Die Emo früher - und die Emo heute

Alles rund um Emetophobie, dass sonst nirgendwo hinpasst!

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ImStrongerThanYou
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Die Emo früher - und die Emo heute

Beitragvon ImStrongerThanYou » 23.12.2014, 14:55

Hallo ihr Lieben,

Ich bin verwirrt. Bisher nahm ich immer an, die Emo seit ich sieben war zu haben, da ich da meine erste Panikattacke hatte.
Allerdings schob ich früher nur Panik, wenn mir oder jemand anderem übel war oder ich/jemand anderer erbrach. Im Alltag sonst, verschwendete ich keine Gedanken daran.
Seit c.a. zwei Jahren, denke ich zwar ab und an mal im Alltag daran, was passiere wenn ..., aber die richtige Panik bekam ich immernoch erst bei Übelkeit/Erbrechen. Vor einem Jahr, hatte meine beste Freundin Bulimie und dann nahm meine Angst noch einen Tick zu und ich wollte sie nicht mehr sehen etc.
Das war alles, bevor ich einen Namen für diese Phobie wusste.
Vor drei Monaten etwa, hab ich durch googeln den Namen rausgefunden und hab mich seit dem stark verändert
Ich hab nun täglich Angst und Panik. Täglich ist mir übel usw.

Meine Fragen sind jetzt diese: Ich habe diese Probleme im Alltag wahrscheinlich nur bekommen wegen dem Informieren über die Emo, oder? Aber wie kann ich sie jetzt wieder bezwingen, so dass es wie früher ist? Hatte ich früher überhaupt schon die Emetophobie? Also kann man von einer Phobie überhaupt sprechen?

Dankeschön!

dariusbritt
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Re: Die Emo früher - und die Emo heute

Beitragvon dariusbritt » 23.12.2014, 17:06

Ich denke schon, dass das Emetophobie ist und auch war. Dass du im Alltag jetzt verstärkt Angst hast, könnte daran liegen, dass du dir der ganzen "potentiellen Gefahrenquellen" viel bewusster wirst. Oder du hast in letzter Zeit viel mehr Stress und die Angst dient als eine Art Schutzfunktion und will dich vor irgendetwas bewahren.

Darüber hinweg kommst du wohl nur, wenn du dich deiner Angst stellst und dich überwindest, Dinge immer und immer wieder zu tun, trotz Angst. Du musst wieder lernen, dass die Situationen/Dinge die dir Angst machen, gar nicht so gefährlich sind. Darüberhinaus ist es wichtig festzustellen, ob es wie gesagt in letzter Zeit, wo die Angst schlimmer wurde, irgendwas (neben der Angst gibt), was dich sehr belastet und dann ggf diese Ursachen so gut wie möglich zu beheben.

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Anna85
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Re: Die Emo früher - und die Emo heute

Beitragvon Anna85 » 14.01.2015, 21:26

Meine Fragen sind jetzt diese: Ich habe diese Probleme im Alltag wahrscheinlich nur bekommen wegen dem Informieren über die Emo, oder?


Jein sage ich mal ;) Es ist eine Mischung aus der sich erweiternden Sicht die du auf die Welt hast und der intensiveren Auseinandersetzung damit.

Die Weitsicht, die eben von der Kindheit an eine steile Entwicklung durchmacht ist definitiv ein Faktor. Du siehst also mehr Gefahren und Zusammenhänge, das wird sich nicht nur auf die Phobie beschränken, sondern auch andere Lebensbereiche betreffen. Leider bewirkt das eben auch, dass du mehr Ängste entwickelst weil dir mehr Gefahren auffallen und auch Scheinsicherheiten du du als Kind vielleicht hattest wegfallen. (So wie ich z.B. als Kind dachte Gott verhindert evtl. das ich kotze, das wusste ich natürlich später dann besser ;)).

Die Auseinandersetzung bewirkt immer eine Verschlechterung. Das ist beim Großteil so und man kann nicht mehr tun als schauen WIE viel schlimmer es bei einem wird. Aber fürchte dich nicht deswegen, in diesem Fall stimmt der dumme Spruch "Nach Regen kommt Sonnenschein" wirklich. Wenn du merkst, dass es aus dem Ruder läuft, dann brauchst du Leute die dich ein bisschen leiten auf deinem Weg das alles verstehen zu lernen und die vielleicht wissen was als erstes kommen sollte und was man vielleicht lieber noch ein wenig unangetastet lässt, also einen guten Therapeuten z.B.. Oft regelt es sich aber sogar von alleine mit dieser "Erstverschlimmerung". Als ich hier angefangen habe zu lesen wurde es bei mir auch immer schlimmer die erste Zeit, also weit über ein Jahr lang ging es steil bergab. Mir haben meine engen Freunde und meine Familie gesagt ich soll bloss aufhören mich damit zu beschäftigen und aus dem Forum gehen. Habe ich aber nicht gemacht weil es sich falsch anfühlte. Und das war im Nachhinein betrachtet gut so. Ich habe aber sehr wohl mal phasenweise nur gelesen und auch nur sehr selektiv, also z.B. das Panikforum gemieden oder gewisse Themen. Es kann aber sein, dass du noch Extrahilfe brauchst. Zögere nicht dir diese zu holen und vielleicht willst du dann eine Weile nicht hier lesen weil du es als destabilisierend empfindest, lass es dann ruhig. Hör auch ein bisschen auf dein Gefühl was richtig für dich ist. Manchmal hat man eine Zeit da geht man lieber zur Therapie und belässt es bei diesen Terminen, manchmal liest man lieber ein Buch zum Thema Angststörungen für sich und dann ein anderes Mal will man sich wieder austauschen und kehrt ins Forum zurück.

Aber wie kann ich sie jetzt wieder bezwingen, so dass es wie früher ist? Hatte ich früher überhaupt schon die Emetophobie? Also kann man von einer Phobie überhaupt sprechen?


Vermutlich wird es nicht mehr so werden wie früher. Der Entwicklungsschritt sich bewusst über sein Problem zu werden und es anzugehen ist getan und beeinflusst das Leben ab dem Zeitpunkt. Ein "zurück" gibt es also wahrscheinlich nicht, aber nach VORNE geht es :D Du wirst vermutlich durch einige leidvolle Phasen gehen die nächsten Jahre. Wichtig ist, dass du dir - entweder in Eigenregie oder mit begleitender Therapie - weiterhin Ziele setzt, dass du versuchst so gut du kannst an dich zu glauben und auch an eine Zukunft ohne Angst. Es macht nichts, wenn du in 10 Jahren feststellst das die Angst noch irgendwie da ist, denn DU wirst dich so verändert haben bis dahin, dass die Angst nicht mehr soviel Macht hat. Es ist echt wichtig den Mut nicht zu verlieren. Man kann wirklich viel schaffen.

Ob du früher die Emetophobie hattest...naja... Hattest du irrationale und überdurchschnittliche Angst vor Erbrechen in irgendeiner Form? Wenn die Antwort Ja ist...dann warst du auch bevor du den Namen kanntest schon Emetophobiker. Ich hab es auch bewusst seit etwa meinem 6 Lebensjahr, und ich weiss seitdem "Ich hab Angst vorm Kotzen" und etwa seit meinem 18 Geburtstag "Ich habe Emetophobie", aber das ist ja nur eine Bezeichnung, die Angststörung ist ein komplexeres Ding und hört leider nicht auf wenn man sie sozusagen zum "no name" Produkt wieder macht...hach das wäre zu schön! ;) Es muss dir nicht täglich übel sein um Emetophobiker zu sein, aber es KANN passieren das es phasenweise so ist. Die meisten hier hatten und haben solche Zeiten.

Ein großes Ding was denke ich in fast allen Fällen stimmt: Vermeidung funktioniert nicht. Egal was du versuchst zu verdrängen, es findet seinen Weg dir auf den Keks zu gehen. Und eine unkontrolliert auf dein Leben einwirkende Angststörung ist viel unschöner als wenn du ihr ins Auge siehst und lernst zu verstehen wie sie dich beeinflusst. Ich denke dafür würde ich fast meine Hand ins Feuer legen. Du wirst vielleicht nicht alles aushebeln und ausradieren können, aber du wirst es KENNEN, du wirst dich kennen. Und das hilft. Sehr.
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Re: Die Emo früher - und die Emo heute

Beitragvon Sase » 15.01.2015, 08:44

Toller Beitrag, Anna! :top:
Niemand wird kommen, um dir zu helfen - Du musst es selbst tun!

Sonnenblume1986
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Re: Die Emo früher - und die Emo heute

Beitragvon Sonnenblume1986 » 15.04.2015, 12:13

Früher konnte ich noch besser damit umgehen und bin auch mal weg gegangen und hab was getrunken.

Mit dem Alter (gerade mit dem Mama werden) wurde es schlimmer...

Weg gehen gar nicht mehr, wo Alkohol getrunken wird gehe ich erst gar nicht hin und mich in den Flieger zu setzen würde an einem Wunder grenzen. Es könnte ja jemanden beim Starten übel werden...


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