FAQS zur Hypnosetherapie

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Dianati
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FAQS zur Hypnosetherapie

Beitragvon Dianati » 08.07.2009, 15:59

So hier habt ihr eine kleine Zusammenfassung was man so über Hypnosetherapie wissen sollte.
Aus eigener sehr positiver Erfahrung möchte ich euch mal einen kleinen Einblick gewähren und mit manchen Vorurteilen aufräumen:


Hypnose/Hypnosetherapie ist eine erprobte Therapieform in dem Gebiet der Psychologie.
Leider wird aber, speziell in den Medien, ein falscher Eindruck geweckt. Hypnose kann und wird nicht zu sogenannten Wunderheilungen führen.
Niemand wird nach einer Stunde Hypnose ein anderer Mensch sein. Speziell bei tiefsitzenden Angststörungen, wie die Emo, müssen Erfolge nicht innerhalb von einer Sitzung eintreten.
Jedoch ist die Hypnose ein Verfahren, dass einige Vorteile und Nachteile gegenüber der "normalen" Gesprächstherapie zu bieten hat.
Im folgenden erhaltet ihr einen kurzen Einblick:
Die Psychologie geht davon aus, dass die Menschen nicht nur im Bewussten handeln, sondern viele Handlungen und Denkweisen durch das Unterbewusstsein bestimmt werden.
So ist es z.B. zu erklären, dass der Mensch mit Angstsymptomen reagiert, obwohl einem der Verstand ganz klar sagt, dass es nichts gibt, wovor man Angst haben muss!
In der "normalen" Gesprächstherapie, wird der Patient mit dem Psychotherapeuten "nur" über seine Probleme, seine Erinnerungen und über die Dinge, die ihn bedrücken sprechen, die der Patient zu dem Zeitpunkt im Kopf hat. Der Psychologe kann nur über seine Erfahrung und sein Wissen versuchen hinter die Fassade zu schauen, um so vielleicht auch verdeckte Ängste und Gedanken zu entdecken.
Hier setzt die Hypnosetherapie an. Der Hypnotiseur kann als eine Art Reiseleiter betrachtet werden, der einem hilft ganz tief in sich hinein zu hören und seine Gefühle und Erinnerungen zu sehen, zu erleben und schlussendlich in Worte zu fassen. Die erzählten Gedanken, egal ob real oder nicht, werden notiert und zusammengetragen.
All das was das Unterbewusste dort preis gibt, sind unverfälschte und ganz natürliche, erlebte oder gedachte Gedanken. Alle zusammen ergeben ein Puzzle, welches zusammengesetzt, ein Bild des jeweiligen Menschen ergibt. Es ist also leichter hinter die Fassade zu blicken und es wird somit auch weitesgehend verhindert, dass irgendetwas hineininterpretiert wird, was so nicht stimmt.
Es ist korrekt, dass eine Hypnosetherapie weniger lange dauern wird als eine andere Therapieform. Jedoch werden auch hier mehrere Monate benötigt, um am gewünschten Ziel anzukommen.
Mit Hilfe von Hypnose wurden schon viele "psychische Störungen" langfristig behoben, ohne, dass im Nachhinein eine erneute Therapie notwendig wurde. Aber auch hier gibt es keine Garantie dafür.
Wichtig bei der Überlegung, ob eine solche Therapieform für einen in Frage kommt, ist: " Kann ich mich überhaupt wirklich voll und ganz öffnen, dem Therapeuten vertrauen, ohne irgendetwas zu verheimlichen oder dem ganzen misstrauisch gegenüber zu stehen?" Nur wenn man diese Frage mit Ja beantwortet, ist dies eine geeignete Therapieform, ansonsten nur verschenkte Zeit, die zu keinem Erfolg führen wird.

Wenn man sich für eine Hypnosetherapie interessiert sind folgende Informationen besonders wichtig.
1. Sie wird nur von privaten Krankenversicherungen oder einigen Zusatzversicherungen übernommen. Die gesetzliche Krankenkasse zahlt im Regelfall nichts dazu.
Die Kosten sind immer unterschiedlich, jedoch sollte mit mehreren Hundert Euro gerechnet werden. Genaues aber bitte in der jeweiligen Praxis erfragen.
2. Bitte immer auf die Qualifizierung des Therapeuten achten!!!
Vertrauenswürdige Hypnosetherapeuten sind gelernte Psychotherapeuten oder Heilpraktiker, mit abgeschlossener Prüfung und mehreren Jahren Weiterbildung
auf dem Gebiet der Hypnose. Nicht jeder, der sich Hypnotiseur nennt, darf auch "krankhafte Störungen der Psyche" behandeln. Also kurzen Werdegang
betrachten und wenn möglich auf verlässliche Referenzen/Erfahrungen zurückgreifen. Niemals auf irgendwelche unrealistischen Auskünfte vertrauen. Auch
bei einer Hypnose kann nicht jedem geholfen werden. Ein vertrauenswürdiger Therapeut, wird dieses bestätigen.

Wie ist es in Hypnose?

Das Gefühl in der Trance zu sein, wird häufig mit einer Art Halbschlaf verglichen. Ein rundum gutes, wohliges Gefühl. Der Körper wird nebensächlich und man ist ganz in sich selbst. Je nach Mensch unterscheidet sich die Empfindung aber natürlich sehr. Jedoch wird der reine Trancezustand nicht als unangenehm empfunden. Eher als Entspannung.


Fazit: Vor- und Nachteile hat jede Behandlungsmethode, man muss nur für sich herausfinden, welche die beste für einen selbst ist und sich mit dieser Entscheidung wohl fühlen. Allen Skeptikern auch nochmal die Versicherung, dass diese Therapieform, richtig angewendet, nicht super schnell und schon garnicht einfach ist. Auch hier sind negativ besetzte Gedanken im Kopf präsent und zerren an den Nerven. Es ist anstrengend und hat wirklich nichts mit Wunderheilung zu tun.

Egal wofür ihr euch entscheidet, sammelt Informationen und lasst es ggf. auf Vorgespräche drauf ankommen. Ihr müsst ein gutes Gefühl dabei haben!
Aber tut etwas! Das Leben ist zu kurz um Zeit zu verschenken!!!
LG Dianati
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Re: FAQS zur Hypnosetherapie

Beitragvon Dianati » 10.08.2009, 18:11

So kurze Aktualisierung und ein Hinweis eines Usern:
Hab ich jetzt zwar selber nichts von gehört aber vorsicht ist besser als Nachsicht!

Zitat: Ich war selbst knapp davor, eine zu beginnen und habe mit meiner damaligen Therapeutin darüber gesprochen. Heraus kam erschreckendes: Denn, nicht nur dass es (natürlich) ein paar unqualifizierte "Hypnoseonkel" gibt, die Chance dass es sich bei diesen Insituten um von Scientology besetzte Einrichtungen handelt, sind erstaunlich hoch.
Meine Therapeutin hat ihre Kontakte genutzt um das zu überprüfen und auch dazu ermunterst, sich an die jeweilige Krankenkasse, beziehungsweise die deutschen Ärzteregistert etc zu wenden und nachzuhaken, ob Vorfälle jedweder Art in dem Institut aufgetreten sind, dass einem helfen soll.

(AVA vom 10.08.2009)
LG Dianati
Moderatorin


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