Reha

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AliasHope
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Re: Reha

Beitragvon AliasHope » 11.09.2013, 16:12

Das sind die ganz normalen Nebenwirkungen, die das Einschleichen eines SSRI mit sich bringen kann - bedingt dadurch, dass aktiv in den Gehirnstoffwechsel eingegriffen wird. Mit "normale Nebenwirkungen" meine ich ganz explizit auch Panikattacken & Co, weil die "beruhigende" Wirkung erst nach frühestens zwei Wochen eintritt. Das hätte dir deine Ärztin eigentlich erklären sollen. Und nach gut zwei Wochen verschwinden die Nebenwirkungen in der Regel ebenso schlagartig wieder wie sie aufgreten sind, und es geht einem spürbar besser.
Was sagt denn die Ärztin zu den Nebenwirkungen? Hat sie dir zum Absetzen geraten?

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Bellchen
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Re: Reha

Beitragvon Bellchen » 11.09.2013, 17:34

Ich hab erst am Freitag wieder einen Termin dort.
Zu den Tabletten hat sie gar nix weiter gesagt, nur "Ich verschreibe Ihnen was zur Beruhigung und zum Stimmung aufhellen."

Gibt es nicht auch was anderes zur Beruhigung, was nicht erst ewig braucht, ehe es wirkt und weniger Nebenwirkungen hat?(außer Tavor) Mir wäre es auch lieber, was als Schmelztabletten zu bekommen, wie das Mirtazapin. Ich stehe auf Kriegsfuß mit normalen Tabletten.

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Re: Reha

Beitragvon AliasHope » 11.09.2013, 18:35

Bellchen hat geschrieben: Gibt es nicht auch was anderes zur Beruhigung, was nicht erst ewig braucht, ehe es wirkt und weniger Nebenwirkungen hat?(außer Tavor) Mir wäre es auch lieber, was als Schmelztabletten zu bekommen, wie das Mirtazapin. Ich stehe auf Kriegsfuß mit normalen Tabletten.


Wohlgemerkt, ich bin kein Fachmann, aber ich sage mal einfach ganz laienhaft: "Nein"! Antidepressiva sind nun mal KEINE Beruhigungsmittel. Die Wirkweise von AD ist halt so, dass sie genau in der Gehirnregion wirken, wo die Angst entsteht (Amygdala), und von daher nicht nur stimmungsaufhellend, sondern auch angstlösend wirken. Wenn man also ein angstlösendes Präparat einsetzen will, um Panikattacken einzudämmen bzw. zu mildern und einen Patienten somit beispielsweise erst einmal "behandlungsfähig" zu bekommen, ist man bei Antidepressiva an der richtigen Adresse.
Aber es dauert nun mal seine Zeit, bis die Wirkung einsetzt. Da muss man durch. Ich sage es jetzt mal ganz lapidar: Es gibt kein Mittel und keine Therapie, wodurch sich die Angst auf einen Schlag in Luft auflöst und nie mehr wiederkommt. Ja, Beruhigungsmittel lösen die Angst vorübergehend. Aber, wie gesagt, die Wirkung ist eben nur vorübergehend und nicht dauerhaft. Dazu kommt: Sie machen abhängig, und zwar bereits nach recht kurzer Einnahmedauer.

Ab einem gewissen Punkt muss man sich einfach darüber klar werden, ob, und wenn ja, wie viel man bereit ist, an vorübergehendem "Leiden" zu investieren, um eines Tages eine wirkliche dauerhafte Besserung erzielen, und/oder womöglich sogar auf Heilung hoffen zu können. Von nichts kommt nun mal nichts bei Angsterkrankungen. Es heißt ja nicht umsonst, dass der einzige Weg aus der Angst durch die Angst führt. Man muss schon selber etwas investieren, bevor man etwas herausbekommt - eine "schmerzhafte" Therapie und Konfrontation mit seinen Ängsten inbegriffen.
Und wenn man das Ziel hat, bestimmte Begleitsymptome dauerhaft zu lindern, muss man nach heutigem medizinischen Stand erst einmal ein entsprechendes Medikament einschleichen. Natürlich kann bzw. muss man mitunter verschiedene Mittel (die es je nach Medikament auch in unterschiedlicher Darreichungsform gibt) ausprobieren, und die Nebenwirkungen fallen von Person zu Person unterschiedlich aus, aber DAS Zaubermittel, das gibt es nun mal einfach nicht.

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Re: Reha

Beitragvon blondie1982 » 12.09.2013, 22:34

Hey Bellchen, das tut mir leid das es nicht so läuft wie gehofft. Kann mir gut vorstellen, dass es nicht angenehm ist, wenn man die dinger schlucken muss. Bin da ähnlich wie du eingestellt, nehme so auch keine Tabletten, stehe damit auch immer auf kriegsfuß und runter krieg ich die schon gar nicht.

