(Whatsapp-)Gruppen hilfreich?

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dariusbritt
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(Whatsapp-)Gruppen hilfreich?

Beitragvon dariusbritt » 21.02.2014, 21:49

Heyho,
Weil ich das nicht unbedingt in eine der Gruppen-Gesuche Threads schreiben wollte, habe ich einfach mal einen Thread aufgemacht. ;)

Ich habe in letzter Zeit nicht nur hier oft Anfragen für Whatsapp-Gruppen gesehen. Ich bin aber bisher sehr kritisch diesen gegenüber, was den Nutzen angeht. Ich habe irgendwie so das Gefühl, dass diese Angebote hauptsächlich die annehmen, die (wie ich) noch sehr große Probleme haben. Und irgendwie habe ich die Befürchtung, dass vieles dort einfach nur auf Bemitleiden und Trösten hinausläuft? Also, bspw. jemand hat am Abend sehr große Angst und tauschen sich mit jemandem aus, der gerade das gleiche Problem hat und versucht sich zu beruhigen. Aber ich kann mir irgendwie nicht vorstellen, dass dort ein konstruktives, ehrliches Wort bei rumkommt und wenn, dass es eher selten ist?

Also, es wäre fantastisch, wenn mal jemand erzählen könnte, wie das bei euch in den Gruppen so abläuft, worum es geht, in wiefern es auch wirklich weiterhilft und nicht nur Futter für's Selbstmitleid ist?

Liebe Grüße!

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Giiqii
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Re: (Whatsapp-)Gruppen hilfreich?

Beitragvon Giiqii » 01.03.2014, 21:34

Also ich bin seit November mit 12 anderen Betroffenen und ich muss sagen ich bin froh diese wunderbaren Menschen kennengelernt zu haben! Ich habe eine beste Freundin und 3 andere sehr sehr gute Freunde gefunden, ich wüsste nicht mehr was ich ohne sie tun sollte! Ich bin was die emo angeht schon weit voran und so gut wie nicht mehr eingeschränkt, und es sind mehrere die schon gut mit der Emo umgehen! Und wir verpassen den etwas "schwächeren" einen kleinen Schubs in die richtige Richtung, wir bemitleiden uns überhaupt nicht selbst sondern Helfen uns gegenseitig. Habe mich mit zwei aus der Gruppe schon getroffen und wir wollen bald ein Gruppentreffen machen. Ich bin wirklich sehr glücklich alle zu haben! :)
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Re: (Whatsapp-)Gruppen hilfreich?

Beitragvon blondie1982 » 03.03.2014, 20:27

Mal einen kurzen Einblick in unsere Whatsapp Gruppe. Wir sind wie Giiqii schon sagt mehrere Leute aus ganz Deutschland, die auf unterschiedlichen Stufen der Emo stehen. Ich finde es ganz wichtig, eine Person bei zu haben, die das Ganze schon gut im Griff hat und auch Erfahrung mit dem Thema hat und Denkansätze wie auch Hilfestellungen geben kann. Sonst wäre es vermutlich ein reines Kopfstreicheln, Panikmachen und Chaos sowie bemitleiden. Wir sind ne gute Mischung aus positiv Denkern und Hilfestellern. Natürlich hilft nicht immer das gut zureden, manchmal muss auch der Hammer her. Das gab auch schon mal Unstimmigkeiten, welche besprochen und diskutiert wurden aber kam immer zu dem gleichen Ergebnis aufgeben gillt nicht. Und man sollte schon Kritikfähig sein denn es wird in der Gruppe reflektiert und auch angemerkt wo der Hase im Pfeffer liegt.

Viele haben sich durch die Gruppe verändert, trauen sich mehr zu und können auch jederzeit offen über alles reden, sei es der Durchfall oder andere Nebenerscheinungen. Es ist immer wer da der Mut macht oder einfach nur mal sagt, kenne ich, mach dir keine Sorgen. Man gewinnt hierdurch auch Freunde und Menschen die wissen wie es ist, heute mal nicht alles zu schaffen was man sich vorgenommen hat, aber es ist sicher kein bemitleiden oder nur Trösten und ehrliche harte Worte kommen da oft, gerade von mir :roll: aber ich habe den Standpunkt als "Mutti" der Gruppe auch klar gemacht, wer nur jammern will ist hier falsch, denn es wird auch über den Grund und die Ursache gesprochen, über die Wege der Verhaltenstherapie und das Augenöffnen wird hier groß geschrieben! Es ist wichtig das in so einer Gruppe ein Gleichgewicht herrscht von Neulingen und Erfahrenen. Und Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut :wink:
Das Schicksal ereilt einen oft gerade auf den Wegen, die man eingeschlagen hat, um ihm zu entgehen.
Jean de la Fontaine

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Re: (Whatsapp-)Gruppen hilfreich?

