Werde als magersüchtig abgestempelt, habe aber Emetophobie!

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Andersfragen
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Werde als magersüchtig abgestempelt, habe aber Emetophobie!

Beitragvon Andersfragen » 28.12.2013, 22:08

Guten Abend!

Ich habe Emetophobie, bin untergewichtig (BMI 15) und mir wird unterstellt, dass ich Magersucht habe. Da ich (als Angst vor dem *****) wenig esse, auch fettarm und auch oft die Inhaltsstoffe prüfe, glaubt das jeder. Leider kann ich keinen erzählen, dass es an der Emetophobie liegt. Denn jeder würde mich auslachen und für bescheuert erklären. Was kann ich nur machen? Ich halte es nicht mehr aus :( :help:

Danke und Liebe Grüße :)

Glycerine
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Re: Werde als magersüchtig abgestempelt, habe aber Emetophob

Beitragvon Glycerine » 29.12.2013, 00:56

Um ehrlich zu sein, fände ich persönlich es kein Deut angenehmer, wenn jemand mich für magersüchtig hielt.

Fakt ist: Redenden kann geholfen werden. Und wenn du nicht möchtest, dass das alles in eine ganz falsche Richtung läuft und du womöglich nicht adäquat behandelt wirst, musst du dich jemandem anvertrauen.
Damit legst du den Grundstein, dass dir geholfen werden kann.
„Im Leben geht es nicht darum,zu warten bis das Gewitter vorbeizieht, es geht darum, zu lernen, im Regen zu tanzen. “

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Bellchen
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Re: Werde als magersüchtig abgestempelt, habe aber Emetophob

Beitragvon Bellchen » 29.12.2013, 10:28

Das kenne ich. Mich halten auch immer viele für Magersüchtig. Das ist für mich wie ein rotes Tuch. Ich werde dann richtig sauer, fühle mich unverstanden und verurteilt und verletzt. Ich hasse es, dass ich untergewichtig bin, wäre gern normal und lasse mir deshalb nicht gerne unterstellen, dass ich mit Absicht so dünn aussehe.

Wenn dir jemand helfen soll gegen deine Angst, ist es wichtig, dass du sagst, wovor du Angst hast. Denn wie Glycerine schon schrieb, kann dir sonst nicht geholfen werden.

Ausgelacht hat mich aber noch niemand wegen der Angst. Ich finde es nur schlimm, wenn einem keiner zuhört. Als Kind haben die mir in einer Klinik den Magersuchtsstempel aufgedrückt und wollten von meiner Angst nix hören. Demzufolge war das mit der Behandlung dann sinnlos. Letztes Jahr in einer anderen Klinik habe ich mich zum ersten Mal verstanden gefühlt. Leider war es dieses Jahr bei der Reha schon wieder das Gegenteil und ich sollte auf die Essgestörtenstation, woraufhin ich gegangen bin.

Andersfragen
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Re: Werde als magersüchtig abgestempelt, habe aber Emetophob

Beitragvon Andersfragen » 29.12.2013, 22:04

Danke für die Antworten! :)

Ich kann mich leider nicht überwinden, es jemanden zu erzählen, weil ich mich so schäme. :oops:

:cry:

LG

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Giiqii
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Re: Werde als magersüchtig abgestempelt, habe aber Emetophob

Beitragvon Giiqii » 30.12.2013, 13:46

Hey :)
Ich kenne das sehr gut hab auch bmi von 15, 7 und werd oft als Magersüchtig abgestempelt. Auch damals in der Klinik wurde es so diagnostiziert?! :o
Seid dem werd ich das schwer los wenn die Ärzte in meine Krankenakte schauen.. ich muss sagen lieber werd ich doof angeguckt wegen der Angst als so missverstanden zu werden und mich dann noch falsch behandeln zu lassen.
Und hab schon Ärzte bei gehabt die mir wirklich geglaubt haben wenn ich denen versucht habe klar zu machen das ich mich kein bisschen zu dick finde sondern ganz im Gegenteil.
Ich denke man muss da irgendwo zu seiner Angst stehen, denn sonst wird man ja auch nicht ernst genommen.
Liebe grüße
Fürchte dich nicht vor dem langsamen Vorwärtsgehen,
fürchte dich nur vor dem Stehenbleiben

Bischa79
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Re: Werde als magersüchtig abgestempelt, habe aber Emetophob

Beitragvon Bischa79 » 30.12.2013, 19:49

Hallo,

ich wurde anfangs auch als Magersüchtig eingestuft und leider in meiner ersten ambulanten und auch stationären Therapie entsprechend behandelt. Vielleicht aber auch, weil ich zu dem Zeitpunkt selber nicht genau wusste, was nicht stimmt. Aber Du weißt es und Du solltest es auch offen ansprechen. Nur so kannst Du richtig behandelt werden und es Dir auch besser gehen.
Ich habe feststellen dürfen je offenener ich mit dieser Problematik umgehe, umso einfacher wird es auch. Ausserdem musste ich zu meiner Überaschung feststellen, dass ich doch deutlich mehr positive Reaktionen erhalten habe als negative. Psychische Erkrankungen sind heute kein Manko mehr und je mehr Nicht-Betroffene darüber erfahren umso verständnisvoller reagieren sie auch. Und alle anderen darfst Du getrost als Idioten abstempeln.


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