Permanente Anspannung

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Parasomnia
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Permanente Anspannung

Beitragvon Parasomnia » 08.08.2015, 18:13

Hallo ihr,

ja, mir gehts insgesamt besser, aber ich bin nicht "geheilt". Und im Augenblick ist es wieder etwas schwieriger hier. Wie ich in meinem letzten Thread schrieb, studiere ich im Augenblick Kulturwissenschaften im Fernstudium. Nebenbei arbeite ich in zwei kleinen Minijobs und schreibe eine Menge für meinen Blog. Nun steht die nächste Prüfung fürs Studium an (07.09) und offensichtlich versetzt mich das bereits jetzt in Panik - wenn es denn daran liegt, ich rate nur. Seit über einer Woche komme ich mit recht wenig Essen aus, weil mir der Appetit vollkommen fehlt. Ich bin permanent angespannt, selbst im Ruhezustand ist mein Puls ungewöhnlich hoch. Ich muss bloß auf dem Sofa liegen und nichts tun (!!), trotzdem rast bisweilen mein Herz. Ich bin getrieben von einer ständigen inneren Unruhe und der absoluten Unfähigkeit, mich zu entspannen. Das ist natürlich nicht nur jetzt so, jetzt aber nehme ich es wieder verstärkt wahr. Als ich am Donnerstag zur Arbeit fuhr, hatte ich gefrühstückt. Ich fahre seit einigen Monaten täglich mit dem Fahrrad, das trainiert und bringt den Kreislauf in Schwung. Aber als ich dann auf Arbeit stand, hatte ich Herzrasen, meine Hände zitterten und ich konnte kaum irgendwo ruhig sitzen. Dasselbe heute Morgen beim Einkaufen. Schwitzige Hände, Zittern, Herzrasen, Übelkeit. Dabei denke ich nicht einmal ans Kotzen. Vielmehr kommen diese "Anfälle" vermeintlich völlig "out of the blue", wie man so sagt, ohne dass ich einen konkreten Auslöser ausmachen könnte. Vielleicht ist es bereits die Angst vor der Angst, die ja längst nicht mehr an ein angstauslösendes Objekt gebunden ist.

Ich wünschte wirklich, ich könnte mich mal ehrlich und aufrichtig entspannen. Stattdessen rühre ich mir abends pulverförmigen Beruhigungstee in kochendes Wasser. Ich habe schon versucht, zu meditieren und gebe zu: es ist gar nicht so einfach, das zu einer regelmäßigen Sache zu machen. Aber es gibt in mir offensichtlich einfach eine Verkrampftheit, die sehr hartnäckig ist. Selbst mein Hausarzt sagte mir mal, es könne nicht gesund sein, wenn jemand immer einen derart hohen Puls hätte, selbst im Ruhezustand. Mein Blutdruck ist in Ordnung, eher habe ich gelegentlich zu niedrigen als zu hohen. Die hohe Pulsfrequenz hat also andere Gründe. Permanenter Alarmzustand vielleicht. Gibt es jemanden, der ähnlich rastlos ist? Und wenn ja, was tut ihr dagegen? Mehr als Sport und Meditation ist mir bisher nicht eingefallen und beides zeigt nur sehr bedingt Wirkung. Und ich muss wirklich sagen: Ich denke wenig darüber nach, ob ich kotzen könnte. Darum geht es gar nicht primär, jedenfalls nicht im Augenblick. Viel dominierender und elementarer ist einfach die Angst (und irgendwie ja auch die Gewissheit), niemals zu wissen, was der eigene Körper womöglich bald veranstaltet. Ich kann mich in einer Sekunde gut fühlen und in der nächsten nicht mehr, ich bin ausgeliefert und kann nichts dagegen tun. Ich kann es allenfalls akzeptieren, aber das fällt schwer. Ich bin noch nicht alt genug für solche Zipperlein. Das schwächt und schlaucht, diese ständige Unberechenbarkeit. Mir ist völlig klar, dass man niemals alles wird berechnen und kalkulieren können. Auch "normalen" Menschen geht es manchmal schlecht, von jetzt auf gleich. Aber es kommt doch bedeutend seltener vor. Im Augenblick fühle ich mich am sichersten in meinen vier Wänden und das gefällt mir nicht.

