Ja, ich habe es getan! - Therap. begleitete Konfrontation

...alles über Selbsthilfegruppen, Therapiearten, Therapieerfahrungen und Wissenschaft

Moderatoren: Kinabalu, Ohlone, *

Benutzeravatar
anxia
Beiträge: 826
Registriert: 13.10.2004, 13:22
Wohnort: Berlin

Re: Ja, ich habe es wirklich getan!

Beitragvon anxia » 20.12.2010, 23:08

Das ist eine sehr gute Frage, Parasomnia und ich denke die Antwort ist Definitionssache.
Was bedeutet "weg"?
Für mich bedeutet das in den Hintergrund treten schon sehr sehr viel. Ich habe meine Zweifel, dass diese Phobie irgendwann wirklich komplett weg ist. Und selbst wenn sie es wäre, würden wir es wohl kaum bemerken, so gefestigt ist die Angst. Manchmal bin ich selbst überrascht, wie "normal" ich denken kann und dann kommen die phobischen Gedanken, weil sie ja irgendwie immer da waren. Deshalb finde ich die Frage schwierig zu beantworten.
Es wäre natürlich schön, wenn die Angst irgendwann wirklich richtig weg wäre, aber mit dem wie es jetzt ist, bin ich schon sehr zufrieden. Gerade durch die Erfahrung der Konfrontation weiß ich, dass ich es kann. Ich kann es aushalten, wenn ich erbrechen muss. Sicherlich kommt die Angst noch ab und an zwischen diesen Gedanken, aber im Großen und Ganzen weiß ich, was ich geschafft habe und noch schaffen kann.
"Der Wille kann Berge versetzen."
"Der Weg geht dorthin, wo die Angst ist."
"Der Mensch erleidet nicht soviel durch das, was ihm zustößt; wie durch die Art, in der er dieses Geschehen hinnimmt."

Sheilchen
Moderatorin
Moderatorin
Beiträge: 65
Registriert: 16.12.2010, 21:55
Wohnort: Luzern, Schweiz

Re: Ja, ich habe es wirklich getan!

Beitragvon Sheilchen » 12.01.2011, 18:35

Also ich von meiner Seite kann nur sagen, dass ich eine solche Therapie nie und nimmer machen könnte und ich es wirklich toll finde, dass Du diesen Schritt getraut hast, dass Du bald Deine Therapie beenden kannst und das es Dir besser geht!

Ich hoffe sehr, dass ich das irgendwann hier auch voller stolz berichten kann :-)

Weiter so!!
-------------------------------------------------------------------------
Das Licht wird erst durch die Dunkelheit schön! - Twilight Saga

Benutzeravatar
anxia
Beiträge: 826
Registriert: 13.10.2004, 13:22
Wohnort: Berlin

Re: Ja, ich habe es wirklich getan!

Beitragvon anxia » 14.05.2011, 21:53

Gut sieht es aus! Ich bin gerade dabei, meine Medikamente abzusetzen und bisher merke ich keine Zunahme der Angst. Da hatte ich ja bisher ein wenig Bedenken, dass meine Erfolge hauptsächlich auf das Medi zurückzuführen sind. Aber scheinbar bin ich auf dem richtigen Weg.

Laut Therapeut wird meine Behandlung noch in diesem Jahr zu Ende gehen. Das ist ein komisches Gefühl, aber toll zu wissen, dass ich schon so weit gekommen.
Weg ist die Angst nicht, ganz selten hat sie mich schon noch ganz schön im Griff. Das sind aber ausschließlich konkrete Übelkeitssituationen (MDG,...) Bin aber ziemlich zuversichtlich, dass das auch noch wird.
"Der Wille kann Berge versetzen."
"Der Weg geht dorthin, wo die Angst ist."
"Der Mensch erleidet nicht soviel durch das, was ihm zustößt; wie durch die Art, in der er dieses Geschehen hinnimmt."

Benutzeravatar
anxia
Beiträge: 826
Registriert: 13.10.2004, 13:22
Wohnort: Berlin

Re: Ja, ich habe es wirklich getan!

