Wo/Wie/Wann hat eure Emo begonnen?

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anny_im_wunderland
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Wo/Wie/Wann hat eure Emo begonnen?

Beitragvon anny_im_wunderland » 07.01.2012, 00:53

Hallo :)
Ich habe mal ein bisschen gesucht hier im Forum und keinen solchen Thread gefunden.
Es gibt ja den Beitrag "Emo durch MDG" aber was denn, wenn es nicht die MDG war?
Ich will jetzt hier nicht unbedingt Auslöser für die Emo, sondern will wissen, ob ihr euch an die Situation erinnern könnt, als eure Emo begonnen hat? Auch wenn ihr dort noch gar nicht wusstet, dass es Emo war. Oder ist die bei euch schleichend gekommen?
Ich habe hier schon mal geschrieben, wies bei mir war, kann es aber nochmal posten wenn das jemand wissen möchte.
Und falls es so einen Beitrag schon geben sollte, wäre ich froh über den Link. :D
Liebe Grüsse Anny
Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg.

Presse10
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Re: Wo/Wie/Wann hat eure Emo begonnen?

Beitragvon Presse10 » 07.01.2012, 12:28

Also ich weiß ganz genau, wie, wann und wo meine Emo begonnen hat.
Die Emo ist bei mir ein Symtom des Asperger Autimus. Durch dieses Syndrom nehme ich bestimmte sensorische Reize, wie bestimmte Gerüche ganz anders und viel internsiver wahr.
Schon immer hat für mich der Kotzgeruch zu den ekligsten Gerüchen gezählt, die es gibt. Zwei Schlüsselerlebnisse brachten allerdings die Emo zum Ausbruch.
Am 17. Juli 1999 hat meine Mutter auf die Innenseite der vorderen Beifahrertür im Auto meiner Patentante gekotzt. Fand es besonders schlimm, wie der eklige Kotzgeruch den schönen neuen Autogeruch verdeckt hat. Da hab ich den Kontrast zwischen den schönen neuen Autogeruch und den ekligen Kotzgeruch wahrgenommen, was mich zutiefst belastet hat.
Ein weiteres Schlüsselerlebnis folgte am 29. Mai 2001. An diesem Tag wurde ich auf dem Nachhauseweg von der Felsenmeerschule in Hemer (Förderschule) von einem damals 7- jährigen Jungen bis ins Gesicht vollgekotzt. Dies war nicht nur an sich eklig, sondern auch wieder ein neues Auto und dieser eklige Kotzgeruch verdeckte wieder den schönen neuen Autogeruch.
Diese zwei Erlebnisse haben mich total geprägt und seit diesem Ereignis denke ich schon seit fast 10 Jahren tagtäglich Tag und Nacht daran und diese Gedanken wollen einfach nicht aus dem Kopf gehen. Lebe zwar einen normalen Alltag. Stelle mir aber bei jeden, den ich neu kenne als erstes die Frage, ob das wohl eine Person ist, die in den letzten Jahren gekotzt hat oder nicht. Gerade durch meine Mutter bin ich sehr geprägt, weil sie während meiner Kindheit auch häufiger kotzen musste. 1999 ist es ihr zweimal passiert, 2000 und 2001 dreimal. Deswegen stelle ich mir gerade wenn ich neue Mädchen sehe die Frage, ob die wohl so häufig kotzen wie meine Mutter damals, auch wenn es merkwürdig klingt. Diese Ereignisse aus der Vergangenheit prägen mich aber echt.
Das schlimmste für mich ist, von anderen Mädchen zu erfahren, die in letzter Zeit gekotzt habe. Dies verbinde ich automatisch mit meinen Erlebnissen aus der Vergagenheit und weitere Horrorszenarien strömen in meinen Kopf, die nicht wieder rauskommen.
Aufgrund meiner Behinderung hatte ich allerdings schon ähnliche Ängste und Zwänge, die ähnlich veranlagt waren wie meine jetzige Fremdkotzemo. Aus diesen Ängsten habe ich es selbst rausgeschafft. Weiß auch jetzt ganz genau, was mir bei meiner Fremdkotzemo helfen würde, um da halbwegs rauszukommen.

Lg Christian

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Parasomnia
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Re: Wo/Wie/Wann hat eure Emo begonnen?