Ich denke die Panik und das unwohlsein ist sicher ein teil von den Tabletten aber sicher auch weil du so angst davor hast. du wartest förmlich auf die nebenwirkungen und die probleme. Das hört man auch aus deinen worten raus, ich meine, ich wäre da genau so. Habe anfang des Jahres stimmungsaufheller genommen, wegen der Kopfschmerzen und dem tod meines vaters. Ich habe recht wenig genommen nur ein paar tropfen abends, nach zwei wochen wollte ich sie wieder absetzten weil ich damit einfach nicht klar kam, sowas zu nehmen, dann kamen die kopfschmerzen wieder, ich also wieder angefangen damit und eine woche später stellte sich ständiger durchfall ein. dann drei tage nicht genommen und dann wieder ausprobiert und wieder durchfall. ich war der festen überzeugung das es daher kommt und habe sie seitdem nicht mehr genommen. heute denke ich aber das ich es mir einfach eingeredet habe, weil ich sie nicht nehmen wollte, weil ich einfach dagegen war.

Ich will damit sagen, wir reden uns schnell was ein und natürlich reagiert der körper dann. Wir vertrauen uns im grunde viel zu wenig und daran ist es wichtig zu arbeiten u.a.

wie gehts die denn momentan?
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Re: Reha

Beitragvon Bellchen » 14.09.2013, 14:13

Gestern war ich wieder bei der Psychiaterin. Tabletten soll ich nicht weiter nehmen. Die anderen, die ich vertrage, kann ich weiterhin nehmen.
Ich soll mir jetzt überlegen, wie es weitergehen soll. Entweder eine psychosomatische Kur (also 5-6 Wochen stationär, wobei da wieder mein Problem ist, dass ich da wieder das Problem habe, mich dran zu gewöhnen und da schon 1-2 Wochen brauche ehe es mir überhaupt wieder einigermaßen geht, dann hab ich Angst, dass das wieder schief läuft (bzw. habe ich insgesamt immer Angst vor Krankenhäusern usw. und danach hab ich dann wieder die Umgewöhnung an die Wohnung und allein wieder klarkommen) oder beim Berufsförderungswerk ne Umschulung oder so (da ist dann die Frage, zu welchem Beruf ich mich umschulen lasse und es ist natürlich auch eine ziemliche Belastung mit einmal, wenn man vorher Monate nur zu Hause war) und dann langsam wieder zum Beruf hinarbeiten.

Mir geht es etwas besser. Bin gerade in meiner Wohnung, werde aber über die Nacht noch zu meinen Eltern fahren. Habe vor jetzt wieder langsam in meine Wohnung zu ziehen.

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Re: Reha

Beitragvon blondie1982 » 15.09.2013, 16:04

schau mal hier fahre ich am 8.10. hin, ich weiß ja nicht wo du wohnst, aber kannst dir die ja mal anschauen:

http://www.dbkg.de/reha-kliniken/klinik_moehnesee

ist in der nähe von Soest.

Ist rein eine Psychosomatische und Kardiologische Kureinrichtung uns sieht recht nett aus. Habe fünf Wochen genehmigt bekommen.

Umschulung wäre doch auch nicht schlecht. Schon ne idee, was würde dir spass machen??
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Re: Reha

Beitragvon Bellchen » 17.09.2013, 17:47

Ein kreativer Beruf wäre gut. Die Psychiaterin meinte, dass die auch technische Zeichner oder Mediengestalter ausbilden, aber davon habe ich im Netz nichts gelesen.

Heute habe ich mir die Überweisung von der Psychiaterin für die Psychologin abgeholt und da steht drauf "Essstörung (Anorexia nervosa)" und darunter dann Panik. Na toll. Ich will doch nicht dünn sein. Verstehe nicht, dass das immer falsch diagnostiziert wird. :-( Und mein Hauptproblem ist die Angst/Panik. Habe mich heute auch wieder mit Übelkeit und Angst im Zug rumgequält. Zur Zeit fahre ich gar nicht gerne (egal ob im Auto, Zug, Straßenbahn)

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Re: Reha

Beitragvon blondie1982 » 27.09.2013, 10:02

Hey Bellchen, wie gehts dir? Scho ein wenig weiter gekommen was die umschulung angeht? Ich kenne das mit dem Bus und Bahnfahren selber sehr gut, ich hasse es dann auch so sehr wenn es einem nicht gut geht. Man ist dann einfach nicht frei und kann nicht wie mit einem auto einfach umdrehen und sagen, ich fahre wieder nach hause. Und man ist mit so vielen menschen auf engem raum, was uns ja auch oft sorge macht, wenn es dann plötzlich losgehen würde und die ganzen leute sind dann da und man blamiert sich oder ähnliches.
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Re: Reha

Beitragvon Bellchen » 04.10.2013, 11:00

Nachdem ich am 18.09. und die folgenden Tage nochmal einen totalen Tiefpunkt hatte und am liebsten nicht mehr da gewesen wäre, ständig geheult habe und es mir total elend ging, geht es mir jetzt wieder etwas besser.
Ich bin immer noch bei meinen Eltern in der Wohnung (im Moment allein, weil sie gestern für ein paar Tage weggefahren sind, aber ich wollte nachdem ich ja nun doch ziemlich lange hier bin nicht so einen abrupten Wechsel wieder in meine Wohnung). Werde dann mal für ein paar Stunden zu mir fahren, Blumen gießen, schonmal bissl Kleinkram in meine Wohnung schaffen usw. Kann ich ja spontan entscheiden, wenn ich doch da bleiben will.

