Reha

Alles rund um Emetophobie, dass sonst nirgendwo hinpasst!

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Bellchen
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Reha

Beitragvon Bellchen » 25.07.2013, 10:43

In meinem Kopf herrscht schon wieder ein totales Gedankenkarussell. Weiß auch nicht so recht, ob das überhaupt hier reinpasst, aber Gedankenwirrwarr herrscht ziemlich in meinem Kopf.

Wie einige vielleicht noch wissen, hatte ich ja erzählt, dass ich zur Reha fahren soll und da bei der Rentenversicherung nochmal angefragt hatte, ob es nicht näher möglich ist.

Ich habe nun einen neuen Termin in einer anderen Klinik bekommen. Eigentlich müsste ich ja nun froh sein, aber da machen mit Angst und pessimistische Gedanken mal wieder einen Strich durch die Rechnung. :(

Die neue Klinik liegt viel näher und auf der Internetseite macht sie auch einen richtig guten Eindruck, aber ich habe eben die Klinikbewertungen gelesen und bin aus allen Wolken gefallen. So schlechte Kritiken, dass ich gleich schon wieder mehr Angst vor der Reha bekomme, zweifel, ob ich es nicht doch bei der anderen Klinik hätte lassen sollen und verzögern tut sich auch alles nochmal um 3 Wochen.

Irgendwie kann ich es mir nicht recht machen. Und die Gedanken und Selbstvorwürfe gehen einfach nicht aus meinem Kopf: "Warum hab ich das damals nicht geschafft da einfach hinzufahren, dann wäre ich schon fast fertig mit der Reha jetzt", "Warum hab ich da nochmal das ändern lassen?", "Am Ende hätten die mir in der anderen Klinik viel besser helfen können.", ...
Wenn ich mir das so durchlese da, könnte ich gerade nur heulen.

Habt ihr Tipps, wie ich positiver an die Sache rangehen kann oder meine Zweifel abstellen kann. Ich mach mich ja im Vorfeld schon wieder total fertig. Das weiß ich auch, aber ich krieg das einfach nicht hin, mal gelassener an etwas ranzugehen oder mich wenigstens mal mit der getroffenen Entscheidung abzufinden. :?

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Re: Reha

Beitragvon Abbel » 25.07.2013, 15:14

Im Internet ist es häufig so, dass nur schlechte Bewertungen abgegeben werden, da sich viele beschweren, aber kaum einer mitteilt, dass etwas gut war. Egal worum es geht.
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Re: Reha

Beitragvon Bellchen » 26.07.2013, 12:41

Da hoffe ich mal, dass es da auch so ist. Ich hatte noch bei paar anderen Kliniken geguckt, da gab es auch ein paar schlechte Bewertungen.

Ich versuche mich schon mit dem Gedanken zu beruhigen, dass ich ganz zur Not, wenn es ganz schrecklich sein sollte, immer noch jeder Zeit gehen kann.

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maulwuerfle
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Re: Reha

Beitragvon maulwuerfle » 04.08.2013, 13:14

Um welche zwei Rehas geht es denn? Stehe momentan vor der selben Überlegung wie Du!
Mir wurde Aulendorf vorgeschlagen, der Termin ist nur für mich nicht machbar, da ich auf Arbeit noch ein Projekt fertig machen muss bis Anfang September. Du kannst vorher nicht alles 100%ig abklären. Lass es auf Dich zukommen.
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Re: Reha

Beitragvon Bellchen » 04.08.2013, 22:11

Das erste wäre in Saalfeld gewesen und jetzt soll ich nach Pulsnitz.

Die Hinfahrt ist immerhin geklärt. Ich werde gleich früh hingefahren. Aber ich habe natürlich trotzdem noch ziemlich Angst vor der ganzen Sache, obwohl ich weiß, dass kein Grund besteht. Einfach diese Ungewissheit, was mich da erwartet. Noch hält sich meine Panik in grenzen. Ich denke, das kommt dann wieder so kurz bevor es los geht, wenn dann die Koffer gepackt sind.

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Re: Reha

Beitragvon Bellchen » 10.08.2013, 16:29

Ich bin gerade dabei Sachen rauszusuchen, die ich mitnehme. Eine Freundin meinte nun zu mir, dass man bei einer Reha sowieso eher in bequemen Sachen (Jogging-Hosen) rumlaufen würde. Kann ich mir nicht so vorstellen. Ich dachte schon, dass da alle ganz normal (Jeans und so) rumlaufen, wie halt in der Tagesklinik oder im Krankenhaus auf Station auch.
Irgendwie habe ich total Probleme mit dem Packen. Ich kann so schlecht einschätzen, wie viel man braucht für 5 Wochen. Ich kann dort auch waschen, aber das will ich ja auch nicht zu oft und bissl Auswahl will ich ja auch haben. Und da ist dann das nächste Problem, ich habe einfach zu viele Klamotten und kann mich dann nicht entscheiden.