Beitragvon Parasomnia » 07.01.2012, 22:02

Ich kann mich nicht daran erinnern. Ich kann mich an keinen Moment in meinem Leben erinnern, wo ich dem Erbrechen "normal" gegenübergestanden hätte. Dementsprechend gibts für mich da auch keinen Anfangspunkt, den ich nachvollziehen kann.
Es kommt dazu - trotz alledem -, dass sich die Furcht in Widerstand verwandeln wird - trotz alledem.
(Hannes Wader)

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Bellchen
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Re: Wo/Wie/Wann hat eure Emo begonnen?

Beitragvon Bellchen » 08.01.2012, 00:45

Geht mir genauso. Ich hatte irgendwie schon immer Angst davor.

Luna26
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Re: Wo/Wie/Wann hat eure Emo begonnen?

Beitragvon Luna26 » 08.01.2012, 20:08

Mit 8 habe ich das letzte mal gebrochen (bin jetzt 28)! Hatte damals schon Angst davor und habe es gehasst, aber ich habe mich nicht dagegen gewehrt und bin vernünftig auf die Toilette gegangen als es "so weit war". Irgendwann dann später hat es angefangen, allerdings auch nicht unmittelbar dannach. Ich glaube oft, der Tod der Mutter meiner Sitznachbarin war der Auslöser. Auf die Idee bin ich durch kami hier im Forum gekommen, denn das hat mich total verstört damals, dass ich auf die Sterblichkeit meiner Mutter hingewiesen wurde. Aber auch total egoistisch! Die Mutter meiner Sitznachbarin stirbt und ich hab das Problem damit... Dann bekam ich Zwangsstörungen und die totale Panik vor allem was kotzten auslösen könnte. Aber ich habs ohne Therapie geschafft! Ich bin nicht keine Emo mehr aber es ist bei mir nicht soooo schlimm.

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anny_im_wunderland
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Re: Wo/Wie/Wann hat eure Emo begonnen?

Beitragvon anny_im_wunderland » 08.01.2012, 21:29

Dankeschön für eure Antworten!
Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg.

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mainzerin
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Re: Wo/Wie/Wann hat eure Emo begonnen?

Beitragvon mainzerin » 08.01.2012, 22:09

also bei mir war es auch keine MDG, sondern auch "schon immer" und das letzte mal ist halt auch schon 20 jahre her. ich bin überzeugt, es ist nicht sooo schlimm, wie ich es mir ausmale. aber es ist die letzten 2-3 jahre halt immer schlimmer geworden, also die angst davor. ich kann den genauen zeitpunkt gar nicht so richtig sagen.....nur so viel: ich leide lieber wie ein hund, statt 1x richtig zu k..., wenn mir so schlecht ist. grad in der woche nach weihnachten wieder erlebt. da hatte ich wohl nen kleinen virus, oder was falsches gegessen. mir war anders schlecht, als sonst. habs genau gemerkt, ich könnte k...., wenn ich wollte. was mach ich? leiden leiden leiden, starr sitzen bleiben und nicht bewegen, bis die berstende übelkeit weg ist. ist das nicht eigentlich total banane? :(

Presse10
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Re: Wo/Wie/Wann hat eure Emo begonnen?

Beitragvon Presse10 » 08.01.2012, 22:55

@ mainzerin

ne finde ich nicht banane. War glaub ich bei meiner letzten MDG am 9. Dezember 2010 genauso.
Mir war es an diesem Tag von früh bis spät übel und zweimal war ich kurz davor. Einmal um 13 Uhr auf den Nachhausweg von der Schule in der U Bahn und einmal um 19 Uhr abends. Bei beiden Malen ist es aber nicht soweit gekommen, worüber ich auch sehr dankbar bin. Die Übelkeit ließ zwar nachts halbwegs nach. Konnte aber bis zu drei Tagen später nicht viel essen, da mir es dann sofort schelcht wurde und ich die ganze Zeit weiter so nen komisches Gefühl im Magen hatte.
Als ich am 18. Dezmber 1999 bei der MDG dagegen kotzen musste konnte ich bereits 2 Tage später richtig viel essen. Dies war letztes Jahr erst 4 Tage später möglich. Trotzdem wäre mir für alle Fälle eine MDG ohne Erbrechen lieber, auch wenn ich Tage später nicht richtig essen kann. Finde dies auch nicht Banane, weil der Geruch, Geschmack und das Aussehen der Kotze echt unerträglich ist. Durch die ganze Säure brennt zudem der Hals. Da ist mir echt eine längere Übelkeit tausendmal lieber. Ich kann dich daher nur allzu gut verstehen

Lg Christian

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Fleur
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Re: Wo/Wie/Wann hat eure Emo begonnen?