Beitragvon anxia » 29.07.2011, 20:36

Hallo Ihr Lieben,
nun ist meine Konfrontationsübung genau ein Jahr her und ich wollte mal einen kurzen Bericht schreiben, wie es mir inzwischen geht.
Mir geht es ziemlich gut inzwischen, ich nehme keine Medikamente mehr. Ich kann so ziemlich alles machen, habe kaum Vermeidungsverhalten mehr und bin insgesamt fast überhaupt nicht mehr eingeschränkt im alltäglichen Leben. Das klingt jetzt wahrscheinlich alles gaaanz toll, aber es gibt auch noch so ein paar Punkte, mit denen ich Schwierigkeiten habe.

Ich bin noch in Therapie, werde aber bald entlassen. Bis dahin möchte ich gern versuchen zu ergründen, welche meiner Schwierigkeiten noch zur Emo gehören und was davon "normal" ist. Das ist gar nicht so einfach, wenn man soviele Jahre mit dieser Angst gelebt hat. Ein gewisser Ekel ist mit Sicherheit normal. Allerdings denke ich schon, dass da schon noch so ein paar Dinge sind, die ich der Angst zuschreibe. Aber auch die werde ich noch packen :)

Nach wie vor bin ich gern bereit meine Erfahrungen weiterzugeben und würde mich total freuen, mich mal mit jemanden austauschen zu können, der ähnliche Erfahrungen gemacht hat oder vorhat zu machen.
"Der Wille kann Berge versetzen."
"Der Weg geht dorthin, wo die Angst ist."
"Der Mensch erleidet nicht soviel durch das, was ihm zustößt; wie durch die Art, in der er dieses Geschehen hinnimmt."

Schnuffel

Re: Ja, ich habe es wirklich getan!

Beitragvon Schnuffel » 29.07.2011, 20:55

Hallo Anxia!

Des hört sich ja echt toll an!! Freue mich für dich und finde es toll, dass du noch weiter an dir arbeitest und an dem, was noch damit verbunden ist!
Habe nach wie vor Respekt davor, was du dich getraut hast!!

wünsche dir noch viel Glück und Kraft für den rest deiner "arbeit"!!!

Grüße

Janinchen_007

Re: Ja, ich habe es wirklich getan!

Beitragvon Janinchen_007 » 30.07.2011, 11:02

Liebe Anxia,

auch ich habe großen Respekt davor, was du dich getraut hast und wie gut du an dir gearbeitet hast. Ich freue mich sehr für dich, dass es dir nun schon so viel besser geht. Ich wünsche dir weiterhin viel Kraft und drücke dir die Däumchen, dass es dir weiterhin so prima gehen wird, auch wenn du keine Therapie mehr machst. Aber es klingt auf jeden Fall ganz danach, als bräuchtest du das auch nicht mehr so wirklich bzw. als würdest du ganz bestimmt auch gut alleine klarkommen. ;) Ich wünsche dir viel Erfolg beim Bekämpfen deiner "Emo-Reste". Wenn du es bis hierhin geschafft hast, dann schaffst du das auch mit links. Berichte dann nach einiger Zeit unbedingt mal, wie es dir weiterhin ergangen ist - auch ohne Therapie. Übrigens: .. Dass die Angst noch in manchen Situationen, wie einer MDG, auftritt ist sicherlich ganz normal. Ich denke, dass auch Menschen ohne Emo eine MDG verabscheuen und viele sich da auch echt quälen müssen. Ist ja schließlich auch nichts schönes. Eine gewisse Abscheu vorm Erbrechen ist sicherlich normal. ;)

Ich schicke dir ganz viel Kraft, Durchhaltevermögen und liebe Grüße. :)

Benutzeravatar
anxia
Beiträge: 826
Registriert: 13.10.2004, 13:22
Wohnort: Berlin

Re: Ja, ich habe es wirklich getan!

