Erbrechen - wie oft passiert es wirklich?

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süßemaus27

Erbrechen - wie oft passiert es wirklich?

Beitragvon süßemaus27 » 12.01.2012, 17:32

Hallo!

Die Angst vor dem Erbrechen kennt ihr ja alle ... aber wie oft müsst ihr wirklich?

Mein Hauptproblem bei meinen Ängsten derzeit ist .. dass ich einfach nicht mehr weiß wie es sich anfühlt, weil ich seit der Volksschule nicht mehr erbrechen musste! Also, das ist jetzt ca. 20 Jahre her!

Hab hier schon einige Beiträge gelesen, dass das Erbrechen letztendlich nicht das schlimme an der Sache war, sondern die Angst und die Übelkeit! Übelkeit kenne ich zur genüge ... war schon wirklich sehr oft kurz davor zu brechen, aber konnte es mit MCP tropfen immer wieder abwenden (heißt jetzt aber nicht dass ich das zeugs immer nehme .. ich hatte in letzter Zeit einfach öfter mal Magenprobleme und habs halt ca. 1-2 Monte lang ca. 1-2 mal pro Woche genommen, mehr nicht).
Und ich hab auch gelesen, dass, wenn der Körper es quasi für nötig gehalten hätte, dann wäre es wurscht gewesen ob ich die Tropfen genommen hätte oder nicht! Aber es ging mir schon kurz nach den MCP immer besser! Woran liegt das? Einbildung? Oder einfach doch nur eher "leichtere Übelkeit" ...

Oder hat man vor lauter Angst seinen Körper schon so im Griff dass man das irgendwie abwenden kann?

Danke und lg

Presse10
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Re: Erbrechen - wie oft passiert es wirklich?

Beitragvon Presse10 » 12.01.2012, 18:49

Hallo,
also mir ist es am 18. Dezember 1999 das letzte Mal passiert. Dies ist schon 12 Jahre her. Am 9. Dezmber 2010 war ich aber bei einer MDG kurz davor.
Ob Pillen, wie MCP, Vomex etc helfen, weiß ich nicht. Hängt vielleicht vom Körper ab. Bei machen würde es vielleicht helfen das Erbrechen abzuwenden bei anderen wieder nicht. Weiß nur, dass MCP bei einer MDG das Erbrechen beschleunigen soll, da dies megenentleerend wirkt. Vomex könnte bei einer MDG vielleicht eher helfen, da dadurch das Brechzentrum lahmgelegt wird, bei einigen Fällen zumindest.
Bei meiner letzten MDG hat mir jedenfalls Kamillentee geholfen, da dieser Tee auch eine antibakterielle Wirkung hat, sprich die Bakterien oder Viren abtöten kann.
Ansonsten habe ich auch irgendwann mal im Forum gelesen, dass Apfelessig bei einer MDG dafür sorgt, dass die Nahrung ganz schnell in den Darm gelangen kann und dadurch eventuell das Erbrechen verhindert wird.

Lg Christian

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Parasomnia
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Re: Erbrechen - wie oft passiert es wirklich?

Beitragvon Parasomnia » 12.01.2012, 19:01

war schon wirklich sehr oft kurz davor zu brechen, aber konnte es mit MCP tropfen immer wieder abwenden

MCP wendet nichts ab. Wenn dein Körper meint, dass was Schlechtes rausmuss, musst du kotzen, völlig egal, wieviel MCP du vorher genommen hast. Das nur dazu. Ich nehme also an, dass die Übelkeit dann entweder psychosomatisch war oder eben nicht zwingend zu Erbrechen geführt hätte.

Abwenden kann man das Kotzen jedenfalls nicht, womöglich mit bloßer Willenskraft oder so.

