Grund für Emo aus Kindheit/Familie (Elternteil Alkoholiker)

Alles rund um Emetophobie, dass sonst nirgendwo hinpasst!

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blondie1982
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Grund für Emo aus Kindheit/Familie (Elternteil Alkoholiker)

Beitragvon blondie1982 » 14.12.2013, 18:59

Hey zusammen,

ich habe mich in letzer Zeit viel damit beschäftigt, wie meine Kindheit so war und wo die Emo u.a. herkommen kann.

Meine Mutter ist Alkoholikerin seit ich denken kann, mein Vater war seh liebevoll, aber irgendwie fehlte eine richtige Mutter. Sie hat oft am Wochenende und gerne wenn mein Vater mal auf Messen war "gesoffen" genau da wurden wie Kinder dann auch schon mal krank, wo meine Mutter restlos überfordert war. Da kamen dann Dinge wie "Ihr bringt mich noch ins Grab" oder "wenn das so weiter geht kommt ihr ins Heim" und viele andere nette wohl unbedachte Worte, die leider doch getroffen haben. Oft gab es Abends, wenn wir Kinder im Bett waren, Streit, den wir Kinder tortzdem gehört haben, weil meine Mutter wieder voll war.

Meine Therapeutin sagt, Kinder von Alkoholkranken Eltern oder einem Elternteil haben keine richtige Kindheit gehabt. Weil wir immer sehr darauf geachtet haben alles richtig zu machen, Mama nicht zu verärgern, nicht an was schuld zu sein, quasi bloß vorsichtig sein. Dann gab es auch viel emotionale Erpressungen wie, ich trinke ja nur weil ich so stress mit euch habe, ihr anstrengend seid. Könnt ihr nicht mal liebe Kinder sein, nur Ärger mit euch, ich mache das nicht mehr mit... Wenn meine Mana gestresst war, mussten wir Kinder uns ganz leise verhalten sonst gab es richtig ärger. Alles lieft nur nach dem Willen und Wohnbefinden meiner Mutter ab. Und sie war und ist immer sehr Egoistisch. Das alles nur ein kleiner Ausschnitt von dem wie was war.

Meine Therapeutin meint das es eine Co-Anhängigkeit ist, es sollte ja auch keiner wissen das sei trinkt, mein Vater wollte auch immer das es keiner weiß und familiär durfte das Thema nicht angesprochen werden, mein Vater war immer der Meinung das geht uns Kinder nichts an...
Fakt ist ich denke es kommt vieles daher das ich heute so bin wie ich bin. Nichts sagen, nicht auskotzen, für sich behalten, immer perfekt sein, keine fehler machen, gut genug sein, ansprüchen genügen und gerecht werden, man nicht liebenswürdig ist, wenn man nicht gut ist und vieles mehr... denke die Liste ist lang.

Würde gerne wissen ob ihr ähnliche Erfahrungen gemacht habt, dazu auch eine parallele seht.

Ich bin der Meinung viels ist daran "schuld" das ich heute die Emo habe.

Was meint ihr?!?
Das Schicksal ereilt einen oft gerade auf den Wegen, die man eingeschlagen hat, um ihm zu entgehen.
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Schlucki
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Re: Grund für Emo aus Kindheit/Familie (Elternteil Alkoholik

Beitragvon Schlucki » 14.12.2013, 21:23

Also eine überforderte Mutter kommt mir sehr bekannt vor. Zwar war in meinem Fall kein Alkohol im Spiel, aber mein Vater hat sich rausgehalten und die ganze Sache offenbar unterschätzt. Auch blöde Bemerkungen ihrerseits kamen oft. So von wegen "da kann ich mir ja gleich nen Strick nehmen" und sowas.

Weil wir immer sehr darauf geachtet haben alles richtig zu machen, Mama nicht zu verärgern, nicht an was schuld zu sein, quasi bloß vorsichtig sein. Dann gab es auch viel emotionale Erpressungen wie, ich trinke ja nur weil ich so stress mit euch habe, ihr anstrengend seid. Könnt ihr nicht mal liebe Kinder sein, nur Ärger mit euch, ich mache das nicht mehr mit... Wenn meine Mana gestresst war, mussten wir Kinder uns ganz leise verhalten sonst gab es richtig ärger. Alles lieft nur nach dem Willen und Wohnbefinden meiner Mutter ab.


Kommt mir sehr bekannt vor nur ohne Alkohol. Als wär man dran mitschuld, dass sie überfordert war.

Ich denke wenn man sich selbst mal erlaubt Fehler machen zu dürfen, Raum zu beanspruchen und auch mal unbequem zu sein, dürfte sich das positiv auf die Angst auswirken.
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Re: Grund für Emo aus Kindheit/Familie (Elternteil Alkoholik

Beitragvon Püppi123 » 16.12.2013, 15:20

mh so hab ich das noch nie gesehen. Habe zwar schon öfter von welchen hier gelesen dass sie glauben die emo zu haben weil ein elternteil alkoholiker war, dachte aber immer damit ist gemeint dass sie dann oft mitgekriegt haben dass die sich übergeben haben. Aber das mit dem "nicht auskotzen drüfen", darüber habe ich noch nie nachgedacht. Dann würde das bei mri auch passen. meine mutter hat auch getrunken früher, aber ich habe sie nie in dem zusammenhang trinken sehen.