(Natürlich werde ich dennoch nächste Woche wieder arbeiten gehen ...)
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Re: Permanente Anspannung

Beitragvon mimi » 09.08.2015, 09:40

Guten Morgen!

Mir ging es auch sehr lange so, ich hab damals dann gerade für den Akutzustand Tipps von einer Heilpraktikerin bekommen - mag sein, dass es nach Hokuspokus klingt, ich schreib es aber trotzdem mal schnell runter:

1) die Farbe blau soll eine beruhigende Wirkung haben - man soll also möglichst immer ein blaues Teil am Körper tragen - ja, daran muss man wohl wirklich glauben.

2) wenn du (unauffällig) deinen Puls misst, also mit 2 Fingern am Hals zum Beispiel, und eine Weile mitzählst, spürst du oft, dass er beim zählen schon gefühlt langsamer wird.

3) es gibt bestimmte Punkte (ähnlich wie Akupressur-punkte), die für innere Stabilität sorgen sollen. Hier mal die Übung: https://youtu.be/PXDcqNWBlnc


Grundsätzlich ist so eine Anspannung aber wahrscheinlich etwas, womit du weitgehend leben musst - gerade in solchen "besonderen" Phasen. Kannst du irgendwie zurückschrauben in der Prüfungszeit? Also den Nebenjob reduzieren zum Beispiel? Und hast du zwischenzeitlich genug Zeit, auch etwas für dich zu tun, etwas was dich allgemein entspannt? Lesen vielleicht?
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Re: Permanente Anspannung

Beitragvon Parasomnia » 09.08.2015, 11:32

Hallo Mimi.

Danke erstmal für deine Erfahrungen! Was manche Tipps von Heilpraktikern anbelangt, bin ich eher kritisch. Ich habe sowas schon ausprobiert, mir hat auch mal eine Homöopathin die Dosis von Globuli ausgependelt und gesagt, ich müsste mehr Gelb (!) um mich haben, das wäre meine Farbe. Unnötig zu sagen, dass das wenig genützt hat und dass ich das, offen gestanden, für ziemlichen Schwachsinn halte.

Kannst du irgendwie zurückschrauben in der Prüfungszeit? Also den Nebenjob reduzieren zum Beispiel? Und hast du zwischenzeitlich genug Zeit, auch etwas für dich zu tun, etwas was dich allgemein entspannt? Lesen vielleicht?


Viel zurückschrauben geht da nicht, ich muss ja auch von irgendwas leben. Ich bekomme natürlich finanzielle Unterstützung von meiner Mutter, aber letztlich arbeite ich nur 17 Stunden die Woche. Das liegt im Rahmen des Möglichen - und vor allem des Nötigen. Lesen gehört als Buchhändlerin und Bloggerin über Literatur zu meinem Job, das tue ich also ohnehin dauernd. Ob ich "genug" Zeit zwischendurch für mich habe, kann ich schwer einschätzen. Ich denke schon. Ich habe wenig sozialen Ausgleich zu meinen "geistigen" Tätigkeiten, weil einen gewissermaßen verschwindend kleinen Freundeskreis. Zeit für mich allein habe ich aber. Viel. :wink:

Ich werde wahrscheinlich immer ein eher nervöser Mensch sein, damit muss ich mich vermutlich arrangieren, aber diese plötzlichen Attacken extremer Anspannung müssen sich irgendwie abstellen lassen. Normalerweise trinke ich auch keinen Kaffee mit Koffein mehr, das habe ich mir abgewöhnt, weil es mit ziemlicher Sicherheit zu Panikattacken führt. Gestern habe ich mir das aber beim Lernen erlaubt, irgendwann gegen 15:00 nachmittags. Geschlafen habe ich dann nach zwei Tassen Beruhigungstee und zwei Gläsern Rotwein irgendwann zwischen 2 und 3 Uhr nachts. Ich meine, ich sag's mal neudeutsch: What the fuck?...
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Re: Permanente Anspannung

