacke, sondern einfach Angst, das ist ein großer Unterschied - versuche ich, mich zu beschäftigen. Beziehungsweise die Übelkeit ganz bewusst wahrzunehmen und dagegen anzustinken. Dann ist sie halt da. Und wenn ich kotze, dann kotze ich. Wird nicht schön, aber es gibt soviel schlimmere Dinge. Früher bin ich wahnsinnig nervös auf und ab gelaufen, wie ein Tier im Käfig, habe mich nur auf die Übelkeit konzentriert, mich reingesteigert. Heute kann ich diese Spiralen besser stoppen. Ich weiß gerade nicht, ob du es in deinem Vorstellungsthema geschrieben hattest - bist du in Therapie?
Es kommt dazu - trotz alledem -, dass sich die Furcht in Widerstand verwandeln wird - trotz alledem.
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Re: Mein Alltag mit Höhen & Tiefen ..

Beitragvon Selina » 03.06.2012, 15:27

naja, ich war 4 monate nicht in der schule, vor aangst vor den mitschülern, weil ich immer alleine war und mich niemand wirklich mochte und jetzt gehe ich wieder und es ist eine riesen umstellung wieder .. also für mich ..

Damals haben sie immer alles gesagt ich bin an den situation schuld, das ich keine Freunde habe, das mich niemand mag .. deshalb denke ich das immer, weil wenn alle anderen das sagen, muss da ja wsa dran sein ..

nee, ich habe im moment auch kein panik, sondern nur angst, aber heute morgen hatte ich eine abgeschwächte panikattacke .. und den ganzen tag schon übelkeit, obwohl ich ordentlich gegessen habe, und angst ..

Ich bin in therapie, seit einem jahr wieder und ich war auch schonmal in einer klinik .

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Re: Mein Alltag mit Höhen & Tiefen ..

Beitragvon Parasomnia » 03.06.2012, 15:30

Und wie bearbeitet ihr in der Therapie die Phobie?
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Re: Mein Alltag mit Höhen & Tiefen ..

Beitragvon Selina » 03.06.2012, 15:31

weiß ich nicht nach welchen verfahren er das macht .. wir reden immer nur über meine letzten wochen und wie es mir ging und was es neues gibt .

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Re: Mein Alltag mit Höhen & Tiefen ..

Beitragvon Parasomnia » 03.06.2012, 15:32

Also habt ihr nicht darüber gesprochen, was du tun kannst, um mit der Phobie besser zurechtzukommen?
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Re: Mein Alltag mit Höhen & Tiefen ..

Beitragvon Selina » 03.06.2012, 15:34

er hat mal was von entspannungbungen erzählt aber die haben wir noch nicht gemacht .
Ich habe auch noch andere phobien und über die reden wir auch aber wie ich damit umgehen kann nicht wirklich . Nur das ich nicht alles so nah an mich ranlassen soll und nicht alles gleich auf mich beziehen soll .

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Re: Mein Alltag mit Höhen & Tiefen ..

Beitragvon Parasomnia » 03.06.2012, 15:38

Wenn du merkst, dass du überhaupt nicht vorankommst, solltest du vielleicht über einen Therapeutenwechsel nachdenken? ..
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Re: Mein Alltag mit Höhen & Tiefen ..

Beitragvon Selina » 03.06.2012, 15:41

aber ich war schon bei sovielen und dann muss ich nochmal alles erzählen und ich mag meinen therapeuten ja auch und will ihm ja nicht wehtuen und wir verstehen uns so gut und er versteht mich und so .. ich glaube auch, das die krankenkasse eine neue Therapie nicht bezahlt, weil ich ja gerade eine mache und doch nicht gleich schon wieder eine neue anfangen kann, oder ?
Ich habe schonmal überlegt, heimlich zu einem anderen zu gehen, einfach nur um mich zu informieren oder so, weil ich auch nicht weiß, wie meine Mutter darauf reagiert, sie meint dann so was wie, das geht nicht von jetzt auf gleich ..

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Re: Mein Alltag mit Höhen & Tiefen ..

Beitragvon Parasomnia » 03.06.2012, 15:52

und will ihm ja nicht wehtuen

Glaub mir mal, ein guter Therapeut fühlt sich nicht von dir verletzt, wenn du das Gefühl hast, dass du nicht vorankommst! Der hat ja auch nicht nur dich als Patientin, sondern einige andere. Es ist ja lieb, dass du so an deinen Therapeuten denkst, aber letztlich sollt ihr keine Freundschaft schließen, sondern du willst gesund werden. Es ist schön, wenn ihr euch mögt, aber es soll dir eben auch irgendwas bringen im Hinblick auf deine Probleme. Und wenn das nicht gegeben ist, ist ein Wechsel völlig legitim. Da kann dann auch kein Therapeut was gegen sagen.

ich glaube auch, das die krankenkasse eine neue Therapie nicht bezahlt, weil ich ja gerade eine mache und doch nicht gleich schon wieder eine neue anfangen kann, oder ?

Dein Therapeut beantragt bei Beginn der Therapie eine gewisse Stundenanzahl bei der Krankenkasse. Wenn diese Stunden bewilligt sind, kannst du die auch bei einem anderen Therapeuten nehmen. Du fängst ja nicht eine komplett neue Therapie an, sondern du wechselst den Therapeuten. Das ist nicht ungewöhnlich. Ich war bisher bei drei Therapeuten länger in Therapie, hatte zahlreiche Erstgespräche und einen achtwöchigen stationären Aufenthalt, ich weiß in etwa, was geht und was nicht. Und während einer Behandlung den Therapeuten zu wechseln, ist relativ unproblematisch!

wie meine Mutter darauf reagiert, sie meint dann so was wie, das geht nicht von jetzt auf gleich ..