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Re: Reha

Beitragvon Bellchen » 19.08.2013, 11:50

Ich habe manchmal das Gefühl, ich bin zum Scheitern verurteilt. Das lief alles nicht so wie geplant.

Am Dienstag war ich ziemlich aufgeregt bevor es zur Reha ging. Dort angekommen, wurde ich erstmal aufs Zimmer geführt und bekam dann noch 2 Termine, bei einem Psychologen der Station und nachmittags sollte ich noch von einem Patientenpaten durch das Haus und Gelände geführt werden. Der Pate hatte das aber völlig vergessen und deshalb haben mich dann 2, die mit mir am Tisch saßen rumgeführt. Die restliche Zeit saß ich alleine aufm Zimmer, und die ganze Zeit Übelkeit, bei den Mahlzeiten habe ich nix runtergekriegt, der Hals war wie zugeschnürt und schon bei dem Essengeruch war mir übel. Auf dem Zimmer sollte man theoretisch kein Essen haben, ich hatte aber bisschen was von zu Hause mitgenommen und ab und an aufm Zimmer versucht paar Kekse oder Knäckebrot zu essen. Am Mittwoch waren dann noch 1 kurzes Gespräch bei der Oberärztin und früh halt sowas wie wiegen und Blutdruckmessen. Mit meiner Angespanntheit, Übelkeit, Kloß im Hals wurde es nicht besser. War halt alles so neu dort, so viele Leute, das Haus so groß und im speiseraum halt immer so viel Lärm und Gerüche und vor Leuten zu essen, habe ich eh immer ziemliche Hemmungen, die eine ganze Weile brauchen, ehe sie verschwinden. Therapien hatte ich auch noch keine. Am Abend hatte ich dann aufm Zimmer eine Stunde lang Panik. Am Donnerstag ging es früh um 6 mit Panik usw. weiter. Die Schwestern haben mir auch nicht helfen können, zum Frühstück bin ich nicht gegangen, weil mir so furchtbar schlecht war, ich hatte dann von den Schwestern noch paar Zwieback und ein Brötchen aufs Zimmer nehmen dürfen. Den Ärzten wurde dann auch gemeldet, dass es mir so schlecht geht. Aber anstatt mich zu beruhigen (ob mit Worten oder Medikamenten) wurde ich dann vor die Wahl gestellt zu gehen oder auf die Essgestörtenstation zu gehen. Wenn ich nicht essen würde, wäre ich nicht rehafähig… Da saß ich dann noch völlig zitternd und unfähig eine Entscheidung zu treffen (wie soll man auch klar denken, wenn man Panik hat, inzwischen war es übrigens schon um 10 und es wurde nicht besser mit der Panik) Ich bekam dann noch etwas Bedenkzeit und wurde später nochmal hinbestellt. Die Bedingungen bei der anderen Station wären dann gewesen, dass ich nicht abnehmen darf und dann ne Gewichtsvereinbarung getroffen wird wegen zunehmen, und ich hätte die Gruppen für die Essgestörten besuchen müssen.
Ich habe mich fürs Gehen entschieden, weil mir das nicht geholfen hätte, wenn ich auf die andere Station gegangen wäre. Ich hätte mich nur noch mehr unter Druck gefühlt und gegen die Panik hätten mir die anderen Gruppen wohl kaum geholfen. Als Diagnose haben die jetzt Atypische Essstörung geschrieben, eigentlich bin ich ja hin wegen Panikstörung und ich sehe das Problem mit dem Essen auch eher in Zusammenhang damit. Das Problem ist halt, dass ich mich in neuen Situationen nicht wohl fühle und eine ganze Weile brauche, ehe ich mich wo eingelebt habe.

Ich war dann paar Tage bei meinen Eltern um wieder zur Ruhe zu kommen und inzwischen kann ich auch wieder besser essen und bin in meiner Wohnung. Aber in meinem Kopf kreist immer noch alles um die Reha. Ich fühle mich wie ein Versager und habe haufenweise Selbstzweifel, weil ich das abgebrochen habe. Und weil nun immer noch keine Besserung in Sicht ist. Aber ich hätte mich dort wahrscheinlich auch nicht besser gefühlt.

Mein Arzt meinte nun, dass ich mir noch einen Psychiater suchen soll (Psychotherapie mache ich ja schon). Aber ist auch nicht so einfach, weil hier nicht viele in der Umgebung sind.

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Re: Reha

Beitragvon Abbel » 19.08.2013, 20:38

Ich finde, du solltest dir keine miesen Gedanken machen. Das ist mal leider wieder ein super Beispiel für Falschdiagnosen der Emo :?
Klar, schade wegen der Therapie, aber da hätte es wohl wirklich nicht geklappt, so wie du das schilderst.
Wozu sollst du noch einen Psychiater aufsuchen? Für Medikamente?
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Re: Reha

Beitragvon Bellchen » 20.08.2013, 10:41

Danke. Ja, ist nicht so einfach, sich keine Gedanken zu machen.

