wie bescheuert man manchmal ist...

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Nick
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wie bescheuert man manchmal ist...

Beitragvon Nick » 22.01.2014, 23:57

Hallo

Ich schildere hier mal mein heutiges Gedanken WirrWarr

Ein Kollege ist gestern früher von der Arbeit nach Hause weil er MD hat. Jetzt hab ich natürlich Panik das ich mich angesteckt habe. Er hatte auch an meiner Zigarette gezogen usw

Heute hab ich frei und um mich abzulenken hab ich aufgeräumt und etwas um geräumt in meiner Wohnung. Als ich fertig war habe ich gemerkt das ich ca 3 Stunden nicht mehr daran gedacht habe mich angesteckt haben zu können. Dann aber (und jetzt kommt der Schwachsinn) hab ich gedacht das ich das nicht vergessen darf damit es nicht überraschend kommt bzw kriegt man MG und ähnliches ja auch oft wenn man gar nicht daran denkt.

Ich weiß das das total blöde ist, aber auf der anderen Seite will ich nicht daran denken und Panik bekommen, auf der anderen Seite will ich es aber auch nicht vergessen um nicht überrascht zu werden wenn ich mich wirklich angesteckt habe.

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Schlucki
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Re: wie bescheuert man manchmal ist...

Beitragvon Schlucki » 23.01.2014, 01:44

Der Punkt ist, dass wenn du MDG kriegen solltest, du sie eh hast. Ob du nun damit gerechnet hast oder nicht. Wenn du damit gerechnet hast, hast du nur Zeit und Nerven zusätzlich drauf verschwendet, als wenn du deine Zeit ohne Angst genutzt hättest.
Diese komische Scheinsicherheit, die man erzeugen möchte, die im Notfall aber eh sinnlos ist, ist voll der Motor für die Angst, weil sie dir angeblich Kontrolle verspricht, die du aber gar nicht haben kannst. Das ist genau was die Angst so schlimm macht, weil man irgendwann nur noch drauf wartet.
Versuch den Zustand von den 3h, wo du nicht dran denken musstest herzustellen. :wink:

Ich hoffe du verstehst was ich meine, ist bisschen schwer auszudrücken. :D
Alle Lebewesen ausser den Menschen wissen, dass der Hauptzweck des Lebens darin besteht, es zu geniessen. Samuel Butler

samadhi
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Re: wie bescheuert man manchmal ist...

Beitragvon samadhi » 23.01.2014, 11:00

Schlucki hat absolut Recht, finde ich. Die drei Stunden, in denen du nicht daran gedacht hast, sind 3 Stunden gewesen, in denen du gelebt hast wie ein Mensch ohne Emo. Das ist doch super! Die Leute ohne Emo fragen sich auch nicht andauernd, ob sie sich mit irgendwas angesteckt haben könnten. Die leben damit, wenn es kommt, meistern das dann und hinterher ist alles wieder gut und man macht sich keine Gedanken mehr drüber, bis es das nächste Mal soweit ist. Genau DAS möchte ich erreichen. :wink:

Nick
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Re: wie bescheuert man manchmal ist...

Beitragvon Nick » 23.01.2014, 12:18

Ihr habt vollkommen Recht. Mein Problem ist nur, das ich letztes Jahr schonmal gedacht habe ich hätte die Angst im Griff und hab nicht mehr ständig daran gedacht mich irgendwo anzustecken usw und dann ganz plötzlich kam alles mit voller Wucht zurück und es war noch schlimmer als vorher. Deshalb habe ich jetzt das Gefühl ich muss an meiner Angst festhalten damit es nicht noch schlimmer wird.

Ich hoffe ihr versteht was ich meine :?

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Schlucki
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Re: wie bescheuert man manchmal ist...

Beitragvon Schlucki » 23.01.2014, 15:27

Samadhi spricht auf jeden Fall was wichtiges, mit der Sache wie normale Menschen damit umgehen, an. Unser Ziel ist doch uns mit den schönen und wichtigen Dingen des Lebens zu Beschäftigen und nicht von der Angst alles durchsetzen zu lassen.

Ich hoffe ihr versteht was ich meine :?