Beitragvon eswirdbesser » 09.08.2015, 11:38

Hallo,

auch mir geht es ähnlich. Ich habe öfters das Gefühl mein Puls lässt gleich meine Adern platzen, ich fühle dann deutlich mein Herzschlagen und den Puls in Handgelenken und Bauch klopfen. Mein Rücken ist so verspannt, egal wo ich da drauf drücke es tut echt weh, habe schon über eine professionelle Massage nachgedacht (aber noch nicht in Anspruch genommen). Dazu kommen weiche Knie.
Ich glaube auch, dass das von ständiger Alarmbereitschaft kommt. Ein ständiges Angstgefühl. Wobei ich mich gar nicht so ängstlich fühle. Ich habe mich mittlerweile damit abgefunden, dass wenn mir übel wird ich eben zum Klo gehe und da warten muss bis es vorüber geht.
Ich glaube das liegt daran, dass der Geist jetzt zwar etwas weiter ist, der Körper aber noch nachziehen muss. Der fährt das Angstprogramm ja jeden Tag und muss damit jetzt sukzessive aufhören. Eine gute Atemübung ist die 4-7-8 Übung. Ich klopfe dazu mit einem Finger noch ein Tempo, damit mich mein Herzschlag nicht aus dem zählen bringt. Atme tief in den Bauch durch die Nase ein und zähle bis 4. Dann halte für 7 Sekunden den Atem an. Dann atme 8 Sekunden durch den Mund leicht hörbar aus. Wiederhole das dann.
Falls du plötzlich das Gefühl hast Panik zu kriegen und schneller atmen willst, zwinge Dich das so fortzusetzen. Der Herzschlag wird schnell langsamer und man wird ruhiger.

Zur regelmäßigen Meditation kann ich mich auch nicht aufraffen, aber die Übung mache ich öfters, die ist auch recht unauffällig.

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Re: Permanente Anspannung

Beitragvon Parasomnia » 09.08.2015, 12:32

Wenn es tatsächlich die permanente Alarmbereitschaft wäre, hätte sich die Angst schon sehr von ihrem eigentlichen Gegenstand entkoppelt. Denn ich bin so oft so nervös, ohne, dass ich gerade Angst vorm Kotzen hätte. Oft weiß ich sogar, dass ich jetzt nicht kotzen werde.

Bei meinem stationären Aufenthalt vor einigen Jahren habe ich auch Entspannungstraining gemacht. Bei der Akupunktur sind andere eingeschlafen, während ich hätte aus dem Raum rennen wollen. Und auch progressive Muskelrelaxation hat selten was bewirkt. :|

Danke aber für den Tipp mit den Atemübungen, muss ich ausprobieren.
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Re: Permanente Anspannung

Beitragvon eswirdbesser » 09.08.2015, 12:54

Es ist sehr gut, wenn man die Angst identifizieren kann. Ich merke das immer, wenn ich plötzlich nur noch aus einem Raum raus nach draußen möchte. So ein richtig krasser Fluchtimpuls. Und da weiß ich, hey das ist nur Angst. Und selbst wenn ich nach draußen gehe ändert das nichts. Wenn ich mich wirklich übergeben müsste, dann würde ich das auch draußen tun. Also bleibe ich hier drin und lasse mich nicht von der Angst verscheuchen. Das ist schwierig, anstrengend und mühselig, aber mir hat das geholfen. Vor allem bestätigt es mich dann, wenn ich sitzen bleibe, dass es nur Angst ist und ich nicht flüchten muss.

Prog. Muskelrelax. hilft mir auch nicht so wirklich. Vor allem habe ich das Gefühl, dass das viel zu lange dauert. Atemtraining erzielt bei mir im akuten Notfall fast umgehend Wirkung und ich kann die Angst stufenweise runterfahren. von einer 9/10 auf eine 8/10 und weiter auf 7/10 - 6/10.

