Vater hat Krebs und Emo meldet sich zurück :(

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blondie1982
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Re: Vater hat Krebs und Emo meldet sich zurück :(

Beitragvon blondie1982 » 07.05.2012, 19:07

@ Motzi habe eben in deinem vorstellungsthread das mit deiner mutter gelesen. Vielleicht magst du mir ja erzählen wie es für dich war, wie du damit umgegangen bist oder was du für gedanken hattest. Ich bin auch eine die dann immer funktionieren will und es auch tut und irgendwie erwartet man das in meiner familie auch immer. Du bist halt sachlich kind, du bist in situationen die einzige die dann nen klaren kopf hat und entscheidungen treffen kann , sachlich denkt. ICh empfinde es gar nicht so aber habe mir den schuh angezogen, weil ich immer denke, ja wer soll es denn sonst machen. Meine mutter ist da einfach kein mensch für, sie denkt einfach anders und meine schwester ist da ähnlich.

jemand sagte mir es ist nicht gut und wird tödlich enden wenn man metastasen vom krebs her hat, aber das kann man doch gar nicht verallgemeinern, oder? Deine mutter ist ja auch wieder gesund geworden. Und er hat hakt direkt sehr stark abgenommen 25 kg in fünf wochen und kann nichts essen. Wenn jetzt noch die chemo kommt, ich weiß ja nicht :(

Ich hatte am We nur Magen und Darmprobleme, ständig Schmerzen und immer wieder Durchfall. Habe heute dann erst mal angefangen meine ernährung ein wenig umzsutellen und naturjoghurt zu essen damit der darm mal wieder zur ruhe kommt. Weil ich seit nov damit zu kämpfen habe, seit ich gekündigt wurde und erfahren habe das es meinem vater immer schlechter geht und er nicht zum arzt gehen wollte. Habe immer weiter normal gegessen aber jetzt sollte ich wohl doch auch mal ein wenig rücksicht auf das ganze nehmen und nicht nur psychisch daran arbeiten.
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motzi
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Re: Vater hat Krebs und Emo meldet sich zurück :(

Beitragvon motzi » 07.05.2012, 19:20

als bei meiner mama der tumor entdeckt wurde, war er bereits 10 cm groß. es war ein ständiges hin und her ... bestrahlung und chemo, dann die op ... dann wieder nur chemo und dann op ... aber keiner weiß, ob man das wirklich operativ entfernen kann, das sieht man erst bei der op usw. es war schrecklich. es ist, gott sei dank, alles gut gegangen. zuerst gabs bestrahlung und chemo. dann die op und danach nochmal chemo. leider wurden ja 1,5 jahre später drei kleine metastasen im kopf entdeckt. hierzu möchte ich dir sagen: nur weil metastasen da sind, heißt es nicht, dass es keine hoffnung mehr gibt.

jeder mensch ist anders. das jemand so viel abnimmt ist bei dieser krankheit leider normal. bei meiner mama wars nun nicht - eher im gegenteil. als ihr lungenflügel entfernt wurde, musste sie sogar auf diät gesetzt werden, da sonst der verbliebene lungenflügel überfordert gewesen wäre. das wichtigste ist wirklich, dass ihr immer daran glaubt und versucht weiter zu leben. ich weiß, dass klingt scheiße schwer - selbst mir fällt es jetzt immernoch schwer. bei meiner mama ist das mittlerweile 4 jahre her und selbst im februar musste sie nochmal bestrahlt werden, da der verdacht da war, dass eine metastase wieder zum leben erwecken möchte. aber so hart es klingt ... irgendwann kehr eine routine ein.

ich war damals 20 jahre alt und ich hab keine geschwister. ich habe einfach funktioniert, weil ich es "musste". natürlich macht sowas einen stärker, aber auch umso ängstlicher, so war/ist es zumindest bei mir. ich kann dich nur darum bitten, weiter zu hoffen und zu glauben. denn allein das macht schon eine menge aus.

ihr telefoniert bestimmt regelmäßig!? versuch vielleicht nicht nur über die krankheit zu sprechen ... versuch etwas normalität reinzubringen, so wie es halt "davor" war. ich weiß, dass das wahnsinnig schwer ist. aber meiner mama hat das früher viel geholfen, hat sie mir zumindest mal gesagt. ihre gedanken kreisten in der zeit eh um nichts anderes und sie fands dann halt immer toll, wenn ich ganz normal mit ihr umgegangen bin.

ich wünsche euch weiterhin viel kraft ... du kannst mich jederzeit über pn anschreiben :)
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Re: Vater hat Krebs und Emo meldet sich zurück :(

Beitragvon Sase » 07.05.2012, 22:00

Vielleicht klingt es unvorstellbar oder hart oder komisch, aber ich kann Dir nur aus Erfahrung heraus sagen und ich schreibe es mal ganz unverbümt: Wenn es dazu kommt, dass dein Vater es nicht überleben wird, dann wird das nicht so sein, dass er "plötzlich" tot umfällt. Du wirst genauso wie er einen Prozess durchlaufen und wenn der Zeitpunkt kommt, dann wirst du für diesen Zeitpunkt bereit sein. Ich kann dir nicht erklären oder in Worte fassen, wie das funktioniert. Es heißt auch nicht, dass es dich irgendwann nicht mehr belasten wird oder du dann am nächsten Morgen wach wirst und alles wieder in Ordnung ist und dein Leben weiter geht, aber es wird sich bis dahin in dir etwas geändert haben. Es wird sich nicht so anfühlen wie in deiner Vorstellung JETZT, du wirst DANN ein anderer Mensch sein.
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Re: Vater hat Krebs und Emo meldet sich zurück :(

Beitragvon blondie1982 » 08.05.2012, 09:12

Pippilotta hat geschrieben:Du meinst, es ist durch das häufige Erbrechen noch schlimmer zu ertragen, weil es für einen Emo schon einmal unvorstellbar ist, sich täglich zu übergeben, dein Vater also gerade unabhängig von der eigentlichen Diagnose deinen persönlichen Super-Gau durchleben muss und du dir ausmalst, für deinen Vater könnte das so schlimm sein wie es für dich wäre? Das wäre durchaus einleuchtend.