Ich weiß auch nicht genau, wofür ich mir einen Psychiater suchen soll. Kann schon sein wegen Medikamenten, oder auch wegen krankschreiben. Mein Hausarzt kann das ja auch nicht so gut einschätzen. Aus der Familie meinte auch schonmal jemand, dass ich bei einem Psychiater gut aufgehoben wäre, weil der ja auch noch ne andere Ausbildung hat als ein Therapeut. Ist das unüblich, dass man zu beiden geht?

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Re: Reha

Beitragvon Bellchen » 20.08.2013, 13:13

Mir ist das auch total unangenehm, bei meinen Freunden das alles klarzustellen, dass ich wieder zu Hause bin und nicht bei der Reha. Bisher wissen nur 2 davon.

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Re: Reha

Beitragvon Abbel » 20.08.2013, 19:06

Nee ist nicht unüblich zu beiden zu gehen. Aber ein Psychiater verschreibt halt wohl eher nur Medikamente und da wird eher nicht so viel besprochen.
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Re: Reha

Beitragvon Bellchen » 22.08.2013, 10:46

Scheint schwierig zu sein, einen Termin bei einem Psychiater zu bekommen. Die sind alle schon ausgelastet. Muss ich die nächsten Tage weiter suchen.
Im Moment geht es mir auch nicht so besonders. Ich grübel zwar nicht mehr so viel drüber nach, ob das die richtige Entscheidung war, die Reha abzubrechen, aber dafür hat sich ein bisschen Hoffnungslosigkeit breit gemacht, weil ich absolut nicht weiß, wie es jetzt noch weiter gehen soll und so.

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Re: Reha

Beitragvon Bellchen » 22.08.2013, 14:58

Meine Therapeutin hat mir eben gesagt, dass das unsere letzte Stunde war. Sie sieht bei mir keine Motivation und keine Verbesserungen ...

Ich bin nur noch am Heulen. Jetzt weiß ich ganz und gar nicht, wie es weitergehen soll. :-( Als ich gerade über ne Kreuzung gegangen bin und erst nicht gesehen hatte, dass ein Auto kommt, war mein nächster Gedanke, warum ich mich nicht einfach hab überfahren lassen. :-(
Ich fühl mich völlig kraftlos und hoffnungslos und alles hat keinen Sinn. Es ist ja nicht so, dass ich mich nie angestrengt hätte und gar keinen Rat befolgt hätte. Aber jedes Mal scheitere ich und falle noch tiefer in mein Loch.

Das schlimme ist, dass ich zu gar nichts mehr motiviert bin. Früher bin ich gerne zu Konzerten gefahren, aber selbst davor habe ich Angst und kann mich nicht durchringen, mir was vorzunehmen. Irgendwie fehlt mir der Wille, da unbedingt hinzuwollen. Das kenne ich von mir auch gar nicht. Im Moment bin ich einfach nur total ziellos und treibe so vor mich hin, verkrieche mich in meinen 4 Wänden oder bei meinen Eltern.

Zu einem Psychiater zu gehen, hat sie mir auch geraten und meinte noch, dass mein Medikament offensichtlich nicht hilft ...

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Re: Reha

Beitragvon Abbel » 22.08.2013, 16:02

Gibt es keine psychiatrische Ambulanz bei dir in der Nähe? Die bieten auch Notfallsprechstunden an.
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Re: Reha

Beitragvon blondie1982 » 22.08.2013, 16:27

Hallo liebes Bellchen,

ich denke du warst nicht bereit für die Reha. Bitte mach dir da nicht so viele Gedanken drum, dass du es jetzt nicht durchgezogen hast und d.h. nicht das du versagt hast. Das ist bei uns Emos ein typischer Gedanke, wir müssen gut sein und dürfen nicht versagen. Wer weiß warum es jetzt nicht sein sollte.

Ich finde es aber sehr erschreckend, dass deine Therapeutin sagt, dass war die letzte Stunde. Gerade jetzt ist es doch wichtig aufzuarbeiten, was dein Problem war, warum du nicht essen konntest, warum die Panik usw. sehr traurig zu hören. Du solltest dir auf jeden Fall was neues suche. Hast du mal über Tagesklinik nachgedacht? Morgens hin und Nachmittags wieder zurück. Oder wie Abbel sagte, Ambulante die sind auch für Notfälle da, meist sindes so Kliniken, die auch stationär und Tagesklinik anbieten. Mach dich doch mal im Netz schlau.
Bei uns gibt es auch eine Notfallsprechstd. im Krankenhaus, da ist an jedem Vormittag ein anderer ansässiger Neurologe/Psychater für drei Std in der Klinik, in der Notfallambulanz und man kann ohne Termin dahin gehen.

Hast du mit deinem Freund schon drüber gesprochen? Warum ist es dir so unangenehm mit ihm darüber zu sprechen? Bei mir wäre er der erste Ansprechpartner.

Wie gesagt, mach dich selber nicht so fertig!
Das Schicksal ereilt einen oft gerade auf den Wegen, die man eingeschlagen hat, um ihm zu entgehen.
Jean de la Fontaine


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