Letzten Freitag war ich mit 3 Freundinnen beim Weinfest. Hat mich ziemliche Überwindung gekostet. Zum Glück wurde ich wenigstens hingefahren und musste nicht allein hin und rückzu bin ich mit einer zusammen im Zug gefahren. Wir waren auch nur 2 Stunden da und noch vor dem großen Ansturm. Aber immerhin war ich da und es tat auch gut mit den anderen zu reden. :-) Ich muss auch wieder mehr rauskommen. Aber ich igel mich immer so ein, wenn es mir nicht gut geht und mag da nicht unter Leute gehen oder reden. Am Wochenende war ich mit meinen Eltern bei meiner Schwester und Familie, haben wir auch einen kleinen Spaziergang gemacht. Am Dienstag bin ich dann allein mit dem Zug gefahren zu der Psychiaterin. (diesmal ging es mir auch nicht so schlecht bei der Fahrt, früher bin ich sogar gerne Zug gefahren. eine stunde zur Berufsschule und eine Stunde zurück hat mir nix ausgemacht)

Also so wie es mir momentan geht, kann ich noch nicht zu dem Berufsförderungswerk. Da werde ich wohl doch noch vorher stationär oder teilstationär in eine Klinik müssen. Was mich wundert, ist, dass die Psychiaterin meint, dass nur eine Klinik hier in der Umgebung in Frage kommen würde und als ich letztes Jahr im Krankenhaus war, wurde mir eine andere empfohlen. Laut Internet behandeln beide psychosomatische und psychotherapeutische Probleme (Angst haben auch beide direkt mit dastehen). Wartezeiten sind bei beiden Kliniken wahrscheinlich 3 Monate (mindestens).

Dann hatte ich ja den Zettel für diese Psychologin bekommen, aber das ist mir zu weit. Da müsste ich ja jedes mal erst eine Stunde mit öffentlichen Verkehrsmitteln hinfahren, was mir im Moment aber zu viel ist. Ich habe jetzt für Ende November einen Termin bei einem Psychiater (in der Nähe), der auch Psychotherapie macht. Der soll gut sein (den Namen hatte mir mein Hausarzt schon genannt, im Internet habe ich nur gutes gelesen und aus der Familie hat mir auch jemand zu dem geraten)

Was mich im Moment auch ziemlich nervt ist, dass ich wieder so viel abgenommen habe. Hatte mich so gefreut, dass ich fast Normalgewicht hatte und nun sind die Kilo fast alle wieder weg. :-( Ich hoffe, dass das dann wieder kommt, wenn es mir besser geht, dass ich dann wieder mehr Appetit habe.

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Re: Reha

Beitragvon Bellchen » 17.10.2013, 19:21

Bin seit einer Woche wieder in meiner eigenen Wohnung und es geht mir etwas besser. Bin nicht mehr ganz so depri und auch etwas ruhiger.

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Re: Reha

Beitragvon blondie1982 » 28.10.2013, 11:14

hey wie gehts dir?
Das Schicksal ereilt einen oft gerade auf den Wegen, die man eingeschlagen hat, um ihm zu entgehen.
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Re: Reha

Beitragvon Bellchen » 28.10.2013, 20:42

Hallo blondie. Die letzten Tage waren ziemlich der Horror (siehe SOS-Thread). Heute geht es seit dem Mittag wieder etwas besser.

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Re: Reha

Beitragvon Bellchen » 29.11.2013, 10:18

Ich habe nun ja einen neuen Psychiater (die andere Psychiaterin war nicht so gut, schon fast 80, schlief vor einem halb ein, und in der Klinik hatte sie mich nach Wochen immer noch nicht angemeldet, obwohl sie das machen wollte ...) Der neue scheint ganz gut zu sein. Ich habe nun Cipralex verschrieben bekommen (als Tropfen, weil ich ja mit Tabletten immer solche Probleme habe) und da soll ich auch erstmal nur eine ganz geringe Dosis nehmen.
Und er will mich nun in einer Klinik anmelden.

Zu dem Paroxetin, was ich von der anderen bekommen habe, meinte er, dass er das gar nicht verschreibt, höchstens an ältere Patienten, die das schon seit zig Jahren nehmen und darauf eingestellt sind. Bei jungen würde er das gar nicht mehr nehmen, weil das so starke Nebenwirkungen hat. Wäre auch ein ziemlich altes Medikament
Und allgemein meinte er, dass die Nebenwirkungen nach 2 bis 3 Tagen vorbei sein sollten, wenn nicht (und wenn man mit den Nebenwirkungen nicht klar kommt), dann sollte man ein anderes Medikament versuchen, weil die dann meist nicht mehr weggehen.


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