Beitragvon Fleur » 10.01.2012, 14:59

Bei mir ist es auch so, daß die Emo "schon immer" da war.
Wobei mir lange nicht bewußt war, daß das, was ich fühle, mehr als der gewöhnlich Ekel ist.

Trauriger_Engel

Re: Wo/Wie/Wann hat eure Emo begonnen?

Beitragvon Trauriger_Engel » 10.01.2012, 20:19

Parasomnia hat geschrieben:Ich kann mich nicht daran erinnern. Ich kann mich an keinen Moment in meinem Leben erinnern, wo ich dem Erbrechen "normal" gegenübergestanden hätte. Dementsprechend gibts für mich da auch keinen Anfangspunkt, den ich nachvollziehen kann.


So geht es mir auch. Ich kann mich an keinen Auslöser erinnern.

annelene
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Re: Wo/Wie/Wann hat eure Emo begonnen?

Beitragvon annelene » 10.01.2012, 20:36

Ich bin nicht in Therapie, aber ich denke, ich hab den Auslöser gefunden.

Ich war 16, als der Vater meiner Mutter starb. Das war so das erste Mal, dass ein Mensch in meinem näheren Umfeld gestorben ist (davor war das zwar auch schon passiert, aber da war ich erst 6 und noch viel zu klein, um es wirklich zu begreifen). meine Eltern haben sich nur noch gestritten und regelmäßig fielen die Worte "Wir trennen uns / Ich ziehe aus". Ich war sehr verunsichert, hatte keine Freunde als Bezugsperson, mit denen ich hätte richtig reden können.

Um von meinen Eltern Aufmerksamkeit zu bekommen, habe ich nichts mehr gegessen. Ich hab mich auf 45 Kilo runterghungert, bis es jemandem auffiel und ich zu einer Beratungstelle ging. Daraufhin ging es mit dem Gewicht bergauf und alles schien gut, ich merkte, meine Eltern und Freunde kümmern sich wohl um mich, ich hatte eine na ja "Beziehung" (womit ich aber glücklich war!) und alles war prima. Doch dann bekam ich Silvester 2003 eine MDG und danach entwickelte sich die Emo.

Die MDG 2003 war denke ich, der schlussendliche Auslöser der Emo, aber mir ist bewusst, dass sie nicht der einzige Grund ist. Ich denke, ich habe den Tod damals einfach bislang immer noch nicht richtig verarbeitet. Ich gebe mir Mühe, aber es ist schwierig. Leider haben mir meine Eltern einige Dinge auch immer verschwiegen (zum Beispiel die Todesursache) oder nur stückchenweise mitgeteilt oder die Wahrheiten kommen jetzt erst ans Licht.

Das ist schwer zu verkraften manchmal. Ich rede öfter mit meinem Freund, der kann mir gut zu hören und etwas objektiver reagieren. Hinzu kommt, mein Opa war Alkoholiker und das habe ich erst sehr spät begriffen. Meine Mutter hat dementsprechend mehr zu kämpfen damit und erzählt nicht gern von ihrer Kindheit. Es muss wohl irgendwas vorgefallen sein, was sie nicht erzählt. Mit meiner Oma, also der Frau des verstorbenen Opas, verstehe ich mich sehr gut.

Meine Uroma ist 2007 verstorben, das habe ich dann besser weggesteckt. Hinzu kommt, ich habe "aus versehen" meinen Opa tod noch mal gesehen, das war kein schöner ANblick und hat mich verstört. Das war nämlich so nicht geplant, ich hatte mich dagegen entschieden.

So, jetzt bin ich wieder total aufgewühlt - ich habe es eindeutig noch nicht richtig verarbeitet. Aber es wird besser - es ist das erste mal, dass ich es ganz aufgeschrieben haben...

Danke für den Thread!!

Knutschfleck

Re: Wo/Wie/Wann hat eure Emo begonnen?