Ne, irgendwie nicht wenn ich ehrlich bin. :D

Warum musst du an deiner Angst festhalten, damits nicht schlimmer wird? Wenn du das tust, erreichst du damit genau das was du nicht willst! Nicht festhalten, sondern loslassen ist das Stichwort. Ich schwör dir, das Loslassen wirste noch oft hören, wenn du dich mit mehr mit deiner Angst beschäftigst. :biggrin:

Wenn deine Angst schon mal besser war und jetzt wieder stärker ist, gibts mit Sicherheit etwas, was dich unbewusst belastet. Versuch mal rauszufinden, was in deinem leben mit der Präsenz deiner Angst koreliert, also was sich gleichzeitig mit der Angst verändert hat. Das kann sonstwas sein, auch größere Lebensumstände, Gefühle, was-auch-immer.
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mimi
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Re: wie bescheuert man manchmal ist...

Beitragvon mimi » 23.01.2014, 20:29

Ich oute mich mal als genauso bescheuert, ich hab nämlich eine ganze Zeit lang auch mit solchen Gedanken gekämpft.

Mein Gedankengang ging ungefähr in die Richtung: "schau, liebes Universum (optional auch lieber Gott;) ), ich hab schon Angst. Ich BRAUCH keine MDG mehr bekommen, weil ich ja schon Angst hab, ich hab also schon aus meinem 'Fehler' (zu viel essen, was essen wo ich mir nicht sicher war, obs noch gut war,...) gelernt - es macht gar keinen Sinn mehr, wenn du mich kotzen lässt, ich hab ja schon Angst und bereu meinen Fehler."

Irgendwann hab ich dann "das Schicksal ist ein mieser Verräter" gelesen und da gabs ein Zitat, dass sinngemäß ausgesagt hat, dass das Individuum dem Universum eh egal ist - da dacht ich mir das erste mal, dass meine Theorie Unsinn ist.

Kurz darauf bin ich auf ein Zitat von Hayley Williams gestoßen, das da heißt " Be aware of your power. We have the choice to live positively or in our own destruction." Naja. Und jetzt bin ich der gleichen Meinung wie die beiden anderen. Das loslassen fällt mir schwer, aber ich versuchs einfach immer wieder und zwing mich zumindest nicht, die Angst festzuhalten...
Lady Angst bittet zum Tanz, ich nehm die Beine in die Hand - ich sing nie mehr die alten Lieder und ich brenne den Tanzsaal nieder!

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Re: wie bescheuert man manchmal ist...

Beitragvon thomas » 14.01.2015, 14:36

Nick hat geschrieben:Ihr habt vollkommen Recht. Mein Problem ist nur, das ich letztes Jahr schonmal gedacht habe ich hätte die Angst im Griff und hab nicht mehr ständig daran gedacht mich irgendwo anzustecken usw und dann ganz plötzlich kam alles mit voller Wucht zurück und es war noch schlimmer als vorher. Deshalb habe ich jetzt das Gefühl ich muss an meiner Angst festhalten damit es nicht noch schlimmer wird.

Ich hoffe ihr versteht was ich meine :?


Ich verstehe, was Du meinst, handele genauso und hatte auch Glueck insoweit. Aber eigentlich ärgere ich mich, weil ich nicht locker sein kann, denn erst die Entspanntheit lässt doch das Leben erst lebenswert erscheinen. Da kommt dann der Gedanke, es darf mir nicht gut gehen. Denn wenn ich es mir gut gehen lasse, werde ich mit K. bestraft. Mir darf es daher nicht gut gehen. Wie bescheuert ist das eigentlich?

Oder ist das so z.B. Wenn man sich voller Freude volllaufen lässt. Hinterher kommt dann als Bestrafung das böse Erwachen.

Thomas

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Re: wie bescheuert man manchmal ist...

Beitragvon Sase » 15.01.2015, 15:10

@thomas: Auch hier (hatte sowas ähnliches gerade in einem anderen Thread geschrieben): Voll nachvollziehbar, das erleben die meisten so. Aber überleg dir mal, was das eigentlich für eine Selbstkasteiung ist, wenn es einem nicht gut gehen darf, nie, jeden Tag... wieviele Tage, tolle Erlebnisse, Gefühle usw. da ins Land ziehen dafür dass man sich (jetzt auf dich bezogen) einmal in mehr als 20 Jahren übergibt.. das steht doch in keinem Verhältnis - lohnt es nicht, dieses Muster aufzubrechen?
Niemand wird kommen, um dir zu helfen - Du musst es selbst tun!


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