Beitragvon anxia » 29.10.2011, 15:45

Vielen Dank für Deinen Beitrag Nirvana! Auch wenn das Ganze ja nun schon etwas länger her ist, tut es echt gut sowas zu lesen. Und wenn ich mich heute daran zurückerinnere, war's gar nicht soooo schlimm. Ich glaube mit dem entsprechenden Willen könnte das jeder hier auch.
"Der Wille kann Berge versetzen."
"Der Weg geht dorthin, wo die Angst ist."
"Der Mensch erleidet nicht soviel durch das, was ihm zustößt; wie durch die Art, in der er dieses Geschehen hinnimmt."

Trauriger_Engel

Re: Ja, ich habe es wirklich getan!

Beitragvon Trauriger_Engel » 03.11.2011, 07:06

Auch du hast meinen vollen Respekt, anxia. :ja:

Ich finde es toll, was du geschafft hast,. Ich könnte das nicht.

Benutzeravatar
anxia
Beiträge: 826
Registriert: 13.10.2004, 13:22
Wohnort: Berlin

Re: Ja, ich habe es wirklich getan!

Beitragvon anxia » 03.11.2011, 18:22

@Trauriger_Engel
Ich glaube, Du könntest das auch. Wichtig ist der Willen. Und der entstand bei mir aus der Einsicht der Notwendigkeit. Bei jeder anderen Angsterkrankung geht man genauso vor: man nähert sich dem gefürchteten Objekt schrittweise an und führt es dann durch. Und das so oft, bis das Gehirn gelernt hat, dass es nicht schlimm ist. In unserem Fall stellt da natürlich auch die ethische Frage. Und ganz so einfach ist es auch nicht. Man könnte sicherlich so oft kotzen, bis das Hirn es begriffen hat. Aber ob das körperlich gut ist und ob es nicht vielleicht aufgrund des Drumherums nicht irgendwann nach hinten losgeht (Schwäche, Magenschmerzen, Sodbrennen,...)
"Der Wille kann Berge versetzen."
"Der Weg geht dorthin, wo die Angst ist."
"Der Mensch erleidet nicht soviel durch das, was ihm zustößt; wie durch die Art, in der er dieses Geschehen hinnimmt."

mahmoody

Re: Ja, ich habe es wirklich getan!

Beitragvon mahmoody » 11.04.2012, 21:37

Anxia, das ist wirklich bewundernswert, dass du das durchgezogen hast.

Zur Diskussion ob JA oder NEIN:
Gibt es nicht einfach verschiedene Konfrontationsarten?
Für den einen ist es am schlimmsten sich selbst zu übergeben, der andere fürchtet sich mehr davor,
wenn andere spucken. Der dritte muss sich erst einmal mit dem Benutzen von öffentlichen
Verkehrsmitteln o.Ä. konfrontieren.

Ich hatte auch eine "Konfrontation" und zwar mit dem Busfahren,
das hielt ich in meinem Fall für sinnvoll und kann daraus viel mitnehmen.

Für dich erschien es sinnvoll, sich mit dem eigenen Erbrechen zu konfrontieren.
Und wenn es für einen selbst Sinn macht, kann es dann falsch sein?

Glycerine
Moderatorin
Moderatorin
Beiträge: 1105
Registriert: 09.03.2012, 09:44

Re: Ja, ich habe es wirklich getan!

Beitragvon Glycerine » 12.04.2012, 11:45

Manchmal wünschte ich, dass sich endlich die Möglichkeit der direkten Konfrontation bieten würde. Denn selbst wenn ich dann in Panik ausbreche (was zu 99% der Fall sein wird), dann kann ich die genauen Gefühle, die dort ablaufen, ergründen. Wenn ich mir das lediglich vorstelle, so ohne den wirklichen Geruch, die Geräusche etc. dann wirkt es völlig irreal und ich kann für mich sagen : Ok, du würdest versuchen ruhig zu bleiben. Würdest dir die Sätze immer wieder zusprechen, die sich als hilfreich erwiesen haben.
Zwar bin ich im Club, indem ich arbeite einige Male indirekt konfrontiert worden und auch am Erbrochenen vorbeigelaufen, aber das hat mir nichts ausgemacht.
Die einzige Konfrontation, die sich in letzter Zeit bot, war, als jemand mitten in den Club kotzte und jemand das wegmachen sollte, ich mich aber, wie alle anderen, gesträubt habe. Nur dass ich als einzige das große Zittern bekam, im Gegensatz zu den anderen. Dann war aber auch wieder gut.