Beitragvon Knutschfleck » 04.04.2012, 10:53

Ich kenne weder Zeitpunkt, noch genauen Auslöser aber ich hatte noch nie ein normales Verhältnis zum Kotzen.
Im Kindergarten dachte ich das läge daran dass ich Einzelkind und damit sozusagen verwöhnt bin. Andere Kinder mit Geschwistern erzählten mir einfach und locker das die Geschwister MDG hatte und ich dachte man müsse sich einfach daran gewöhnen.
Um diese Zeit trennten sich auch meine Eltern. Vielleicht wurde ich auch dadurch ein bisschen mehr in Richtung Emo gedrängt (oder eben nicht).
Meine Mutter erzählte mir vor kurzem, dass sie selbst kein inniges Mutter-Kind-Verhältnis zu ihrer Mutter hatte und mir daher wohl auch nicht so viel geben kann oder geben konnte wie ich brauche/brauchte. Sie hat mich auch oft sehr stark zurück gewiesen wenn ich mal MDG hatte und vielleicht habe ich mich damals so sehr an sie geklammert, dass ich es nicht ertragen konnte, dass sie sich in einer solchen Situation von mir abwendet. (Ich habe schon darüber nachgedacht ob sie vielleicht auch Emo ist...)
Mit der Emo komme ich gerade total gut klar. Ich esse mit und bei Freundinnen und mache egentlich alles mit. Vor der bevorstehenden Klassenfahrt habe ich zwar etwas Angst aber auch das hält sich in Grenzen. Allerdings hängt meine jetzige größte Emo-Angst wieder mit meiner Mutter zusammen: Ich möchte mich nicht vor ihr übergeben und selbst wenn ich es woanders tue, möchte ich nicht das sie es erfährt.
Hmm, irgendwie ganz interessant mal so seine Eindrücke aufzuschreiben :D

Ganz liebe Grüße, Knutschfleck

mahmoody

Re: Wo/Wie/Wann hat eure Emo begonnen?

Beitragvon mahmoody » 10.04.2012, 21:50

Ich erlebe es auch so, dass es eben schon "immer" so war.
Ganz am Anfang war die Angst nur da, wenn mir selbst schlecht war.
Dann kam die Angst. wenn jemand anderem schlecht war
und danach kam die Angst, dass mir oder jemandem schlecht werden könnte.

Bisher denke ich, dass Verlustängste bzw. Verluste die Ursache darstellen.

Romi88
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Re: Wo/Wie/Wann hat eure Emo begonnen?

Beitragvon Romi88 » 10.04.2012, 21:55

Hi,

bei mir war der "richtige" Auslöser im Oktober'11 als ich versehentlich abgelaufene Wiener Würstchen gegessen hatte und die dann nach sehr starker Übelkeit wieder raus kamen. Hatte davor ca. 12 Jahre nicht mehr gebrochen. Obwohl ich sagen muss ein normales Verhältnis zum brechen hatte ich noch nie. Kann mich an nicht mehr viel aus meiner frühesten Kindheit erinnern aber an die Momente wo ich gekotzt habe kann ich mich erinnern. Ich dreh auch durch wenn jemanden schlecht ist und kann auch ned hören/sehen wenn sich jmd. übergibt. Aber die richtige Emo, also mit den täglichen Gedanken ans kotzen, bekam ich erst in der besagten Oktobernacht....:-(

Sternschnuppe

Re: Wo/Wie/Wann hat eure Emo begonnen?

Beitragvon Sternschnuppe » 15.08.2013, 15:58

Hey,

Bei der ersten Situation in der ich das Gefühl hatte sterben zu müssen vor Angst - weil sich jemand übergeben hat - war ich 5 Jahre alt.
Meine Schwester hatte sich übergeben und als meine Mutter ihr Bett sauber gemacht hat, bin ich schreiend davon gelaufen. Es wurde leider nicht so ernst genommen. Ich glaube sie hat gesagt: Jetzt stell dich doch nicht so an, du hast doch bis gerade eben neben ihr gelegen.
Dass mir das nicht geholfen hat, dürfte wohl klar sein. :D
Ich bin ihr deshalb nicht böse. Sollten doch noch viele ähnliche Situationen folgen - und diese spezielle eine der harmloseren sein.

Zwischendurch dachte ich, ich hätte die Phobie besiegt. Das waren die glücklichsten 1-2 Jahre meines Lebens :D
Aber wenn ich ehrlich zu mir bin, haben sich die Symptome nur verschoben.


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