Emetophobie als Selbstschutz???

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Micha_Mausi
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Emetophobie als Selbstschutz???

Beitragvon Micha_Mausi » 22.07.2014, 19:51

Hey meine Lieben,

es geht uns ja allen gleich damit, dass wir uns viel zu viele Gedanken über das Erbrechen machen. Ich denke täglich darüber nach wie es sein wird, wenn es mal passiert. Nachdem ich mich das letze mal in meiner Kindheit, vor über 12 Jahren (bin jetzt 22) übergeben habe, fehlt mir jeder Erinnerung daran. Aber ich frage mich ganz oft: "Was wäre, wenn ich mich jetzt sofort übergeben müsste?" Und in diesem Moment finde ich den Gedanken überhaupt nicht schlimm, habe auch schon oft genug versucht mir nach dem Essen den Finger in den Hals zu stecken, jedoch immer ohne Erfolg. Die Versuche blieben aber nicht aus Angst vor dem Erbrechen erfolglos, sondern eher aus der Angst in eine Essstörung abzurutschen, weil ich ja weiß, dass man sich nach dem Essen nicht übergeben sollte :biggrin:
Aber wenn es mir dann wieder schlecht geht, sei es in Folge einer Panikattacke oder anders bedingte Übelkeit, dann finde ich den Gedanken daran schrecklich. Aber woran liegt das denn nur? Liegt es einfach daran, dass man nie weiß wann oder ob es tatsächlich passiert? An der Unvorhersehbarkeit? Liegt es nur daran, dass man Angst hat es nicht rechtzeitig auf die Toilette zu schaffen? Liegt es einfach an der schrecklichen Übelkeit, die einem solche Angst macht??
Ich weiß es nicht, aber ich finde das einfach irgendwie seltsam :D

Ich überlege auch oft, ob die EMO nur so schlimm geworden ist, damit ich mich selbst schützen kann, sprich wegen Bulimie und so. Ich finde es auch generell nicht schlimm, wenn sich Bulimiker übergeben, da könnte ich glaube ich sogar hautnah dabei sein ohne eine Panikattacke zu bekommen, is doch eigenartig :lol:
Ich fand Erbrechen aber eigentlich schon immer schlimm, schon bevor ich Probleme mit dem Essen bekommen habe. Aber ich glaube, dass erst seither die EMO richtig in den Vordergrund gerückt ist, vielleicht is sie ja nur eine Art Selbstschutz oder so? Aber warum habe ich dann auch so große Angst, wenn sich andere Menschen übergeben? Irgendwie passt nichts zusammen :roll: Meint ihr es gibt so etwas, dass die EMO zum Selbstschutz entsteht, oder zumindest erst dann so stark wird??? Klingt ja eigentlich unglaublich bescheuert, aber ich würde einfach mal zu gern wissen, woher die EMO kommt, es macht mich einfach fertig keinen Auslöser zu finden :lol:

Also wollte ich mal fragen, ob es euch genauso geht? Macht ihr euch auch Gedanken wie es wäre, wenn ihr euch jetzt auf der Stelle übergeben müsstet (also wenn es euch sonst gut geht)? Is doch komisch, dass man sich dann während es einem schlecht geht nicht auch an den Gedanken gewöhen kann, dass es ja eigentlich nicht schlimm ist. Vielleicht kennt diese Gedanken ja der ein oder andere :D Vielleicht spinnt sich das aber auch nur mein krankes Hirn zusammen :lol:

Liebe Grüße,
Micha

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Re: Emetophobie als Selbstschutz???

Beitragvon Sase » 24.07.2014, 14:08

Hallo Micha,

die wenigsten Emos können sich vorstellen, sich den Finger in den Hals zu stecken oder würden das wirklich tun. Von daher gehörst du damit wohl eher zu einer Minderheit :) ABER, du könntest genau an Hand dieses Phänomens bei dir mal gedanklich etwas tiefer einsteigen und dich ganz gezielt fragen, wo für dich der Unterschied zwischen dem eigeninduzierten "plötzlichen" Erbrechen ist und einem "unkontrollierten" Erbrechen.
Die Frage, ob man lieber spontan oder mit Vorwissen erbrechen würde, ist für viele auch ganz hilfreich, um sich ein bisschen auf die Schliche zu kommen: Wenn du die Möglichkeit hättest heute und hier zu erfahren, wann du dich das nächste Mal übergeben wirst, würdest du das wissen wollen oder lieber nicht?

Den Zusammenhang zwischen Emetophobie und Essstörung (gibt es einen? Gibt es keinen? Ist es Schutz?) usw. finde ich auch ganz interessant und habe ich auch schon öfter gelesen über die Jahre. Wenn du magst, mach dazu doch mal einen eigenen Thread auf und erläuter mal ganz konkret deine Gedanken dazu.
Niemand wird kommen, um dir zu helfen - Du musst es selbst tun!

Micha_Mausi
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Re: Emetophobie als Selbstschutz???

Beitragvon Micha_Mausi » 26.07.2014, 13:17

Also wenn ich die Chance hätte, jetzt sofort zu erfahren wann ich mich das nächste mal übergeben werde (und sei es erst in ein paar Jahren), ich würde es auf jeden Fall wissen wollen, dann könnte man sich ja viel besser darauf einstellen und vorbereiten :D Ist schon eine komische Sache, ich kann meine Gedanken zu dem Zusammenhang zwischen EMO und Essstörung selbst nicht so genau erläutern, mir kam der Gedanke einfach irgendwann mal als ich mich mal wieder in meine Vergangenheit vertieft habe und verzweifelt versucht habe einen Grund bzw Auslöser für die EMO zu finden :lol: Ob das überhaupt was miteinander zu tun hat (es is ja doch sehr widersprüchlich) weiß ich eben auch nicht. Aber Ängste treten ja nicht grundlos auf und ich habe bei mir auf jeden Fall festgestellt: Wenn ich die EMO wieder besser im Griff habe und die Angst relativ selten auftritt, dann schiebt sich sofort das Thema "Abnehmen" zurück in mein Leben. Ich wechsel also immer zwischen Panikattacken wegen der scheinbar unbezwingbaren Angst zu Erbrechen und zwischen der panischen Angst zu fett zu werden. Und je mehr ich darüber nachdenke, desto mehr finde ich, dass die beiden Sachen in meinem Fall irgendwie zusammengehören. Aber ich weiß es eben einfach nicht. Vielleicht will ich das auch nur denken um endlich einen Grund für den ganzen Mist zu haben :roll:
Immer wenn mir so was durch den Kopf geht glaube ich, dass eine Therapie vielleicht doch gar nicht so schlecht wäre :lol: Aber dazu müsste man ja auch erstmal einen Therapeuten finden der die EMO ernst nimmt und daran glaub ich irgendwie schon lange nicht mehr :D


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