Ich habe das letzte Mal vor, keine Ahnung, zehn oder elf Jahren das letzte Mal gekotzt. Ich weiß also auch nicht mehr, wie es sich anfühlt und dachte mitunter auch schon, dass es vielleicht gar nicht hinderlich wäre, wenns mal wieder passierte - um eben diese Angst vor etwas Unbekanntem aufzulösen. Was ich allerdings festgestellt habe, ist, dass Emetophobiker tatsächlich oft Menschen sind, die sich sehr lange nicht übergeben haben. Andere Menschen kotzen doch hin und wieder mal, bei denen sinds meistens nicht Jahrzehnte. Die Frage ist: Warum ist das so? Liegt es wirklich daran, dass die Angst sich natürlich wesentlich besser entfalten kann, wenn man ewig nicht mehr mit etwas konfrontiert wurde und man es sich dadurch natürlich auch viel grausamer vorstellt als es ist?
Es kommt dazu - trotz alledem -, dass sich die Furcht in Widerstand verwandeln wird - trotz alledem.
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Presse10
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Re: Erbrechen - wie oft passiert es wirklich?

Beitragvon Presse10 » 12.01.2012, 20:04

@ Parasomia
Ich kann natürlich nur von mir reden und es nicht verallgemeinern. Meine Fremdkotzemo kann sich aber wahrscheinlich schon besser entfalten, da ich jahrelang damit nicht konfrontiert wurde und die letzten Erlebnisse in dieser Hinsicht 2 traumatische Kindheitserlebnisse waren.
Gerade in diesem Falle glaube ich zu 90%, dass mir eine passende Fremdkotzkonfrontation helfen würde, was auch in manchen Büchern steht.
Wie es bei der Selbstkotzemo ist weiß ich nicht, da meine nur in Akutsituationen besteht und sonst nicht so stark ausgepägt ist. Habe nur von einigen aus dem Forum gehört, denen es nicht geholfen hat. Dies ist aber sehr von der jeweiligen Person abhängig. Es gibt ja auch unterschiedliche Ursachen und Typen der Emo.

Lg Christian

Alexandra9

Re: Erbrechen - wie oft passiert es wirklich?

Beitragvon Alexandra9 » 12.01.2012, 20:28

Huhu,

also bei mir ist es so, dass ich das letzte Mal im Dezember 2010 auf Grund einer MDG brechen musste. Und davor war es vor ca. 13 Jahren. Ich habe im Dezember 2010 totale Panik geschoben und ein paar Vomex geschluckt (7 oder so). Das hat die Übelkeit für einen kurzen Moment verringert, aber vorm Brechen hat es mich nicht bewahrt. Es hat die ganze Sache dann nur noch erschwert, glaube ich. Ich musste "nur" zweimal brechen, aber das war sehr mühsam. Ich muss mir aber auch eingestehen, dass es im Nachhinein gar nicht sooo schlimm war, weil danach diese Übelkeit erstmal weg war und ich mich einfach besser gefühlt habe. Als dann die nächste Übelkeitsattacke kam, ist die Panik auch wieder gekommen, obwohl ich ja wusste, was kommt und wie es sich anfühlt.

***Trigger***

Ich weiß heute noch ganz genau, wie es den Hals hochgelaufen ist. Bäh....

***Triggerende***

Irgendwie fand ich es einfach ekelhaft, obwohl es mir danach viel besser ging.


LG

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Re: Erbrechen - wie oft passiert es wirklich?

Beitragvon MamaVanni » 13.01.2012, 17:16

Medikamente helfen einem nicht, wenn man wegen einer MGD kotzen muss. Allerdings ist es bei mir so, dass ich das mit reiner Willenskraft verhindern kann. Totale konzentration, usw. In der Zeit bekomme ich aber auch keine Luft, und es ist alles andere als angenehm. Sicher wäre es besser und einfacher es einfach rauszulassen, aber das ist ja nun mal die Macke :)
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Re: Erbrechen - wie oft passiert es wirklich?

Beitragvon Schorschla » 13.01.2012, 17:56

Mein letztes Mal war am 26.03.2010, davor 13 Jahre nichts. Hatte vor zwei Jahren nachgewiesener Maßen den Noro. Hab vorher noch MCP genommen, weil ich so Magendrücken hatte. Schlecht war mir gar nicht wirklich. Kam dann trotzdem 3x und heftiger Durchfall und Magenkrämpfe.
Meine Angst wurde dadurch nicht weniger, sondern viel mehr und mir ist auch viel viel öfter schlecht und das in einer Art und Weise das ich denke es passiert gleich wieder.

keks904

Re: Erbrechen - wie oft passiert es wirklich?