Was noch ganz interessant zu vermerken ist:
Der Körper reagiert mit Adrenalin auf viele verschiedene Dinge. Wenn du nervös bist, Lampenfieber, Anspannung, Angst, Stress. Die Gefühle unterscheiden sich eigentlich nur durch Deine Bewertung.
Stress weil du zu spät kommst, kann danach schnell in Angst umschlagen.

Angst äußert sich in vielen Symptomen, darauf kann man auch achten um das Unwohlseinsgefühl als Angst zu deuten. Mir hilft es ruhiger zu werden, wenn ich weiß woher das gerade kommt, vielleicht Dir ja auch.
Trockener Mund, Fluchtgedanken, Hitzegefühle, weiche Beine, wenn ich das bei mir fühle lasse ich mir davon keinen Stress machen sondern schalte einen Gang runter (zum Beispiel durch die Atemübung und das Wissen, dass gerade keine Gefahr droht).

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Re: Permanente Anspannung

Beitragvon schnueppchen » 09.08.2015, 16:46

Oh, das kenne ich nur zu gut. Leider weiß ich nicht wirklich, was man dagegen machen kann. Und ich kenne den Auslöser für diese permanente Anspannung nicht. Es ist ähnlich wie bei dir, an Erbrechen denke ich kaum und es ist auch nicht die permanente Angst davor, die zu dieser Anspannung führt.

Beruhigungstees, Muskelentspannung, Yoga, autogenes Training, alles ein Witz für mich. Es hilft nicht. Mein Puls ist auch viel zu hoch und ich leide unter permanenten Muskelverspannungen, weil ich immer ohne Grund angespannt bin. Selbst nachts, wenn ich schlafe. Meine Muskeln sind so fest, dass es mehreren Ärzten nicht gelungen ist, mir eine Spritze zu verabreichen. Im Februar führten diese Anspannungen und die daraus resultierenden Verspannungen zu einer halbseitigen Gesichtslähmung, weil den Nerven vereinfacht gesagt, das Blut abgequetscht wurde :shock: Die Lähmung dauerte Monate, Schäden sieht man immer noch und das wird wohl auch so bleiben.

Meine Ärzte und mein Therapeut sind ratlos. Das einzige, was hilft, ist eine kleine, blaue Tablette, die aber leider ziemlich schnell abhängig macht. Also auch keine Dauerlösung, obwohl mein Therapeut mir das nahelegt :? :shock:

Ich lese hier also gespannt mit :)

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Re: Permanente Anspannung

Beitragvon eswirdbesser » 09.08.2015, 17:00

Einfach mal 2 Wochen ultimativer Entspannungsurlaub? Irgendwo in einer einsamen Berghütte? Ich stelle mir das sehr entspannend vor. 2 Wochen lang sich um nichts kümmern zu müssen.

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Re: Permanente Anspannung

Beitragvon Kinabalu » 09.08.2015, 20:11

Witzig wie alle von Entspannung schreiben- ir gehts da wie dir. Ich hab letzes Jahr Pilates ausprobiert. Oh Gott ich habe es gehasst :lol: Wenn du mich quälen willst schmeiß mich mit ruhiger Musik in ein Schaumbad. Wenn ich angespannt bin kann man mich nicht in ne Decke rollen und mit nem Buch vr den Kamin legen. Da würde ich durchdrehen. Ich muss dann raus und mich bewegen. Meistens gehe ich spazieren im Power-walk tempo.
Am Besten ist es wenn dann noch meine Freundin mit ihrem Berner-sennen vorbei kommt und wir zur Hundewiese gehen und da mit ihm rumspielen. Ich bin total unsportlich aber davon abgesehn würde mir wohl Sport ganz gut tuen (ich war auch schonmal joggen aber das wurde dann ehr zur Lachnummer).

