Mirtazapin - Erfahrungsaustausch

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Bellchen
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Re: Mirtazapin - Erfahrungsaustausch

Beitragvon Bellchen » 29.11.2013, 10:09

@ lauri01: Hast du das Cipralex schon genommen? Wie verträgst du es? Hast du schon eine Wirkung?

Ich habe gestern auch Cipralex verschrieben bekommen. Ich soll erstmal mit 3 Tropfen anfangen. Haben eben das erste Mal welche genommen. Ich hoffe ja, dass ich keine Nebenwirkungen habe und dass es mir dann gut hilft. Der Psychiater sagte mir, dass das bei einer Studie von AD mal auf Platz 1 lag in Sachen Verträglichkeit.

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Re: Mirtazapin - Erfahrungsaustausch

Beitragvon Bellchen » 30.11.2013, 10:56

Ich habe mal noch eine Frage zum Einschleichen von Medikamenten. Wenn ich jetzt mit einer ganz niedrigen Dosis anfange und dann leichte Nebenwirkungen habe, die dann aber, wenn ich mich an die niedrige Dosis gewöhnt habe, verschwinden, kommen die dann wieder, wenn ich die Dosis erhöhe?

Also von dem Cipralex soll ich die ersten 2 Wochen nur 3 Tropfen nehmen und dann auf 5 erhöhen. Von den 3 Tropfen bin ich seit gestern extrem müde und fühl mich erschöpft. Hoffe, dass das schnell weggeht und dann nicht bei jeder Dosiserhöhung wieder da ist.

Ansonsten habe ich jetzt noch nichts gemerkt (Übelkeit habe ich ja auch so oft und Kopfschmerzen auch manchmal, da kann ich nicht sagen, ob das jetzt vom Medikament ist), aber 3 Tropfen sind ja auch nicht viel.

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Re: Mirtazapin - Erfahrungsaustausch

Beitragvon AliasHope » 30.11.2013, 19:24

Bellchen hat geschrieben:Ich habe mal noch eine Frage zum Einschleichen von Medikamenten. Wenn ich jetzt mit einer ganz niedrigen Dosis anfange und dann leichte Nebenwirkungen habe, die dann aber, wenn ich mich an die niedrige Dosis gewöhnt habe, verschwinden, kommen die dann wieder, wenn ich die Dosis erhöhe


Kann sein, muss aber nicht. Bei meinem AD hatte ich damals beim Verdoppeln der Dosis keine "neuen alten" Nebenwirkungen.

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Re: Mirtazapin - Erfahrungsaustausch

Beitragvon Bellchen » 30.11.2013, 19:33

Danke. Da kann ich nur abwarten, was passiert.

Ich hoffe ja, dass die Nebenwirkungen, die ich habe, dann morgen oder wenigstens übermorgen vorbei sind.

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Re: Mirtazapin - Erfahrungsaustausch

Beitragvon AliasHope » 30.11.2013, 22:05

Wenn sich die Nebenwirkungen auf Müdigkeit, Erschöpfung, Kopfschmerzen und ein bisschen Übelkeit beschränken, ist das ja noch ganz passabel :wink:. Da kenne ich ganz andere Sachen... Außerdem kannst du mit Tropfen ja sehr fein dosiert einschleichen. Kopf hoch, das wird schon gut gehen.

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Re: Mirtazapin - Erfahrungsaustausch

Beitragvon Bellchen » 01.12.2013, 10:40

Ja, es könnte definitiv auch noch schlimmer sein. Es ist auch nicht so extrem wie die 2-3 Tage als ich Paroxetin probiert hatte. Da hatte ich ständig Panik, Magenschmerzen und mein Blutdruck sackte so ab, das sich fast umgekippt wäre.

Gestern hatte ich nachmittags noch erhöhte Temperatur. Habe mich richtig kränklich gefühlt. War auch nicht angenehm. Heute Morgen habe ich gleich mal länger geschlafen als ich wollte. Habe mein Handy nichtmal klingeln gehört. Gestern habe ich es erst beim 3. Mal gehört. Scheine irgendwie fester zu schlafen mit dem Cipralex und Mirtazapin nehme ich ja nach wie vor auch noch.