Übrigens OffTopic, falls jemand gestern Grey's Anatomy gesehen hat, ich fand die letzte Szene, als Owen und Christina beide auf dem Badezimmerboden lagen, weil sie sich am chinesischen Essen den Magen verdorben hatten, so ,,schön'' und ,,beruhigend''. Sie haben zusammen gelitten, haben sich gegenseitig geholfen und es war so voller Liebe. Herr Gott, käme ich doch auch jemals dazu, dass so handzuhaben ;)
„Im Leben geht es nicht darum,zu warten bis das Gewitter vorbeizieht, es geht darum, zu lernen, im Regen zu tanzen. “

Kaddii93

Re: Ja, ich habe es getan! - Therap. begleitete Konfrontatio

Beitragvon Kaddii93 » 29.01.2013, 15:03

Hallo,

ich weiß, dass dieser Beitrag schon etwas äler ist, aber ich muss dir meinen Respekt zusagen.
Ich finde es wirklich wahnsinnig, sich solch einer Konfrontation zu stellen & davor habe ich großen Respekt, dass du den Schritt gewählt hast.

Liebe Grüße

Jasmin

Re: Ja, ich habe es getan! - Therap. begleitete Konfrontatio

Beitragvon Jasmin » 11.02.2013, 11:53

halloooo...

auch wenn der beitrag schon sehr alt ist... muss ich echt sagen hut ab...

ich bin auch der meinung das konfrontation das einzigste ist was wirklich helfen kann... aber denn mut habe ich leider nicht...

habe schon alles versucht eine verhaltenstherapie eine hypnosetherapie, anti depressiva nichts hat geholfen.

irgendwann hoffe und wünsche ich mir das es klick in meinem kopf macht und ich auch bereit bin mir helfen zulassen.

wünsche dir weiterhin alles gute

Gast

Re: Ja, ich habe es getan! - Therap. begleitete Konfrontatio

Beitragvon Gast » 13.02.2013, 11:41

ich bin auch der meinung das konfrontation das einzigste ist was wirklich helfen kann... aber denn mut habe ich leider nicht...


Nein, das stimmt nicht. Hier sind einige Ex Emos, die NICHT den Weg der Konfrontation gegangen sind und trotrzdem die EMO hinter sich gelassen haben.

Benutzeravatar
anxia
Beiträge: 826
Registriert: 13.10.2004, 13:22
Wohnort: Berlin

Re: Ja, ich habe es getan! - Therap. begleitete Konfrontatio

Beitragvon anxia » 13.02.2013, 12:23

Ich bedanke mich für den Respekt, der mir hier entgegen gebracht wird. Der Beitrag ist tatsächlich schon ein bisschen älter, aber ich kann mich noch sehr gut an die Sache erinnern und durchaus verstehen, dass viele anderen den Mut nicht hätten. Für mich war das damals auch ein enorm schwerer Schritt, aber ich bin heute froh, dass ich ihn gegangen bin.

Ein Bitte noch an alle:
Dieser Thread war bereits damals dazu bestimmt meine Erfahrungen mit dieser Konfrontation mitzuteilen und festzuhalten. Er sollte nicht dazu dienen über den Sinn oder Unsinn von Konfrontation zu diskutieren. Dafür gibt es andere Threads.
Ich beantworte hier nach wie vor gern Fragen zu meiner Konfrontation.
Die Moderatoren möchte ich ebenfalls bitten, die "Konfrontation-ja/nein" - Diskussionen aus diesem Thread fernzuhalten. Danke Euch.
"Der Wille kann Berge versetzen."
"Der Weg geht dorthin, wo die Angst ist."
"Der Mensch erleidet nicht soviel durch das, was ihm zustößt; wie durch die Art, in der er dieses Geschehen hinnimmt."


Zurück zu „Therapie, SHGs & Medizinisches“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast