Ängstlichkeit vererbt

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Bellchen
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Ängstlichkeit vererbt

Beitragvon Bellchen » 09.01.2014, 22:36

Ich wollte euch mal fragen, wie das bei euch in der Verwandtschaft aussieht? Haben bei euch auch andere in der Familie Depressionen oder Ängste?

Mir ist aufgefallen, dass es bei mir sowohl auf mütterlicher- wie auch väterlicherseits Verwandte mit Depressionen oder Ängsten gibt oder gab. Ich scheine da erblich schon vorbelastet zu sein. :?

Natalie
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Re: Ängstlichkeit vererbt

Beitragvon Natalie » 09.01.2014, 23:31

Jepp, beide Eltern haben mich ängstlich aufgezogen, und von Seiten meiner Mutter kommt die Neigung zu Depressionen.

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Re: Ängstlichkeit vererbt

Beitragvon Glycerine » 10.01.2014, 00:09

Bei uns sind Süchte verbreitet. Aber keine Depressionen oder Ängste.
„Im Leben geht es nicht darum,zu warten bis das Gewitter vorbeizieht, es geht darum, zu lernen, im Regen zu tanzen. “

Mutti82
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Re: Ängstlichkeit vererbt

Beitragvon Mutti82 » 10.01.2014, 16:56

@ Glycerin: Aber wodurch wurden die Süchte ausgelöst/begünstigt? Man wird ja nicht so "einfach" Süchtig! Ich hoffe du verstehst mich!?

Bei mir gab es sowas auch in der Familie, also Depressionne usw...aber gibt es denn Familien in dennen es wirklich nichts dergleichen gibt?
Trenne dich nie von deinen Illusionen und Träumen. Wenn sie verschwunden sind, wirst du weiter existieren, aber aufgehört haben, zu leben.
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AliasHope
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Re: Ängstlichkeit vererbt

Beitragvon AliasHope » 10.01.2014, 18:24

Bei uns findet sich so ziemlich alles in der Familienhistorie: Angsterkrankungen, Gewalt, Alkoholismus, Suizide.

Aber, wie Mutti82 schon schrieb, wo gibt es das nicht?

Außerdem spielt das für mich keine Rolle. Ich weiß zwar, dass die Veranlagung zu Depression erblich ist, es eine Disposition zu Angst und Süchten geben, und ein entsprechendes Umfeld die Entstehung des einen oder anderen fördern kann. Aber ich will mich keinesfalls hinter einem "Das liegt bei mir in der Familie" verschanzen und mir dadurch den Blick für meine Verantwortung für mein Leben verstellen lassen, sondern für mich und durch meine mir innewohnende Kraft einen Weg zu einem angstfreien lebensbejahenden Leben finden.

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Schlucki
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Re: Ängstlichkeit vererbt

Beitragvon Schlucki » 10.01.2014, 19:12

Ich glaub auch nicht wirklich dran, dass Ängste direkt weitervererbt werden. Ich hab eher die Vermutung, dass es durch unbewusste Verhaltensweisen weitergegeben wird.
Alle Lebewesen ausser den Menschen wissen, dass der Hauptzweck des Lebens darin besteht, es zu geniessen. Samuel Butler

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Bellchen
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Re: Ängstlichkeit vererbt

Beitragvon Bellchen » 10.01.2014, 22:13

Mutti82 hat geschrieben:Aber wodurch wurden die Süchte ausgelöst/begünstigt? Man wird ja nicht so "einfach" Süchtig! Ich hoffe du verstehst mich!?

Das ist ein interessanter Ansatz und kann durchaus zusammenhängen.

AliasHope hat geschrieben:Aber ich will mich keinesfalls hinter einem "Das liegt bei mir in der Familie" verschanzen und mir dadurch den Blick für meine Verantwortung für mein Leben verstellen lassen,.


Man muss sich ja nicht hinter diesem Satz verstecken sondern kann ihn nutzen um die Ängste besser annehmen zu können. Vor ein paar Jahren habe ich mir selbst ziemliche Vorwürfe gemacht für mein Verhalten, was aber das Selbstbewusstsein noch mehr runterzieht und kontraproduktiv ist. Der Gedanke, dass das in der Familie liegt und ich nicht die einzige bin mit solchen oder ähnlichen Problemen, hilft mir manchmal das Ganze besser anzunehmen. Mein Leben lang kam ich mir immer wie so ein Außerirdischer vor, weil ich so empfindlich auf alles Mögliche reagiere und auch mehr Angst habe als andere. Jetzt sehe ich aber z. B. bei meinem Neffen, dass der auch oft empfindlich ist (bei hellem Licht, bei Lärm usw.) und er auch vor vielen Dingen Angst hat und meine Nichte, die sogar noch viel jünger ist, hat vor so gut wie gar nichts Angst. Das zeigt ja auch, dass das nicht nur an Erziehung oder sowas liegt und dass es anscheinend ja doch Veranlagung ist. Das heißt nicht, dass ich die Verantwortung für mein zukünftiges Leben abgeben will, sondern, dass ich mich selber von der Schuld für meine Ängste etwas befreie und mich selber besser annehmen kann. Ist das nachvollziehbar? Ich weiß gerade nicht so richtig, wie ich das erklären soll.