Hast du sowas mal ausprobiert. Nicht entspannen sondern auspowern?
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Re: Permanente Anspannung

Beitragvon Kinabalu » 09.08.2015, 20:14

Achso und erst recht nichts wo du noch viel denken kannst ;)

Vielleicht kannst du dir ja einen Hunde-gassi-führ-Job suchen. So 3x die Woche n stündchen oder zwei mit nem Hund laufen und spielen und wenn du Glück hast kriegst du dafür sogar noch n paar Euro.

Und Kaffee/ Cola/Schwarztee/energydrink.. würd ich vielleicht erstmal weglassen
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Re: Permanente Anspannung

Beitragvon eswirdbesser » 09.08.2015, 20:26

Man kann sich ja auch viele Arten entspannen und abschalten. Ich fahre auf ein Metal-Festival :)

Aber irgendein Ausgleich, vor allem mit Bewegung ist wirklich sehr gut. Vor allem weil man sich danach auch gut fühlt. Da stimme ich Kinabalu zu.
Wenn Hunde nichts für Dich sind, mach eine Radtour, geh spazieren/joggen/schwimmen/wandern was auch immer Dir Spaß macht.

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Re: Permanente Anspannung

Beitragvon Parasomnia » 09.08.2015, 20:52

Und Kaffee/ Cola/Schwarztee/energydrink.. würd ich vielleicht erstmal weglassen


Definitiv! Ich trinke ja, wie gesagt, eigentlich sowieso nur noch koffeinfreien Kaffee. Energydrinks nie und höchst selten Cola. Das war ein einmaliges Experiment, das ich sicher nicht wiederholen werde. Seltsam aber, dass ich früher Kaffee vertragen habe. Nicht in rauen Mengen natürlich, aber das, was mein Körper heute damit anstellt, unterscheidet sich wesentlich von dem, was vor 5-6 Jahren gewesen ist.

Was das Auspowern anbelangt, so fahre ich, wie gesagt, seit einigen Monaten mit dem Rad zur Arbeit und zurück. Und auch sonst lege ich hier alle Strecken, wenn möglich, mit dem Rad zurück. Ich habe also mehr Bewegung als die letzten zehn Jahre. Da saß ich nämlich zuletzt auf einem Fahrradsattel. Ich bemerke auch, dass mir das gut tut, die Bewegung, das Training, dass ich ganz langsam mal wieder sowas wie Kondition entwickle. Aber allein eine Radtour würde ich nicht unternehmen. Das finde ich irgendwie öde. Wie allein ins Kino gehen oder so. Hunde habe ich einige Zeit im hiesigen Tierheim ausgeführt, ehrenamtlich. Ich liebe Hunde und hätte auch gern wieder einen. Das wurde allerdings dann schwierig, als man gezwungen werde, in den heimeigenen Verein einzutreten, um das weiter machen zu können. Das war dann irgendwann eine finanzielle Frage. Und: offen gestanden möchte ich mir neben den zwei Jobs, dem Studium und der Blogarbeit ungern noch eine weitere Verpflichtung ans Bein binden. Ich glaube nicht, dass das zur Entspannung beitrüge.

Einfach mal 2 Wochen ultimativer Entspannungsurlaub? Irgendwo in einer einsamen Berghütte? Ich stelle mir das sehr entspannend vor. 2 Wochen lang sich um nichts kümmern zu müssen.


Allein wegzufahren stresst mich eher. Das ist noch eine große Baustelle für mich. Ich werde im Rahmen meines Fernstudiums auch mal zur mündlichen Prüfung in eine andere Stadt fahren müssen, außerdem natürlich im Laufe der Zeit auch zu Präsenzveranstaltungen. Und das kostet mich enorme Überwindung und ist wirklich mit Angst verbunden. Abgesehen davon, dass ich mir wohl kaum einen Urlaub leisten könnte. :wink:

Meine Ärzte und mein Therapeut sind ratlos. Das einzige, was hilft, ist eine kleine, blaue Tablette, die aber leider ziemlich schnell abhängig macht. Also auch keine Dauerlösung, obwohl mein Therapeut mir das nahelegt :? :shock:


Was denn für eine kleine blaue Tablette? o_O (und nein, ich würde keine Medikamente nehmen wollen)
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Re: Permanente Anspannung

Beitragvon Kinabalu » 09.08.2015, 21:27

Parasomnia hat geschrieben:Was denn für eine kleine blaue Tablette? o_O (und nein, ich würde keine Medikamente nehmen wollen)

Viagra. Da sind wir bei der nächsten Entspannungsmethode :lach:

Hast du denn eine Idee was dich wieder etwas runter bringen könnte. Also so die grobe Richtung?
Weil ich glaube wenn wir hier nur Hobbies/Aktivitäten aufzählen und du sagst warum das nix für dich ist (ist ja legitim) kommen wir nicht so schnell zum Ziel ;)
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Re: Permanente Anspannung

Beitragvon schnueppchen » 09.08.2015, 21:33

Ich weiß nicht, ob ich den Namen des Medikaments sagen darf, von wegen Medikamententipps. Fakt ist, ich hab diese Tablette 2x genommen und den Wirkstoff einmal intravenös gespritzt bekommen, und ja, es hat geholfen und ich hab mich sehr gut gefühlt. Aber es ist keine Dauerlösung und die Gefahren, gerade in Sachen Abhängigkeit sind mir viel zu hoch. Ich nehme es wirklich nur in Außnahmesituationen, die entweder maximal 2x im Jahr vorkommen oder hoffentlich nie wieder. Einmal hab ich es bekommen, als ich für eine spezielle MRT Untersuchung in einen Käfig geschnallt wurde, mich 60 Minuten nicht einen mm bewegen dürfte, um die Aufnahme nicht zu gefährden und gleichzeitig der begründete Verdacht auf einen bösartigen Hirntumor im Raum stand :shock: Da war das Zeug Gold wert, das war aber auch eine echt furchtbare Situation, die ich nie wieder erleben möchte! Und nein, es war kein Viagra ;) Wobei, die beiden Tabletten sehen sich verdammt ähnlich, ob das Zufall oder Absicht ist? :lach:

Für mich wäre Wegfahren auch keine Entspannung, sondern Stress pur. Hab ich Anfang des Jahres gemerkt, eine Woche Kreuzfahrt, Luxus und Entspannung pur. Und was war? Ich war heilfroh, als der Urlaub vorbei war und ich wieder zu Hause war. Das liegt aber daran, dass ich ein chronisch krankes, ziemlich schwieriges Pferd besitze und ich quasi in Dauersorge war, ob alles gutgeht. Ging es nicht. Urlaub ist daher eher Stress, eben weil ich eine riesige Verantwortung für das Tier habe und ich ihn einfach tierisch vermisst habe, zusätzlich zu all den Problemen.

Auspowern finde ich auch nicht schlecht, das hilft mir zumindest für den Moment. Und es hilft mir, wenn ich in diesen Momenten extremer Anspannung reden kann, egal über was, Hauptsache ich Rede. Nachts und wenn man alleine ist, nur etwas schwer umzusetzen ;)

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Re: Permanente Anspannung

Beitragvon Parasomnia » 09.08.2015, 21:38

Ja, ich dachte auch an Viagra bei kleinen blauen Pillen, deshalb .. :shock: :wink:

Ich habe keine Idee, was mich runterbringt, nein. Das ist ja das Problem. Wüsste ich das, würde ich es tun. Und so super viele Möglichkeiten der zusätzlichen Aktivität habe ich halt auch nicht. Ich wüsste gern, woher diese extreme Anspannung kommt. Heute Abend ist es ja schon etwas besser, weil ich heute wieder einmal den Stoff für die Klausur durchgegangen bin, deutlich erfolgreicher als vor einer Woche. Aber wenn das vor jeder Klausur immer so ein Drama wird, kann der Rest des Studiums ja amüsant werden.

Nachts und wenn man alleine ist, nur etwas schwer umzusetzen


In der Tat. :wink: Da ich meistens alleine bin eine eher zu vernachlässigende Alternative.
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