Beitragvon keks904 » 13.01.2012, 21:20

Hallo alle,

bei mir passierte es im Oktober'11. Das war auch der Auslöser meiner Phobie. Davor war es das letzte Mal irgendwann 1996. Also ich wusste auch nicht mehr wie es ist und ich habe es wirklich Stunden rausgezögert aber irgendwann war mir dann so Speiübel dann hab ich gedacht "komm Scheiß drauf" und hab es einfach rausgelassen. Danach ging es mir wieder gut. Obwohl das eigentliche Erbrechen gar nicht so schlimm war (musste nur einmal), hat es trotzdem diese Phobie ausgelöst und ich denke fast täglich daran :(

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Re: Erbrechen - wie oft passiert es wirklich?

Beitragvon maulwuerfle » 14.01.2012, 20:07

Mein letztes Mal war im Juni 2011 davor auch mind. 10 Jahre nicht mehr. Ich wollte es unbedingt vermeiden aber ging nicht. Wie bei den Anderen auch war das Kot... an sich nicht so schlimm. Zwar sehr eklig aber es ging ja nicht anders. Ich hab versucht es zu unterdrücken aber keine Chance. Seit dem hab ich extrem Angst davor, das es jetzt wieder öfters passiert. Als ware jetzt ein Schutz gebrochen. Meine Sicherheit, das ich ja nicht kot... muss ist weg und das macht mir große Angst. Für Außenstehene absolut nicht nachvollziehbar, die meinen dann immer:"Wenn es Dir schlecht ist, dann kotz halt dann geht es Dir besser." Ich kann seit dem auch gar nicht mehr unterscheiden ob es mir wirklich schlecht ist oder ob das nur meine Psyche mir sagt.
"Ich weiss nicht, ob es besser wird, wenn es anders wird. Aber es muss anders werden, wenn es besser werden soll.“
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MeLuna

Re: Erbrechen - wie oft passiert es wirklich?

Beitragvon MeLuna » 19.01.2012, 20:45

Ihr habt das alle so wenig. Wäre das mal bei mir so... Jedes Jahr zwischen 1 und 3 Mal. Es ist einfach schlimm und nicht wirklich gut für meine Emo.
MCP-Tropfen helfen sehr gut. Jedoch habe ich sie zu diesen Zeitpunkten nicht genommen, da meist im Krankenhaus, wo einem eh keiner hilft, wie ich feststellen musste. Das hat da wirklich überhaupt niemanden interessiert und der bekloppte Arzt dort sagte nur so zu mir "Das kommt, weil sie 1 Tag lang gar nichts gegessen haben. Sie müssen nur mal wieder vernünftig essen." ... Super mit der Aussage konnte ich auch wirklich viel anfangen *Ironie*.
Also Krankenhausgänge bringen nichts, nur aus dem grund gehe ich da nicht mehr hin. Ich saß da, hab geweint, bin aufgesprungen, hin und her, hab den Arzt da angebettelt mir zu helfen (eigentlich total peinlich, aber es war mir in dem Momentan vollkommen egal). Er hat gar nichts gemacht, hat mir nur gesagt, ich soll mich hinsetzen.
Die sehen mich da wirklich nie wieder.

Liebe Grüße
MeLuna

Lotti

Re: Erbrechen - wie oft passiert es wirklich?

Beitragvon Lotti » 20.01.2012, 15:58

Das letzte Mal am 15.03.2006. Ich war gerade schwanger mit meiner Großen. War ganz komisch, mir war nicht schlecht vorher. Mein Mann kitzelte mich ab, ich sagte er solle aufhören, er machte weiter, dann hustete ich und es kam mir hoch.
Trank dann ne Tasse Tee und die kam dann auch raus.