Beitragvon dariusbritt » 04.03.2014, 22:14

Sowas hatte ich ja erhofft. Und es variiert natürlich von Gruppe zu Gruppe. Aber ich habe z.B. auch von einem Mitglied einer Gruppe eine private Nachricht bekommen, wo gesagt wurde, dass es eben leider doch immer nur ein gut Zureden ist. Und genau sowas befürchte ich und das hilft ja auch niemandem.

Aber ich freue mich sehr, dass euch beiden die Gruppe so gut hilft! :) Wie ihr schon gesagt habt, es kommt wohl wirklich sehr auf die Mischung an und darauf, dass es eben nicht nur eine Gruppe von Leuten wird, die alle gleich weit am Anfang ihres Kampfes stehen.

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Re: (Whatsapp-)Gruppen hilfreich?

Beitragvon MamaVanni » 08.03.2014, 13:44

Hallo,
Ich wäre auch gern dabei, eine neue whats App Gruppe zu gründen. Auch als der arschtrittgeber :)
Ich arbeite schon lange an meiner Emo und bin, wie ich finde, auf einem guten weg.
Also- ich hab Lust!
Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewißheit, dass etwas einen Sinn hat, egal wie es ausgeht.
Vaclav Havel

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Re: (Whatsapp-)Gruppen hilfreich?

Beitragvon Sase » 09.03.2014, 17:44

Bei unsere Gruppe ist es so:
Wir sind die Invalidengruppe aka. EmoMütter-Gruppe :lach:
Dadurch, dass wir alle Kinder haben, sind wir eigentlich weniger damit beschäftigt, Dinge tief aufzudröseln (das geht auch, wie ich finde per Whats app nicht), sondern eigentlich kontinuierlich mit irgendwelchen Situationen konfrontiert, durch die wir uns durchpeitschen gegenseitig (kann man das so sagen? @die anderen).
Ich glaube, es wäre gelogen zu behaupten, dass wir nie "Jammern", allerdings geht's dabei weniger um Emo-Aspekte, als vielmehr, dass wir momentan alle die "Im Winter sind wir ständig krank"-Kacke durchmachen. Einige von uns mussten sich in den letzten Monaten auch sehr unangenehmen eingriffen (Magenspiegelung, OPs, Vollnarkosen) unterziehen.

Ich glaube, für unsere Mitglieder ist es oft wichtig, einfach etwas los zu werden. Eigentlich sind alle im Stande sich bereits selbst irgendwie runterzuholen. Oft wird auch im Nachhinein berichtet. Wir sind eigentlich mittlerweile gute Vertraute und führen auch typische "Mama-Gespräche".

Meine Bilanz ist:

+ Man kann sich jederzeit wohin wenden
+ Man kriegt Arschtritte und Unterstützung (das bringt allerdings nur was, wenn man grundlegend von selbst bereit ist Dinge auch zu machen, wir überreden niemanden sich einer OP zu unterziehen oder sowas...)
+ definitive Antwort
+ Man kann sich ein und ausklinken in Gespräche

- begrenzte Schreibmöglichkeit
- tiefergehender Austausch nicht ohne Weiteres möglich (geh immer mal, aber auf Dauer zu unbequem zum Tippen)

Ich denke es ist sehr wichtig, dass die Mischung stimmt, dh. das Betroffene unterschiedlicher Entwicklungsstufen drin sind.
Niemand wird kommen, um dir zu helfen - Du musst es selbst tun!

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Re: (Whatsapp-)Gruppen hilfreich?

Beitragvon dariusbritt » 09.03.2014, 20:06

Gerade der Punkt mit dem "sich jederzeit an jemanden wenden können" ist vielleicht gerade auch einer der bedeutendsten Aspekte, weshalb ich für mich eine WhatsApp-Gruppe nicht unbedingt als etwas ungemein Wertvolles ansehe, da ich jederzeit die Möglichkeit habe, Hilfe in Form eines Gesprächs - und wenn es nur fünf Minuten sind - zu bekommen (auch professionell). Kann mir gut vorstellen, dass es etwas anders ist, wenn man so viele Verpflichtungen hat wie bspw eine Mutter.

