Unter Druck gesetzt

Alles rund um Emetophobie, dass sonst nirgendwo hinpasst!

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Julcheen.
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Unter Druck gesetzt

Beitragvon Julcheen. » 13.11.2013, 10:33

Guten Morgen alle zusammen.
Ich brauche dringend euren Ratschlag, da ich nicht weiß wie ich weiter damit umgehen soll. Ich fasse die Geschichte als alles angefangen hat sehr kurz zusammen.

Ich leide ca. seit einem Jahr an Emetophobie. In der Anfangsphase war alles ziemlich schlimm ich bin nicht mehr vor die Tür gegangen, habe keine Freunde mehr getroffen also habe mich nur zuhause verkrochen, weil ich Angst hatte mich irgendwo anders zu übergeben oder dass mir schlecht wird. Mein FSJ habe ich deswegen sozusagen aufgegeben und im Moment traue ich mich nicht etwas neues anzufangen aus Angst, dass ich es wieder in den Sand setze und meine Panikattacken wieder schlimmer werden.

Nun zu meinem Problem: Ich lebe noch bei meiner Mutter, die einen Teil von Amt mit dazubekommt (auch für mich), deswegen muss ich jetzt einmal im Monat zu einer Fallmanagerin die für mich zuständig ist. Doch diese Frau setzt mich seit ich krank bin dermaßen unter Druck, sie zwingt mich sozusagen dazu zu einer Beratungsstelle zugehen und verlangt, dass ich mit einer Menge fremder Menschen über meine Angst spreche. Nun hat sie gestern auch einen Sozialcouch auf mich angesetzt, der mich sogar mit zu meinem Hausarzt und zu dieser Beratungsstelle begleiten will. Nun ist das Gefühl da keine Privatsphäre mehr zu haben.
Seit der Anfangsphase bis jetzt habe ich selbst schon Fortschritte gemacht, gehe wieder raus zB mit meiner Mutter einkaufen oder mal in die Stadt mit meinem Freund, Geburtstag usw. Mein Hausarzt und Psychiater sind der Meinung, dass es schon ein enormer Fortschritt ist und ich war auch selbst schon stolz auf mich, dass ich es auch ohne Therapie geschafft habe, doch meine Fallmanagerin beim Amt hat mir den stolz gestern vollkommen genommen. Sie meinte für sie ist das kein Fortschritt. Und nun fühle ich mich dermaßen unter Druck gesetzt von ihr, weil sie mich zu Sachen zwingt die mir eigentlich unangenehm sind. Wie soll ich mich ihr gegenüber verhalten?

Schon mal vielen Dank für eure Ratschläge.

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Franzi_86
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Re: Unter Druck gesetzt

Beitragvon Franzi_86 » 13.11.2013, 12:56

Hallo Julcheen,
also ich finde wenn man den vergleich hört dass es schon viel schlimmer war, hast du natürlich gute Fortschritte gemacht, lass dich nicht entmutigen kann ich dir nur raten.
Du kannst ja vielleicht mal die Sache mit der Gruppe ausprobieren und wenns dir nicht gefällt oder dir zu viel ist kannst du es abbrechen? Wenn du bereits eine Therapie machst weiß ich persönlich auch nicht ob das notwendig ist was die Frau da von dir will.
Gibt es denn konsequenzen für dich wenn du es nicht tust?
Vielleicht kannst du ja mal versuchen einen Nebenjob zu machen? Einfach um wieder ein wenig beruflichen Alltag zu bekommen. ich glaube das tut einem eher gut als dass es schadet und man "zwingt" sich auch selbst zum rausgehen und was machen.
Liebe Grüße

Julcheen.
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Re: Unter Druck gesetzt

Beitragvon Julcheen. » 13.11.2013, 16:18

Hallo Franzi.
Danke für deine Antwort.
Die Sache mit der Gruppe will ich schon gerne ausprobieren ich bin nicht so ein Menschen der von Anfang an sagt nein mach ich nicht oder will ich nicht. Nur die Frau vom Amt kommandiert mich wirklich extrem rum und selbst wenn mir diese Beratungsstelle nicht gefällt muss ich trotzdem dorthin sonst bekommen wir Geld abgezogen.
Im Moment bin ich noch nicht in Therapie das wird erst mit meiner Hausärztin nächste Woche abgeklärt. Und da meinte meine fallmanagerin auch, dass es dauerd bis ich einen Termin bekomme und dass es dann ja nächstes Jahr wieder nichts mit Ausbildung wird, aber was hab ich denn sonst für eine Wahl außer dann zu warten bis ich den Termin bekomme. Sie will mich unbedingt in eine Ausbildung stecken und denkt in ein paar Monaten mit einer Therapie ist es dann getan.

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Giiqii
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Re: Unter Druck gesetzt

Beitragvon Giiqii » 13.11.2013, 18:43

Hallo Julcheen.
Ich kenne das gut mit dem Amt -.-' habe auch nur Probleme damit. Ich bin bei einem Reha Berater & der hat denen vom Jobcenter gesagt das ich erstmal nicht in der Lage bin meine Ausbildung weiter zu machen. Seit dem nerven sie nicht mehr so extrem.
Vielleicht machst du dich mal schlau ?!

Wünsche dir alles gute !! :)
Gruß steffi
Fürchte dich nicht vor dem langsamen Vorwärtsgehen,
fürchte dich nur vor dem Stehenbleiben

Ohlone
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Re: Unter Druck gesetzt

Beitragvon Ohlone » 13.11.2013, 20:57

Ich habe beruflich oft mit dem Jobcenter zu tun und kann dir den Rat geben, dir von deinem Facharzt oder vlt vom Gesundheitsamt Unterstützung zu holen. Die können dich, wenn es dich wirklich so überfordert für eine Zeit aus der Vermitlung rausnehmen, so dass die Leistungen nicht gefährdet sind. Es gibt sehr unterschiedliche Bearbeiter dort, die teilweise einen anderen Background haben, insofern geht auch nicht jeder auf die gleiche Weise mit Leuten um, die ein psychisches Problem haben. Ich denke es macht Sinn mit offenen Karten zu spielen und sich wie gesagt Unterstützung von einem Fachdienst zu holen. Eine psychosoziale Beratung, z.B. über das Gesundheitsamt ist ja vlt gar nicht so verkehrt, und hilft dir vlt dabei, einen Weg aus der Angst zu finden.

Nun hat sie gestern auch einen Sozialcouch auf mich angesetzt, der mich sogar mit zu meinem Hausarzt und zu dieser Beratungsstelle begleiten will. Nun ist das Gefühl da keine Privatsphäre mehr zu haben.


Dieses Einzelfallcoaching ist ein zweischneidiges Schwert. Ich habe auch schon Fälle erlebt, wo es sehr positiv aufgenommen wurde, wenn man ein gutes Verhältnis zum Coach hat. Aber sicher hast du Recht, dass es nicht in Ordnung ist, wenn der Coach verlangt, in deine Privatsphäre einzudringen, bzw. du das so erlebst. Das solltest du ansprechen.

Viel Erfolg!


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