Was das war, keine Ahnung aber die Kotzschwelle ist ja eh in der Schwangerschaft erniedrigt.
In der 2.SS war mit dauerschlacht, nahm aber Vomex.

Bei den MDG der Kinnder habe ich auch Vomex genommen und es war mit dann nur übel und evtl. Durchfall.
Weiß nicht, ob ich ohne Vomex erbrochen hätte.
Meine Tochter hat nach der Vomex weitergebrochen als sie Magen-Darm hatte, mußte wohl erst alles raus.

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Re: Erbrechen - wie oft passiert es wirklich?

Beitragvon MamaVanni » 21.01.2012, 09:56

Ja, bei ner richtig üblen MDG, muss auch erstmal alles raus. Ist ja auch richtig so theoretisch, die bösen Bakterien und/oder Viren müssen ja raus!
Ich hab den Eindruck, wenn ich eine Magen- und Darmgrippe habe dauert sie auch länger als bei anderen, weil ich mich halt nicht übergebe.(Ich schaffe es immer irgendwie aus purer WIllenskraft es nicht zu müssen)
Und dann müssen die Viren halt den langsameren Weg gehen :)
Ich nehme auch Vomex, bei ner MDG. Aber außer das sie Müde machen, helfen die eigentlich nicht wirklich :)
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Re: Erbrechen - wie oft passiert es wirklich?

Beitragvon Parasomnia » 21.01.2012, 10:52

Ich nehme auch Vomex, bei ner MDG. Aber außer das sie Müde machen, helfen die eigentlich nicht wirklich

Warum nimmst du sie dann?
Es kommt dazu - trotz alledem -, dass sich die Furcht in Widerstand verwandeln wird - trotz alledem.
(Hannes Wader)

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nasenbaerin35

Re: Erbrechen - wie oft passiert es wirklich?

Beitragvon nasenbaerin35 » 21.01.2012, 21:11

Ich habe das letzt Mal vor ca. 3 Jahren gebrochen, nachdem ich zu viel Alkohol getrunken hatte. Im "Rausch" war das sogar zu ertragen und wenn ich ehrlich bin, kann ich mich auch gar nicht mehr an Details erinnern. Ich danke dem lieben Gott immer, dass alles über meinen Darm abgewickelt wird, wenn was im Argen ist.

Dennoch verfolgt mich nahezu täglich die Übelkeit und Angst vorm Erbrechen. Ich habe gestern nach "Brechreiz" im Netz gesucht und bin dabei auf etwas Interessantes gestoßen. Das hat mich dazu veranlasst, stundenlang weiter zu recherchieren. Die Übelkeit, die ICH habe, rührt nicht vom Magen her. Es ist bei mir ein beklemmendes Gefühl im Hals, verbunden mit dem Gefühl, einen Kloß darin zu haben, der mich wiederum dazu zwingt, ständig zu schlucken. Da ich aber Panik bekomme, wenn ich nicht schlucken kann (weil ich eine fürchterliche Mundtrockenheit bei Übelkeit verspüre), steigere ich mich derart in meinen Zustand hinein, dass mir nur noch übler wird. Es kommt aber definitiv NICHT vom Magen. Meine Wangen kribbeln und ich bemerke einen säuerlichen Geschmack im Mund. Oft wird es säuerlich nach gewissen Lebensmitteln und hiervon wird mir auch übel.

Diese "Hals-Übelkeit", wie sie auf manchen Seiten genannt wird, ist gar nicht so selten! Man findet keine körperliche Ursache und kann somit diese Hals-Übelkeit nicht behandeln. Kennt ihr das bzw. wisst ihr, wovon ich spreche und habt Erfahrungswerte?

Alexandra9

Re: Erbrechen - wie oft passiert es wirklich?

Beitragvon Alexandra9 » 21.01.2012, 21:46

Hallo Nasenbärin,

ich kenne diese Hals-Übelkeit auch, habe mich aber auch nicht weiter damit beschäftigt. Ich werde es gleich mal googeln.

LG


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