Der Angst auf den Grund gehen

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Traumtänzerin
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Der Angst auf den Grund gehen

Beitragvon Traumtänzerin » 10.12.2013, 07:36

Hallo :)

Meine Nacht verlief sehr schlaflos und ich habe mir Gedanken gemacht, wie die Angst begründet ist und seit wann sie auftritt.

Erstmal vorn weg, dieses Forum ist echt erstklassig. Man fühlt sich verstanden und genau richtig aufgehoben. Wenn ich so sehe, was einige von euch durchmachen, muss ich sagen, dass ich mich dagegen sehr schlecht fühle, mit solch banalen Ängsten um die Ecke zu schauen. Bei mir ist es sicherlich nicht so weit ausgeprägt wie bei manch anderem, aber dennoch ist es toll verstanden zu werden.

Wieder zur Ursachenforschung:
Meine letzte Erfahrung mit dem Erbrechen liegt nunmehr - wie bereits in der Selbstdarstellung beschrieben - 10 Jahre zurück. Ich habe mir Gedanken darüber gemacht, wann die Angst angefangen haben kann (vor dem Erbrechen an sich und davor, es nicht mehr rechtzeitig bis zur Toilette zu schaffen). Ich glaube der Grund liegt in der Magen Darm Grippe, die mich damals erwischt hatte.

Ich war damals in der achten Klasse und hatte auch bereits davor schon längere Zeit nicht mehr brechen müssen (zumindest ist es mir nicht erinnerlich). Jedenfalls habe ich es genau dort nicht bis zum Klo geschafft. Ich erspare euch Details, da ich ja weiß, dass dies für einige nicht erträglich ist. Was ich jedoch sagen möchte und was ich festgestellt habe; an das Brechen an sich erinnere ich mich nicht mehr. Nur daran, wie ich angeschaut wurde und wie super peinlich mir das in dem Moment war.

Also frage ich mich; warum hast du Angst vor dem Erbrechen an sich? Immerhin hast du ja daran gar keine Erinnerung mehr. Der Akt an sich ist mir völlig aus dem Kopf geraten. Also ist es nur die Angst, dass es wieder nicht rechtzeitig bis zum Klo hinhaut.

Ich glaube, es ist gut, dass ich mich mit diesen Sachen beschäftige. Wenn es auch im Zuge einer mdg hier im Hause aktuell geschieht. Aber ich denke, der erste Schritt ist es, sich mit der Angst auseinander zu setzen. Da ich keine sozialphobie entwickle und mich nicht absondere oder Medikamente zu mir nehme, denke ich brauche ich eine Therapie noch nicht. Sollte ich allerdings merken, dass das ganze überhand nimmt, werde ich den direkten Weg zum Arzt nehmen.

Es tut wirklich sehr gut, hier offen schreiben zu können ohne die Angst, verhöhnt oder verspottet zu werden.

Pustekuchen
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Re: Der Angst auf den Grund gehen

Beitragvon Pustekuchen » 10.12.2013, 16:30

Vielleicht verbindest du durch dieses Ereignis vor zehn Jahren Erbrechen generell als etwas schlechtes, und da du seit dem noch keine neue Erfahrung gemacht hast, hat sich das so in dein Gedächtnis eingebrannt...
Bei mir war es jedenfalls so, dass sich nach meinem letzten Übergeben die Angst kurzzeitig gebessert hat, weil ich gemerkt habe, dass es die Angst nicht wert ist. Je länger es aber her ist, desto schlimmer ist die Angst wieder geworden.
Ich glaube, dass dahinter die Angst vor etwas Uneinschätzbarem liegt, das du wegen deiner Erfahrung als schlecht einstufte....

Könnte das passen oder hattest du schon vor diesem Ereignis eine Emo?

Liebe Grüße, Pustekuchen :wink:
Auf jede noch so dunkle Nacht folgt ein neuer Tag!

Mausemammi
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Re: Der Angst auf den Grund gehen

Beitragvon Mausemammi » 15.12.2013, 21:03

Hallo zusammen :)

Ich bin weiblich, 20 Jahre jung und habe Emetophobie schon seit ich klein bin. Mein Schlüsselerlebnis war, als ich damals mit meiner Mama von Mc's wie somit Chickennuggets mit Mayo und Pommes gegessen habe. Es war Sommer und die Mayo war wohl verdorben. Dem entsprechen habe ich mich die ganze Nacht mehrmals heftig übergeben müssen und mir ging es echt dreckig. Am nächsten Tag ging's ab zum 20 km entfernten KiA bei dem ich mich dann direkt nach der Autofahrt wieder übergeben habe. Dann gabs die damals noch so beliebten Kohletabletten zum auflösen die ich auch brav getrunken habe. Die schmeckten natürlich auch zum ko****... Den Tag drauf mussten wir zu einer Familienfeier auf der ich dann eig wegen dem Kohletablettendurchfall nur aufm Klo gesessen habe -.- Verstärkt hat sich das ganze dann nachdem eine junge Angehörige gestorben ist und ich das damals nicht so gut verkraftet habe, Nachts dann durch den Schock auch wieder Erbrechen. Diese Kombination aus Tod und Erbrechen sitz mir wahrscheinlich noch so fest im Kopf, dass es dann schlussendlich zur Emetophobie führte.

Traumtänzerin
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Re: Der Angst auf den Grund gehen

Beitragvon Traumtänzerin » 09.01.2014, 01:41

Ich weiß gar nicht, wann das genau angefangen hat. Aber bewusst habe ich vor dem Ereignis glaube ich nicht so eine unvorstellbare Angst davor gehabt.

Ich lebe mit übelkeit. Für mich ist es normal geworden. Aber ich denke viele von euch kennen das.

Aktuell denke ich, dass wenn es mich mal erwischt ich dann wirklich feststelle, dass es schlimmeres gibt.

Momentan ists wieder schlimm. Eine Kollegin auf der Arbeit hatte es letzte Woche. Direkt im Anschluss an ihren urlaub. Nun eine Freundin von mir und ihr halber Freundeskreis. Und bei meinem Stiefvater auf der Arbeit geht es auch umher. Kann ich nur hoffen, es steckt sich keiner an und vor allem nicht mich.

Aber um zum ursprünglichem Thema zurück zu kommen;

Keine Ahnung, was mich so irre macht. Ich glaube der Schlüssel liegt in meinem damaligen Erlebnis.

Ich hoffe, dass es sich bessert. Derzeit artet es etwas aus. Gerade, weil ich momentan so viel unterwegs sein muss und gar nicht anders kann. Das ist jedes mal aufs neue ne Konfrontation. Im Gunde ist mir schlecht, aber ich weiß "ist nur die Psyche, die dich gerade wieder piesackt"

Alles in allem finde ich aber interessant, dass bei vielen ein schlüsselereignis dazu beigetragen hat. Und das gute ist, man ist mit der Angst hier in diesem Forum nicht allein. Sobald ich hier lese, mich hier aufhalte, geht es mir besser und ich bin ein Stück weit beruhigt.

Danke dafür!


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