Liegt es an meinem Dad?

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Micha_Mausi
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Liegt es an meinem Dad?

Beitragvon Micha_Mausi » 16.02.2015, 17:42

Hallöchen,

ich frage mich ja nun schon sehr lange wo meine Emetophobie herkommt, was möglicherweise der Auslöser war. Und immer wieder komme ich zu dem Entschluss, dass es möglicherweise an meinem eigenen Vater liegen könnte...

(Vorsicht: Dieser Beitrag wird teilweise sehr, sehr eklig... nur so als kleine Vorwarnung... Aber ich muss es so dringend loswerden)

Mittlerweile komme ich mit der EMO immer besser zurecht, hab einige Fortschritte gemacht. Was das "Eigenerbrechen" angeht hat sich nicht viel gebessert. Ich verfalle nach wie vor in Panik wenn ich Durchfall bekomme, oder die Möglichkeit besteht sich an MGD anzustecken. Aber zumindest wenn Freunde um mich rum krank sind oder viel Alkohol konsumiert wird, ist es schon sehr viel besser geworden. Nur bei einer Person habe ich die größten Schwierigkeiten: Bei meinem Dad.
Es gab in der Vergangenheit einige Ereignisse die, glaube ich zumindest, zum Entstehen der EMO beigetragen haben. Alles aufzuzählen würde viel zu lange dauern, aber ich kann so viel sagen, dass es immer darum ging das mein Dad zu viel getrunken hatte und daraufhin irgendwas schlimmeres passiert ist. Er wurde teilweise aggressiv und ich hatte als Kind des Öfteren Angst in diesen Situationen. Wenn mein Dad zu viel getrunken hat (was zum Glück nicht oft vorkommt), dann erbricht er meistens. Und da mein Zimmer direkt neben dem Badezimmer ist, bekomme ich das ganze immer komplett mit. Das hat in der Vergangenheit oft zu schrecklichen Panikanfällen geführt und die Angst hielt oft wochenlang an. Das Schlimmste ist (und es ist mir eigentlich sehr peinlich darüber zu sprechen/ schreiben), mein Dad ist unglaublich unhygienisch... er duscht nicht, putzt sich nicht die Zähne und wechselt seine Wäsche nicht regelmäßig. Außerdem ist es ihm egal wenn er krank ist und erbricht, wenn sich andere anstecken. Er ist nicht bereit das Klo danach zu desinfizieren (das muss dann immer meine Mum machen)... Und weil er so eklig ist, halte ich es kaum aus in seiner Nähe zu sein. Nicht nur weil er übel riecht, sondern auch weil ich weiß, wenn er erbricht putzt er sich danach niemals die Zähne. Und diesen Gedanken finde ich einfach so abstoßend, dass ich einfach nur noch hoffe bald ausziehen zu können.
Es macht mir auch bei keinem Menschen so unglaublich viel aus wenn er sich übergeben muss als bei ihm. Es ist einfach schrecklich bei ihm. Es hört sich so schrecklich an, das kann man gar nicht in Worte fassen...
Wenn er nur ein Glas Wein trinkt (auf Feiern usw) dann habe ich schon wieder Angst, er übersieht es und trinkt zu viel und muss sich am Ende wieder die ganze Nacht übergeben. Er trifft auch das Klo nicht wenn er betrunken ist... Ich traue mich dann oft nicht aus meinem Zimmer oder auf die Toilette weil ich so Angst habe, dass dort noch "Reste" sein könnten...
Ich kann mittlerweile auch nichts mehr essen was mein Dad gekocht hat weil ich weiß, dass er sein essen oft während dem Kochen probiert, was ja normal kein Problem ist, aber er putzt sich eben nie die Zähne... Und das ist einfach nur unmenschlich eklig...

Ich glaube, ich kann meine EMO nicht besiegen solange ich mit ihm unter einem Dach wohne. Er wurde schon des Öfteren darauf angesprochen, aber er behauptet immer er würde sich doch regelmäßig waschen und die Zähne putzen. Das ist aber leider nicht der Fall.

Jetzt im Moment hat sich mein Dad eine normale Erkältung eingefangen (mit Husten, Schnupfen usw). Und wenn er hustet würgt es ihn immer ganz furchtbar und er sagt dann immer "Jetzt hätte ich fast gekotzt"...
Ich versuch aus dem ganzen zu lernen und neue Kraft zu schöpfen. Aber der Gedanke, dass es niemals besser werden wird solang ich zu Hause wohne raubt mir alle meine Kräfte. Jetzt sind ja Ferien und ich sitzte den ganzen Tag auf meinem Zimmer, weil ich ihm einfach nicht begegnen will, denn er hustet seine Mitmenschen auch gern mal an, und dass ist widerwärtig...
Ich habe zwar keine Angst wegen der EMO, aber ich habe Angst, dass ich noch ewig zu Hause wohnen muss (denn mein Dad will offensichtlich nich das ich ausziehe -.-) und dass die EMO dann wieder schlimmer wird. Ich glaube einfach, dass alles so viel leichter wäre, wenn mein Dad nicht wäre. Das klingt so gemein, aber ich halte es mit ihm einfach nicht mehr aus. Vielleicht geht es ja irgendwem genauso. Wollte das nur mal loswerden, sonst versteht das ja keiner außer vielleicht hier jemand :D

Liebe Grüße,

Micha

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Re: Liegt es an meinem Dad?

Beitragvon Perna » 16.02.2015, 18:52

Echt schwierige Situation und ich kann total gut nachvollziehen, dass du unter diesen Umständen so schnell wie möglich ausziehen willst.
Was sagt denn deine Mutter zur Unhygiene deines Vaters? Kannst du mit ihr mal darüber sprechen?

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Re: Liegt es an meinem Dad?

Beitragvon Micha_Mausi » 16.02.2015, 19:08

Mit meiner Mum kann man schon darüber sprechen, sie ist natürlich auch alles andre als glücklich damit. Sie kann natürlich sehr gut verstehen dass ich so weit wie möglich von zu Hause weg will, auch wenn sie das natürlich sehr traurig macht. Meine Mum hat schon oft versucht mit meinem Dad über das Problem zu sprechen, aber er wird dann entweder total sauer, oder behauptet eben dass die Vorwürfe gar nicht stimmen. Er blockt da leider total ab. Wir versuchen nun schon seit Jahren mit ihm darüber zu sprechen, aber wenn er nicht will, kann man eben auch nichts machen. Es ist natürlich sehr traurig für uns alle, weil die Familie scheinbar daran zerbricht. Ich will dringend weg, und meine Schwester ist schon ausgezogen und kommt nur noch wegen mir und meiner Mum nach Hause. Es ist so schade, weil mein Dad wenn er will ja wirklich sehr lieb sein kann.

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Re: Liegt es an meinem Dad?

Beitragvon Sase » 17.02.2015, 22:42

Erst mal muss ich sagen, dass ich es total klasse finde, dass du den Mumm hast darüber zu reden! Echt, Hut ab, das ist sicherlich nicht leicht!
Ich kann nur erahnen, wie es dir geht, so im Konflikt zwischen Papa, den man liebt, und Mensch, der ekelig ist... - denn man kann diesen Ekel beim Lesen schon gut nachvollziehen.
Bezieht sich deine Emetophobie denn nur auf deinen Vater? - Weil du fragst, "liegt es an meinem dad"?
Niemand wird kommen, um dir zu helfen - Du musst es selbst tun!

Micha_Mausi
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Re: Liegt es an meinem Dad?

Beitragvon Micha_Mausi » 26.02.2015, 22:17

Hallo Sase,

Danke für deine Antwort, ja es ist wirklich nicht leicht darüber zu reden. Das habe ich auch lange nicht getan, aber manchmal muss es einfach raus ;)
Und nein, meine EMO bezieht sich (leider) nicht nur auf meinen Dad. Aber ich frage mich eben immer wieder ob er einfach erheblich dazu beigetragen hat dass es so schlimm werden konnte, beziehungsweise ob er vielleicht sogar der Auslöser war. Ich habe immer die Hoffnung das es leichter wird die Angst zu bekämpfen wenn ich von zu Hause ausgezogen bin. Denn es gibt nichts schlimmeres für mich wie wenn mein Dad krank ist (MGD) oder eben getrunken hat. Bei meiner Mutter oder meiner Schwester macht mir MGD zwar auch Angst und ich pass gut auf damit ich mich nicht anstecke. Aber der große Unterschied ist, ich bekomme keine Panikattacken! Diese treten nur in Verbindung mit meinem Dad auf, zumindest zu Hause. Früher hatte ich ja auch regelmäßig Panikattacken wenn sich jemand in einer Kneipe übergeben musste. Aber ich habe die Situation immer überstanden und bin nie geflüchtet. Bei meinem Dad zieht sich die Panik bzw die Angst meist über mehrere Wochen.
Mittlerweile kann ich zwar denke ich sagen dass ich einiges erreicht habe und die Angst sehr viel weniger geworden ist. Aber es gab seit es mir besser geht auch keinerlei Vorfälle mehr, also weiß ich nicht was passiert, wenn sich mein Dad übergibt. Aber ich weiß, dass ich irgendwann wieder auf die Probe gestellt werde und hoffe nur, das mir meine Erfahrung und aufgebaute Stärke dann hilft die Situation besser zu meistern als früher. Ich habe oft einfach Angst, dass ich mich zwar jetzt sehr gut fühle, aber sich im Grunde nix geändert hat (vor allem in Bezug auf meinen Dad).
Es ist einfach alles so verwirrend. Und obwohl ich doch mittlerweile so stark geworden bin und viele Situationen mit links meistern kann in welchen ich früher fast kollabiert bin, habe ich manchmal Angst, dass das alles nur ein Trugschluss ist

Grüßle


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