Mutti82 hat geschrieben:aber gibt es denn Familien in dennen es wirklich nichts dergleichen gibt?

Gibt es da irgendwelche Statistiken? Würde mich auch interessieren. Aber ich denke mal schon, dass es Familien gibt, in denen es gehäufter vorkommt als in anderen, oder?

Schlucki hat geschrieben:Ich glaub auch nicht wirklich dran, dass Ängste direkt weitervererbt werden. Ich hab eher die Vermutung, dass es durch unbewusste Verhaltensweisen weitergegeben wird.

Das spielt sicher auch eine große Rolle. Ich denke, es ist ein Zusammenspiel aus Veranlagung und äußeren Einflüssen, die dann tatsächlich zur Ausbildung einer Angst oder Depression führen.

AliasHope
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Re: Ängstlichkeit vererbt

Beitragvon AliasHope » 10.01.2014, 22:51

Bellchen hat geschrieben: ... Das heißt nicht, dass ich die Verantwortung für mein zukünftiges Leben abgeben will, sondern, dass ich mich selber von der Schuld für meine Ängste etwas befreie und mich selber besser annehmen kann. Ist das nachvollziehbar? Ich weiß gerade nicht so richtig, wie ich das erklären soll.


Ja, das ist absolut nachvollziehbar. Um zu verstehen, warum man geworden ist, wie man ist, ist Ursachenforschung mitunter unerlässlich. Und das hilft bestimmt ein gutes Stück dabei, zu lernen, sich anzunehmen, wie man ist, und zu akzeptieren, wer man ist.
Allerdings reicht dieses Wissen allein nicht aus, um die Angst und die Schuldgefühle hinter sich zu lassen. Dazu muss man letztlich nach vorne schauen und losmaschieren, und nicht immer wieder zurückblicken, sonst wird man all den alten Ballast, den man mit sich rumschleppt, und der einen immer wieder abbremst und niederdrückt, nie los.

Traumtänzerin
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Re: Ängstlichkeit vererbt

Beitragvon Traumtänzerin » 11.01.2014, 00:24

Ich glaube schon, es spielt eine Rolle, wie man groß wird und was für Vorbelastungen in der Familie liegen.

Ich persönlich habe mich letztens mit meiner Großmutter unterhalten und sie meinte sie hat auch Probleme damit, wenn sie mal spucken muss oder es jemand in ihrer Umgebung tut. Sie kann nur zu gut verstehen, dass ich da ein Problem mit habe und das auch in Panik enden kann.

Meine Mutter hingegen hat da gar keine Probleme. Sie sagte letztens in einem aufmunternden Gespräch "das hast du wohl von Oma".

Allgemein denke ich auch, dass Vorbelastungen auch mit einfließen. Sprich Depressionen etc. Bei uns in der Familie ist das mit den Depressionen auch mit drin. Mittlerweile hat es auch schon meine Mutter erwischt (allerdings ein burn-out). Ob dass nun ein äußerer Faktor ist, ob man da auch genetisch schon was in die Wiege gelegt bekommt; gute Frage.

Aber wie ihr auch schon sagtet; heutzutage gibt es sowas in jeder Familie.

Es heißt ja immer früher waren die Menschen nicht so phobisch etc. Ich glaube wir leben in einer mittlerweile offeneren Welt. Das Internet ist anonym. Man findet leute und lernt sie kennen, die das gleiche Problem haben. Früher haben leute denke ich weniger geredet, weil man dann als "nicht so stark" galt.

Und heute; naja es heißt, die Jugend erträgt weniger etc. Aber, in jeder Familie gibt es halt "stabilere Psychen" und halt welche, die weniger "stabil" sind.

Mitch
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Re: Ängstlichkeit vererbt

Beitragvon Mitch » 11.01.2014, 00:55

Bei meinem Vater ist es genau so wie bei mir, dass sich psychische Dinge sofort stark körperlich auswirkt, allerdings eben unterschiedlich.
Er hat aber nicht solche Ängste wie ich

Butterblümchen
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Re: Ängstlichkeit vererbt

Beitragvon Butterblümchen » 11.01.2014, 15:57

Ich glaube, dass schon eine gewisse Veranlagung zu psychischen Erkrankungen tief in einem liegen, aber ich glaube auch das uns viel von z.B. den Eltern "angelernt" wurde.
Meine Mutter ist eigentlich kein ängstlicher Typ aber sie war schon immer jemand der sehr darauf geachtet hat, dass ich als Kind auf dem Volksfest/auf Märken oder einfach auch nur auf Omas Geburtstag nicht zu viel durcheinander gegessen habe dass mir dann im Auto nicht schlecht geworden ist (dass hat sie mir dann auch immer genau so erklärt wenn ich gefragt habe wieso ich z.B. keine Zuckerwatte bekommen habe). Ich glaube sowas prägt sich einfach ein und "bricht" später aus...


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