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Re: Mirtazapin - Erfahrungsaustausch

Beitragvon AliasHope » 01.12.2013, 15:58

Hey, das ist doch prima, dass du momentan so tief und fest schlafen kannst! So verschläfst du wenigstens einen Großteil der Einschleichzeit ;D. Außerdem schlagen sich Menschen mit einer Angststörung ja ansonsten eher mit Schlafproblemen herum...

Als ich dazumal mein SSNRI eingeschlichen habe, konnte ich zu Anfang gar nicht mehr schlafen. Und ich meine wirklich GAR nicht. Aber das war eh nur eine von unzähligen, äußerst unangenehmen Nebenwirkungen. Aber im Unterschied zu der Schlafproblematik sind die übrigen Nebenwirkungen nach zwei Wochen - wie vorhergesagt - wenigstens ebenso schlagartig verschwunden wie sie aufgetreten sind. Dauerpanik - wie du unter Paroxetin - hatte ich während der ersten zwei Wochen übrigens auch. Aber darüber war ich mir im Vorfeld im Klaren - ebenso wie darüber, dass sich das bei diesem Medikamententyp nicht vermeiden ließ.

Mit Paroxetin kommt in der Tat nicht jeder klar. Aber es ohnehin oft so, dass man erst ein bisschen ausprobieren muss, bis man das individuell passende AD gefunden hat. Eine Freundin von mir hat Paroxetin schon zu Jugendzeiten verordnet bekommen - damals eines der ersten SSRI auf dem Markt. Seither kann sie es bei Bedarf - also bei depressiven Schüben - ein- und wieder ausschleichen, ohne irgendwelche Nebenwirkungen zu spüren.
Aber leider spürt man ja nicht alle Nebenwirkungen. Damals war zum Beispiel noch nicht klar, dass der Augeninnendruck bei der Einnahme bestimmter SSRI ggf. überwacht werden muss. Das böse Erwachen kam für meine Freundin somit erst Jahre später, als ein teilweise degenerierter Sehnerv diagnostiziert wurde - was vermutlich zumindest teilweise auf den damals allzu sorglosen Einsatz der vermeintlich neuen Wunder-AD zurückzuführen ist.

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Re: Mirtazapin - Erfahrungsaustausch

Beitragvon Bellchen » 02.12.2013, 14:34

Mir geht es jetzt wieder besser. Bin seit gestern nur noch leicht müde und ab und zu Übelkeit, wobei die ja nicht davon sein muss, da ich das vorher ja auch immer mal hatte. Ich bin echt froh, dass sich die Nebenwirkungen in Grenzen halten. :-) Bei Medikamenten bin ich sowieso immer so ein Angsthase.

Das ist ja echt blöd gelaufen bei deiner Freundin mit dem Sehnerv. Der Psychiater meinte zu mir ja auch, dass er das bei jungen Leuten gar nicht verschreibt und dass das so viele Nebenwirkungen hat.

Ist auch komisch, dass das bei jedem so unterschiedlich ist. Ich habe ja in der Tagesklinik von vielen gehört, was die alles schon probiert hatten und welche Nebenwirkungen sie hatten.

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Re: Mirtazapin - Erfahrungsaustausch

Beitragvon Bellchen » 05.12.2013, 16:24

Ach die Kilo, die ich durch das Mirtazapin am Anfang zugenommen hatte, habe ich fast alle wieder abgenommen. Ich wiege jetzt nur 1 kg mehr als letztes Jahr um die Zeit. :-( So ein Mist.

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Re: Mirtazapin - Erfahrungsaustausch

Beitragvon AliasHope » 06.12.2013, 15:51

Wart mal ab. Wenn du erst einmal richtig eingestellt bist, und Panikattacken und angstbedingte Übelkeit nachlassen, wirst du bestimmt auch besser essen können und auch wieder zunehmen.
Ich habe auf diese Weise zehn Kilo in anderthalb Jahren geschafft ;D.