Ja, genau das meine ich! Das ist mir am Wochenende sehr bewusst geworden. Ich denke das erklärt es auch, warum ich so blockiert bin.
Wenn du sagst, dass es wenig zielführend ist, bin ich ehrlich, ich weiß nicht mal was das Ziel genau sein soll. Außer höchstens, das ich besser damit umgehen kann. Ich denke mir ich sollte das mal auser Acht lassen, dass ich was tun muss damit ich damit besser klar komme. Ich denke ich sollte mich selber mal besser zusammen reißen, weil ich echt wie eine unzufrieden nur meckernde alte Schachtel durch die gegen laufe und mein Freund alles abbekommt, ich bin ungeduldig, sehr ungeduldig - mit allem!! Ich habe das Gefühl ich möchte jeden Morgen etwas auseinander nehmen, irgendwas kurz und klein schlagen um ansatzweise meiner Gefühlswelt, meinem Inneren ein wenig Luft zu verschaffen.

Pippilotta hat geschrieben:Über die Verstrickungen in eurer Familie haben wir uns schon unterhalten, dass die nicht so ganz unproblematisch sind, dürfte unstrittig sein, oder? Wäre es möglich, dass ihr eure gegenseitige Zuneigung über solidarisches Handeln erteilt und bezieht?


Ja, das sieht sehr danach aus und scheint auch so zu sein. Wenn meine Schwester sich nicht melden, heißt es sie hat kein Interesse und denkt nur an sich. Wenn meine Mutter kühl oder wie immer wikt, heißt es sie ist kalt und macht sich keine Gedanken. Ja, und icht? Keine Ahnung?Vielleicht wenn ich nicht funktioniere und jedem entspreche, was er von mir erwartet, dann denkt man über mich genau so und das will ich nicht. Ich will nicht das man "schlecht" über mich denkt. Weil dann habe ich in meinen Augen automatisch was falsch gemacht! Und das quält mich dann wieder.

Pippilotta hat geschrieben:...kennst du Leute, bei denen du so ein Mitleiden wahrnimmst? Und hast du Ideen, was dabei unterbewusst ablaufen könnte?


Nein ich glaube nicht. Habe überlegt aber so habe ich es nie wahrgenommen oder jetzt was im Kopf wo ich es als Beispiel nehmen könnte. Sorry!

@ Sase

Das ist ja das wo ich drauf hinarbeiten will, das es irgendwie erträglicher ist, dass ich mich dann schon soweit damit auseinander gesetzt habe, das ich ihn gehen lassen kann. Aber genau das ist je meine Größte Angst, das er sterben wird. Das er nicht mehr da ist und das ich daran zerbreche. Denn genau diesen Gedanken habe ich!! Und er macht mich wahnsinnig!
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Re: Vater hat Krebs und Emo meldet sich zurück :(

Beitragvon blondie1982 » 08.05.2012, 11:09

Ok da ist ein Ziel :)

Aber ich finde halt den Weg dahin zu finden schwer, was nicht heißt, dass ich das nicht werde oder aufgebe. Aber momentan scheine ich eine Wand vor mir zu haben und das bin wohl ich selber. Das mal wirklich schwer, aber daran kann ich nur wachsen - hoffe ich zumindest.

Geht das denn überhaupt?
Pippilotta hat geschrieben: Die aktuelle Gelegenheit wäre günstig, das eine vom anderen zu trennen, den Schmerz als Gefühl zu (er)leben und nicht als körperliches Symptom, so dass Schmerz nicht zu Leid wird, sondern (gerade hinsichtlich der Emo) im Gegenteil heilend wirken kann.


Wie kann es heilend wirken? Ich stehe gerade auf dem Schlauch. Sorry!!

Heißt das, ich nehme die Symptome so hin weil sie da sind und bringe es nicht in Verbindung mit dem Psychischen oder nehme es als "Wegweiser" das es davon kommt und ich daran arbeiten muss, dass es sich nicht mehr körperlich ausübt?
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Re: Vater hat Krebs und Emo meldet sich zurück :(

Beitragvon blondie1982 » 08.05.2012, 14:02

Habs aber verstanden! Uiii ja dann werde ich wohl mal gucken wie...
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Re: Vater hat Krebs und Emo meldet sich zurück :(

Beitragvon Sase » 11.05.2012, 22:08

Das ist ja das wo ich drauf hinarbeiten will, das es irgendwie erträglicher ist, dass ich mich dann schon soweit damit auseinander gesetzt habe, das ich ihn gehen lassen kann.


Du musst (und kannst) nix dazu beitragen in dem Sinne. Das passiert automatisch.
Niemand wird kommen, um dir zu helfen - Du musst es selbst tun!


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