Hm, ich glaube es ist für mich besser nicht ein Teil einer "so großen" Gruppe zu sein. Ich bräuchte eher jemanden permanent bei mir, der mir jedes Mal einen Schlag auf den Hinterkopf oder Tritt in den Hintern gibt, wenn ich irgendwas dummes (Emo-bezogen) mache. ;D

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Re: (Whatsapp-)Gruppen hilfreich?

Beitragvon Sase » 09.03.2014, 21:05

@DariusBritt: Ich verstehe gut, was du meinst. Diese Bedenken habe (hatte) ich auch. Ich denke mir, dass es für einige Leute sehr kontraproduktiv ist. Allerdings kann ich das für meine eigene Gruppe definitiv nicht ebstätigen. Es gab aber auch schon hier im Forum Leute mit diesem Problem (also das gabs auch schon vorm Smartphonezeitalter).
Ich halte aber auch die Variante von einer Bezugsperson vor Ort, die Arschtritte verteilt kritisch. Im Grunde muss man dahin kommen, dass man in der Lage ist, sich dieses Arschtritte selbst zu geben, ansonsten geht man in eine nächste Abhängigkeit und füttert die Mechanismen zur Aufrechterhaltung der Angst. Aber es kann eine gute Zwischenlösung sei(!)
Es ist wie alles eine Frage des Typs. :D
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Re: AW: (Whatsapp-)Gruppen hilfreich?

Beitragvon ramonacx » 10.03.2014, 02:14

Ich finde die Idee super, habt ihr noch einen Platz frei? :) Ich bin neu und muss auf meinen Therapiegewinn warten, aber habe eine sehr ausgeprägte Emo. Es wäre super sich mit anderen darüber auszutauschen und Tipps zu erhalten/zu geben. Ich bin 16 und habe sehr viele Freundschaften durch die Angst einbüßen müssen, da es nur wirklich wenige verstanden haben, vielleicht finde ich hier Leute, die das Selbe erleben und mit denen ich darüber sprechen kann :)

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Re: (Whatsapp-)Gruppen hilfreich?

Beitragvon handcreme1 » 27.04.2014, 11:48

Ich würde auch sehr sehr gerne in eine Gruppe aufgenommen werden.;)

Ich bin hier auch neu, und 21Jahre alt.
Ich arbeite im Kindergarten und jedes Mal wenn MGD rumgeht, bin ich ein lebendiges Wrack und sehne schon die nächsten Ferien herbei, und hoffe das die Welle anschließend vorbei ist.

Ich bin aber für MGD nicht sehr anfällig, ich kämpfe eher mit Magenschleimhautentzündungen.

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Re: (Whatsapp-)Gruppen hilfreich?

Beitragvon tanyamoustache » 27.04.2014, 14:26

Wenn ihr eine WhatsApp-Gruppe sucht, schaut doch am besten mal hier auf dem Schwarzen Brett: http://www.emetophobie.de/forum/viewforum.php?f=3
Da gibt es gleich mehrere Threads von Leuten, die noch Mitglieder suchen!

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Re: (Whatsapp-)Gruppen hilfreich?

Beitragvon kleeblatt » 29.04.2014, 21:50

Ich muss zu diesen Gruppen sagen sie ziehen einen mehr runter als alles andere.
Ich war auch in einer dieser tollen Gruppen und ja dort wird viel Gejammer und gemeckert und manchmal denkt man sich nur seinen teil und traut sich nicht die Meinung zu sagen weil man die Person nicht verletzen will.
Oft geht man auch unter und es wird nicht darauf eingegangen.
Außerdem wird einem etwas vorgemacht und man denkt man hat halt und Freunde gefunden aber wenn diese sich dann wegen jeder Kleinigkeit streiten, sich gegenseitig anlügen und runter ziehen dann bringt das alles nichts. Gruppen können sicherlich helfen wenn man sich nicht gegenseitig verarscht.

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Re: (Whatsapp-)Gruppen hilfreich?

Beitragvon linselpee » 01.05.2014, 16:46

Hey,

wo finde ich denn die ein oder andere Whatsapp-Gruppe? Ich bin ganz neu hier und ich denke, mir würde es helfen mit "Gleichgesinnten" über Whatsapp zu schreiben. Oder gibt es auch treffen oder so? Ich komme aus Paderborn, bin 26 und weiblich.

VLG

Linselpee


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