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Schlucki
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Re: Grund für Emo aus Kindheit/Familie (Elternteil Alkoholik

Beitragvon Schlucki » 16.12.2013, 15:49

Ich hab ehrlich gesagt immer mehr die Vermutung, dass diese Kotzerlebnisse eher dazu geführt haben, dass man eben eine Emetophobie und keine Spinnenphobie bekommen hat.
Die wahren Gründe oder inneren/unbewussten Konflikte sind vermutlich oft andere und nicht so offensichtlich.

Ich für meinen Teil bin gerade sehr davon überzeugt, dass ich ein Intimssphereproblem habe, was vielleicht auch auf viele klassische Emos zutreffen könnte, da Kotzen was sehr intimes ist. Ich kenn jedenfalls keinen der gerne in Gesellschaft anderer erbricht. Ich sprech von klassischen Emos, weil ich selbst ne sozialphobische Brechangst/Schluckangst hab.
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Re: Grund für Emo aus Kindheit/Familie (Elternteil Alkoholik

Beitragvon mimi » 16.12.2013, 21:43

Ich wollt auch noch was dazu schreiben, auch wenn der Thread jetzt schon fast ein bisschen älter ist :)

aber irgendwie fehlte eine richtige Mutter


Genau das ist das, was mir im Moment auch richtig bewusst wird. Der einzige Unterschied ist, dass mein Vater eben auch nie da war (Eltern getrennt) und mein Stiefvater leider ziemlich früh gestorben ist.
Meine Mutter ist eine recht junge Mutter, war damals noch in der Ausbildung, als ich auf die Welt kam, daher war ich immer mehr bei meinen Großeltern, als bei meiner Mutter. Hab auch zeitweise komplett bei meinen Großeltern gewohnt und bin ja dann früh zuhause ausgezogen. Irgendwie fehlt mir also scheinbar die Bindung zu meinen Eltern, bzw. meine Eltern als Bezugspersonen, zu denen ich mit Problemen gehen kann. Ich denk schon, dass das eben der Grund ist, dass sich die Gefühle ein anderes "Ventil" suchen mussten. Ich hab auch in Kindertagen immer über Übelkeit geklagt und ganz oft abends geheult, weil mir "schlecht" war - Trost gab es keinen, soweit ich mich erinnern kann. Ich wurd eben wieder ins Bett geschickt, "schlafen ist die beste Medizin",

Ich denk, dass da das "nicht auskotzen dürfen" und auch das "Intimsphäre"-Problem ganz gut dazupasst - irgendwie hat man ja nie gelernt/erlebt, was "Intimsphäre" oder auch nur "Privatsphäre" eigentlich heißt, wenn man schon von klein auf keine richtige Bindung zu den Eltern hat. Ich denk, ich persönlich war so damit beschäftigt, nicht aufzufallen, dass ich mich selbst garnicht um mich und meine eigenen Bedürfnisse gekümmert hab, nie gesagt hab, was mir nicht passt - schon als Kind nicht.
Lady Angst bittet zum Tanz, ich nehm die Beine in die Hand - ich sing nie mehr die alten Lieder und ich brenne den Tanzsaal nieder!

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Re: Grund für Emo aus Kindheit/Familie (Elternteil Alkoholik

Beitragvon blondie1982 » 17.12.2013, 20:46

Ich bin mir sehr sicher das es mit meinem Aufwachsen zu tun hat, auch meine Therapeutin sieht es so. Ich hatte halt einfach keine richtige Kindheit sondern eher immer das ich schon als Kind funktionieren musste, Dinge für mich behalten musste, immer gerecht werden und selten g ab es mal eine Umarmung oder Lob. Um alles musste ich kämpfen und nie war es gut genug. Krank werden ging gar nicht, weil dann waren wir anstrengend. Und immer hieß es nur warum machst du dies, warum bist du so und auch das Mobbing in der Schule, das man mich nicht so akzeptiert hat wie ich war, nur weil ich ein dickes kleines Mädchen war, hat dazu beigetragen. Ich habe früh das Gefühl bekommen das ich so wie ich bin nicht gut genug bin. Meine Eltern haben es nichtmal gemerkt das mit mir was nicht stimmt und ich immer geweint habe vor der Schule und oft Bauchschmerzen hatte, naja sie ist halt sensibel bla bla.

Ich hasse meine Mutter nicht, aber ich denke als Mutter hat sie in vielen Dingen einfach versagt. Und manchmal sehe ich andere mit ihren Müttern und wünschte mir auch so eine zu haben, die liebevoll ist und sich um mich sorgt, für mich da ist. Und selbst heute noch schafft sie es, mich so zu kriegen, das ich ein schlechtes Gewissen habe, mich verpflichtet fühle für sie zu sorgen, das es ihr gut geht, nichts falsch zu machen. Es ist extrem schwer sich von dem ganzen zu lösen. Es ist wie, wenn es meiner Mutter nicht gut geht darf es mir auch nicht gut gehen.
Das Schicksal ereilt einen oft gerade auf den Wegen, die man eingeschlagen hat, um ihm zu entgehen.
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