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Re: Mirtazapin - Erfahrungsaustausch

Beitragvon Bellchen » 08.12.2013, 10:49

Da habe ich ja noch etwas Hoffnungen. Aber ich neige auch einfach nicht zum Zunehmen. Als ich 6 Jahre lang so gut wie nie Übelkeit hatte und keine Panikattacken, habe ich trotzdem nicht zugenommen, obwohl ich gegessen habe, wie ich Appetit und Hunger hatte. Seit 10 Jahren (also seit ich 16 war) habe ich immer ein Gewicht so zwischen 44 und 46,5 kg gehabt (bei einer Körpergröße von 1,67 m), mit Ausnahme der Anfangszeit mit dem Mirtazapin vor einem Jahr, da hatte ich ja zugenommen, aber jetzt bin ich wieder bei 46,5 kg. Im Grunde müsste ich mich ja nun langsam mal damit abgefunden haben, dass ich zwar kein gefährliches Untergewicht habe, aber eben sehr sehr schlank bin. Aber mir fällt es so schwer das zu akzeptieren. Vor allem wenn dann noch Leute mit abfälligen Kommentaren kommen.
Ich hoffe, dass ich später mal mein Gewicht dauerhaft wenigstens auf 49 bis 50 kg bekomme. Da habe ich mich vor ein paar Monaten viel wohler gefühlt, weil die Sachen besser passten und ich nicht mehr so extrem dünn aussah.

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Re: Mirtazapin - Erfahrungsaustausch

Beitragvon AliasHope » 09.12.2013, 17:52

Hast du es schon mal mit Muskelaufbau-Training versucht?
Ich meine damit jetzt nicht dieses "Muckibuden"-Training, mit dem man(n) sich einen Monster-Bizeps heranzüchtet, sondern ausgewogenes und professionell betreutes Training für die Rumpf- und Rückenmuskulatur. Muskelmasse macht nämlich ordentlich was her - und zwar nicht nur in Sachen Gewicht (Muskeln sind ja bekanntlich ziemlich schwer), sondern auch optisch.

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Re: Mirtazapin - Erfahrungsaustausch

Beitragvon Bellchen » 11.12.2013, 12:26

Nein, habe ich noch nicht versucht. Kann mir darunter auch nichts vorstellen. Macht man das alleine zu Hause, oder im Fitnesstudio? Gibt's da Kurse?

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Re: Mirtazapin - Erfahrungsaustausch

Beitragvon AliasHope » 16.12.2013, 19:05

Unter Anleitung bzw. mit Betreuung im Fitnessstudio.
Ich glaube, da kommt keiner raus, ohne wenigstens ein paar Kilo an Muskelmasse zugelegt zu haben. Abgesehen davon hat man nach einer ordentlichen Sporteinheit auch meist ordentlich Hunger. Sehr praktisch... ;D

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Re: Mirtazapin - Erfahrungsaustausch

Beitragvon Bellchen » 20.12.2013, 11:29

Kann ich mir mal überlegen, ob das was für mich wäre.

Ich habe nochmal Fragen zu Medikamenten. Und zwar nehme ich ja jetzt das Cipralex. 2 Wochen 3 Tropfen und seit einer Woche 5 Tropfen. Auf der Packung steht ja, dass das nach ca. 2 Wochen anfängt zu wirken. Zählt das auch beim Einschleichen oder meinen die dann 2 Wochen nachdem ich das erste Mal die volle Dosis genommen habe (also 10 Tropfen)?
Also in den letzten Tagen war meine Angst eher verstärkt. :-( Bin wieder die ganze Zeit total angespannt und unruhig. Ich "freue" mich schon jeden Abend darauf, mein Mirtazapin zu nehmen, weil ich dann endlich mal entspannt bin. Leider ist die Wirkung dann früh aber schon wieder weg.


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