Was geht nicht von jetzt euf gleich? Ein Wechsel?
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Re: Mein Alltag mit Höhen & Tiefen ..

Beitragvon Selina » 03.06.2012, 16:05

aber ich muss dem neuen therapeuten dann wieder alles erzählen und das dauert lange und ich muss alles noch einmal hoch hohlen und habe angst, daran zu zerrechen ..

Nee, das es mir besser geht . Also ich bin ja ein Jahr bei dem Therapeuten und wenn ich ihr jetzt sage, ich hab das gefühl, das bringt nicht wirklich viel, dann kommt bestimmt sowas, wie: "Das kann auch nicht von jetzt auf gleich gehen ."

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Re: Mein Alltag mit Höhen & Tiefen ..

Beitragvon Parasomnia » 03.06.2012, 22:00

aber ich muss dem neuen therapeuten dann wieder alles erzählen und das dauert lange und ich muss alles noch einmal hoch hohlen und habe angst, daran zu zerrechen ..

Ich weiß, dass sowas nervig ist. Ich hatte massenhaft Erstgespräche, bevor ich meinen ersten Therapeuten fand, in denen ich immer wieder dasselbe erzählen musste. Mal wurde ich ernstgenommen, mal nicht, mal stimmte die Chemie, mal nicht. Das gehört leider dazu. Wenn du mit deinem jetzigen Therapeuten zufrieden bist, dann versuch, die Therapie ein bisschen zu lenken. Du möchtest an deiner Angst arbeiten, du möchtest konkrete Verhaltensansätze kennenlernen, die dir den Umgang mit der Phobie erleichtern. Dann sag deinem Therapeuten das! Natürlich kann man einfach jede Woche über das reden, was so in der Zwischenzeit passiert ist und das gehört zweifellos auch zur Therapie, aber das sollte eben nicht alles sein, was man mit dem Therapeuten tut.

dann kommt bestimmt sowas, wie: "Das kann auch nicht von jetzt auf gleich gehen ."

Aber du weißt es nicht, sondern nimmst nur an, dass sie so reagiert? ..
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Es geht immer hoch und runter...bei euch auch!?

Beitragvon Mrbadboy » 20.07.2012, 23:30

Hey ihr Lieben,

geht es euch auch so!? Es ist immer ein auf und ab mit der Angst in uns? Manchmal geht es euch tagelang gut, ihr denkt nicht an die Krankheit, am nächsten Tag hat man ein kleines Missgefühl und dieses schöne Gefühl ist weg? Kennt ihr das auch? Ich hasse mich ja selber manchmal für diese Krankheit und ich hoffe, das es mir und uns allen irgendwann wieder gut geht! Ab und an denke ich auch an Selbstmord, traue mich aber nicht! Oder kennt ihr das auch... ihr seid richtig angetrunken und es fällt einem nicht schwer sich zu übergeben?! Auch wenn es nur n bissl Alk ist? Und nüchtern...beim ersten Stechen in der Magengegend bekommt man Panik?

Bei mir im Kopf dreht sich grad alles und mir geht es gar nicht gut! :-(

Ich wäre so gerne "normal" :/

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Re: Es geht immer hoch und runter...bei euch auch!?

Beitragvon Sase » 21.07.2012, 13:31

Oh, hallo MrBadBoy, du bist wieder da :D Schön wieder von dir zu lesen, auch wenn du (leider) schreibst, dass es dir nicht so gut geht... von daher ist die Frage, wie es dir geht wohl nicht so sinnvoll, aber vielleicht: Was ist denn konkret los? Und wie ist dein Leben seit deinem letzten Posting weiterverlaufen...? Hast du was unternommen?

Die Angst ist ein Mantel, der das bedeckt, was das eigentliche Problem ist. Wenn du dich länger und intensiver mit dir selbst beschäftigst, wirst du auch mit der Zeit eine Besserung erleben. Auf und Abs gibt es immer... wenn ich allerdings lese, dass du von Tagen schreibst, im Sinne von: Mal drei Tage gut, mal zwei schlecht usw. kann ich dir nur sagen: Das ist die Krankheit, genau SO sieht sie aus. Das ist kein "besser" oder "mal weg", sondern es ist einfach nicht immer gleich. Jede Erkrankung ist tagesformabhängig. Und genau das ist es auch, was die Auseinandersetzung verhindert: An den guten Tagen sieht man keine Notwendigkeit und an den schlechten gehts einem "zu schlecht". Langfristig hilft es aber doch nur, sich mit sich selbst auseinanderzusetzen. Wenn du dich irgendwann dazu bereit fühlst (es ist aber ein langer und super unangenehmer Weg... also schön ist es nicht...), dann sind hier sicher viele Leute, die dich unterstützen werden.
Niemand wird kommen, um dir zu helfen - Du musst es selbst tun!

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Re: Es geht immer hoch und runter...bei euch auch!?

Beitragvon Fleur » 23.07.2012, 19:16

Ja, in meinem Leben geht es auch immer Auf und Ab. Aber ich habe mich nach und nach stabibilisiert, die "Kurven" fallen in der Regel flacher aus. Was nicht heißt, daß Krisen ausgeschlossen sind.


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